Bürgermeisterwahl: Sascha Hollmann

Wintergarten wird Plakatwerkstatt

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Den Wintergarten im Haus in Altheim hat Sascha Hollmann in diesen Wochen zur Plakatwerkstatt umfunktioniert.

Münster - Es gibt auch für Bürgermeisterkandidaten ein Leben außerhalb der (kommunalen) Politik: Wir stellen unseren Lesern die vier Bewerber um den Chefsessel im Rathaus einmal in ihrem privaten Umfeld vor, heute Sascha Hollmann. Von Jens Dörr 

Parteilos und vereinslos: Mitgliedschaften sind die Sache von Sascha Hollmann nicht. Dass er in Münster dennoch fest verwurzelt ist, steht für ihn trotzdem außer Frage: „Hier hatte ich zehn Jahre lang mein schulisches Umfeld - hier haben sich Freundschaften und Bekanntschaften entwickelt, die ich teils bis heute pflege.“ Dennoch könnte es sein, dass Freunde und Bekannte aktuell etwas zu kurz kommen. Schließlich will Hollmann Bürgermeister seiner Heimatgemeinde werden.

Das Werben um die Wählerstimme nimmt im Leben des 41-Jährigen, der in Altheim geboren wurde und dort heute mit Frau und Kind wohnt, derzeit eine zentrale Stellung ein: Auf dem Küchentisch stapeln sich Flyer, bunte Heftchen für Kinder, Parkscheiben mit seinem Konterfei vor grüner Natur. „Fürs Marketing ist meine Frau zuständig“, gesteht Hollmann lachend ein, dass seine „bessere Hälfte“ in dieser Hinsicht auch die besseren Ideen hat. Die Parkscheiben, nicht aus Pappe, sondern in stabiler Variante, seien so ein Beispiel: „Wir wollten keine Kugelschreiber mit meinem Namen verteilen, sondern den Leuten etwas Sinnvolles, Nachhaltiges geben.“

Ein Leben mit Phasen

Mit Parkscheiben, Pixi-Büchlein und jeder Menge Infomaterial geht Hollmann in der heißen Phase zwischen Ostern und Wahltag also auf die Bürger zu. Der Dreiklang aus Wahlkampf, Arbeit und Familie bestimme jetzt seine Tage. „Das ist auch gut so. Für alles gibt es im Leben eine Phase“, meint Hollmann, der als Bediensteter der Agentur für Arbeit in Dieburg sein Geld verdient. Ganz anders sei das zwar als vor einigen Jahren, als er sich nach Fach-abitur, Ausbildung zum Bürokaufmann bei einer Dieburger Spedition, mehreren Jahren Arbeit als Disponent und schließlich Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt mit Fachrichtung Personalwesen ein Jahr Auszeit gönnte. 2003 bis 2004 absolvierte der Altheimer ein Sprachbildungsjahr in den USA, lernte Nordamerika intensiver kennen.

Überhaupt nennt Hollmann das Reisen als sein Hobby – zumindest bis zu jener Zeit, als sein Familienleben durch die Geburt seines Kindes nochmals gesteigerte Bedeutung erlangte. Mit zwei Freunden bereiste er als Rucksacktourist drei Monate lang die Südsee. „Das prägt“, blickt er zurück. „Man sieht, was andernorts viel wichtiger oder unwichtiger als hier ist, und mit wie ungemein wenig man auskommen kann.“

Herausforderndes Amt

Nun, da Job, Familie und Bürgermeister-Ambitionen in den Vordergrund gerückt sind, bleibt Hollmann allerdings weder für die Staaten noch für Vanuatu Zeit. „Auch die Haussanierung muss etwas zurückstehen“, sagt er und schaut auf angefangene Fassadenarbeiten. In dem Haus lebt seine Familie schon in der dritten Generation. Hier hat Hollmann den Wintergarten zur Plakatwerkstatt umfunktioniert, beim Werkeln hilft ihm sein Vater. Hier macht sich der 41-Jährige Gedanken über seine inhaltlichen Schwerpunkte wie Gestaltung der demografischen Entwicklung, des Vereinslebens, der Ortsentwicklung und praktizierter Bürgernähe, die er unter der recht forschen Adresse www.muenster-kann-mehr.de auch online zusammengefasst hat.

Weshalb die Bürger gerade ihn mit dem sehr herausfordernden Amt des Rathaus-Chefs (Hollmann: „Es muss einem klar sein, dass das intensiver und umfangreicher ist als ein normaler Job. Von einem Bürgermeister erwartet man, dass er immer da ist.“) betrauen sollten? Seine persönlichen Stärken skizziert er unter anderem so: „Meine Parteilosigkeit hebt mich von den anderen Kandidaten ab. Ich bin jemand, der vernünftig abwägt, zielstrebig ist, entscheiden und dann entsprechend auch durchführen kann.“ Das sei auch eine der „generellen Lehren“, die er aus den vergangenen vier Jahrzehnten gezogen habe: „Mit Entscheidungen sollte man nicht immer lange zögern, stattdessen: machen!“

Quelle: op-online.de

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