Bundeswehrtest stets ausgebucht

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Aueschüler schnupperten beim „Berufsparcours“ in unterschiedliche Berufe hinein. Für sieben Minuten Stillstehen gab es sieben Punkte. Lehrer Peter Kahnt (Bildmitte), der als Beauftragter der Aueschule für Fragen des Übergangs an andere Schulen oder in die Berufswelt den Berufsparcours organisierte, war mit der Resonanz auf die Veranstaltung sehr zufrieden.

Münster -  Aueschüler schnupperten beim „Berufsparcours“ in unterschiedliche Berufe hinein. Für sieben Minuten Stillstehen gab es sieben Punkte. Lehrer Peter Kahnt war mit der Resonanz auf die Veranstaltung sehr zufrieden.

Die Frage nach dem künftigen Job können nur wenige Jugendliche präzise beantworten – selbst wenn der Abschluss kurz bevorsteht. Viele Schulabgänger bewerben sich so für Berufe, die sie gar nicht genau kennen. Daher verwundert es nicht, dass schon seit vielen Jahren etwa 25 Prozent aller jungen Menschen, die eine Berufsausbildung aufnehmen, diese vorzeitig beenden. Ein trauriger Fakt, der unterstreicht, wie wichtig eine gründliche Berufsorientierung schon zu Schulzeiten ist. So entschied sich nun auch die Münsterer Schule auf der Aue, mit einem erlebnispädagogischen „Berufsparcours“ die Schüler noch besser auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Die von der Kinder- und Jugendförderung des Landkreises angebotene Info-Veranstaltung machte Station in der Münsterer Gersprenzhalle.

An insgesamt 22 Gruppentischen konnten dort alle Hauptschüler der achten Klassen sowie die Neuntklässler des Realschul- und Gymnasialzweiges unterschiedliche Berufe kennenlernen. Beim Bundeswehrtest, der ständig ausgebucht war, mussten die Schüler für sieben Minuten stillstehen, um so eine Parade zu simulieren. Um Kernkompetenzen des Berufs wie Konzentration, Ausdauer und Durchhaltevermögen aufzuzeigen, durften die Teilnehmer sich von niemandem ablenken lassen und mussten – möglichst ohne eine Miene zu verziehen – geradeaus an die Wand schauen. Was vielen Schülern im Unterricht eher schwer fällt, nämlich sich ruhig und diszipliniert zu verhalten, meisterten an dieser Station nahezu alle Teilnehmer. Wer durchhielt, der ergatterte sieben Punkte, die auf einem Laufzettel festgehalten werden konnten. An jeder Station galt es für die Aueschüler, fleißig Punkte zu sammeln. Die Punktzahl am Ende des 90-minütigen Berufsparcours verriet den Teilnehmern mögliche Interessensgebiete und Berufsmöglichkeiten, die den eigenen Fähigkeiten nahekommen.

Spediteurin, Betriebswirt, Lastwagenfahrerin oder Kellner

Um den beruflichen Alltag von Speditionskaufleuten oder Betriebswirtschaftlern kennenzulernen, mussten die Teilnehmer die Route eines Lastwagens zeiteffizient planen. Beim „Elchtest Geweih“ konnten die Schüler in das Berufsfeld eines Elektrikers hinein schnuppern: Hier galt es, ein Kabel maßgerecht aufzuteilen, dieses zu isolieren und es letztlich in die Form eines Elchgeweihs zu verbiegen.

An „Station 20“ machten die Teilnehmer wie Einzelhandelskaufleute oder Laborassistenten eine Inventur und mussten Artikel chronologisch nach Verfallsdatum auflisten. An einem weiteren Gruppentisch konnten die Schüler an Puppen das Wickeln von Babys ausprobieren oder sich gegenseitig eine simulierte Armverletzung verbinden. Wer sich für den Beruf Friseur interessiert, auf den warteten zwei langhaarige Puppen, denen man Zöpfe flechten konnte.

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Neuntklässlerin Katja fiel das Merken von Gästebestellungen am Gastronomie-Stand schwer: „Kellnerin ist wohl kein Job für mich“, musste sie bekennen. Ihrer Mitschülerin Lucie fiel dies schon leichter, jedoch gab es keinen Stand, an dem sie ihren Wunschberuf ausprobieren konnte: „Ich würde später gerne als Lektorin oder bei den Medien arbeiten. Dazu fand ich hier leider keine Station.“ Damit sprach sie einen Schwachpunkt an, den der Berufsparcours für so manchen Gymnasiasten hat: „Hier gibt es zu wenige Informationen über akademische Berufe“, stellte Lucies Mitschülerin Pauline fest.

Dennoch war die Begeisterung bei den meisten Teilnehmern groß. „Die Schüler haben vieles ausprobiert. Wir sind mit der Premiere des Berufsparcours sehr zufrieden“, sagte Schul-Übergängebeauftragter Peter Kahnt, der die Veranstaltung an die Aueschule holte. Bei der Organisation halfen die Haupt- und Realschulzweigleiter der Aueschule, Susanne Staff und Falk Schmidt, tatkräftig mit. Nächstes Jahr soll es eine Fortsetzung geben.

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tm

Quelle: op-online.de

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