Zwei Dauerläufer prägen Empfang

+
Gut gelaunt war am CDU-Neujahrsempfang auch Altbürgermeister Karl Grimm.

Münster - Nein, Schleichwerbung hatte Udo Beutler im Foyer der Münsterer Kulturhalle nicht im Sinn. Der Bürgermeister-Kandidat der CDU Münster sprach beim Neujahrsempfang seines Ortsverbands zwar über LuPo, meinte damit aber kein Modell von VW. Von Jens Dörr 

Das Akronym steht bei Beutler stattdessen für „Laufen und Politik“. Der Hobbyläufer will vor der Bürgermeister-Wahl am 25. Mai unter anderem mit diesem Format ins Gespräch mit den Münsterern kommen. Eine erste Wahlkampf-Rede, registriert neben den 100 Zuhörern auch von ALMA-Kandidat Gerhard Bonifer-Dörr, lieferte Beutler beim Empfang ab. Zugleich prägte ein weiterer Dauerläufer den Abend. Denn auch Christean Wagner, im vergangenen Jahr 70-jährig aus dem Hessischen Landtag ausgeschieden, wo er seit 2005 der CDU-Fraktion vorgesessen hatte, bekannte sich zu diesem seinem Hobby. Und, wie es sich für einen guten Gastredner gehört, auch dazu, dass seine gut 45-minütige Ansprache bei den Christdemokraten an der Gersprenz eine Herzensangelegenheit sei. Wegen Leuten wie Thomas Heinz, dem jungen CDU-Vorsitzenden Münsters, wie Wagner sagte: „Wir sind froh, dass es frische Leute wie ihn gibt. Davon lebt unsere Partei.“ Verständlich, dass da ein Lächeln über Heinz’ Gesicht huschte.

Zuvor hatte der erste Mann im Ortsverband den Abend mit den Worten „2014 wird für Münster ein wichtiges Jahr“ eingeleitet. Es gelte, die „gute Entwicklung unter Walter Blank mit Udo Beutler fortzusetzen“. Beutler selbst bekannte in seiner Rede unter anderem aufs Neue Farbe zum am selben Abend drei Kilometer entfernt beschlossenen Neubau des Logistikers Fiege am „Dieburger Dreieck“. „Dieburg mauert sich ein“, so sein Vorwurf auch gen eigene Partei in der Nachbarstadt.

Hauptredner Wagner ließ Fiege unterdessen mangels Detailkenntnis aus und bewegte sich überwiegend in der hessischen Landespolitik. Damit setzte er auf anschauliche Weise aus anderen Blickwinkeln fort, was beim Neujahrsempfang ein Jahr zuvor Finanzminister Thomas Schäfer begonnen hat. Peinlichkeiten wie 2013, als CDU-Bundestagskandidat Charles M. Huber über seine Begeisterung für den Münsterer Friedhof schwadroniert und sich selbst mehrfach disqualifiziert hatte, blieben den Gästen diesmal erspart.

Gründe für Schwarz-Grün

Stattdessen erfuhren etwa Altbürgermeister Karl Grimm, MdL Manfred Pentz (Groß-Zimmern, designierter Generalsekretär) und Eppertshausens Rathaus-Chef Carsten Helfmann, weshalb die Hessen-CDU nun mit den Grünen und nicht mit der SPD koaliert. „Wir hatten gute Gespräche mit beiden und konnten uns den Partner plötzlich aussuchen“, blickte Wagner zurück und wertete das vor allem als Erfolg des „sehr disziplinierten Verhaltens von Volker Bouffier in den Sondierungsgesprächen“. Besonders die Gedankenspiele von SPD-Mann Thorsten Schäfer-Gümbel zu einer möglichen Minderheitsregierung hätten den Ausschlag pro Grüne gegeben.

Wagner stellte immer wieder seine Prägung durch das Christentum in den Fokus und betonte dessen Werte als noch immer bedeutende Säule der CDU. „Ich kann nicht tiefer fallen als in Gottes Hand“, gab Wagner dem Publikum mit. Während Wagner auch Hessen-Haushalt und -Finanzen streifte („Die Grünen wollen ernsthaft mit uns sparen“), blendete er die eingestandene Fehleinschätzung der Hessen-CDU zur Begeisterung über das Turbo-Abitur G8 aus. Zum abschließenden Wohlfühlen – was an einem Neujahrsempfang durchaus Wesenszug sein darf – packte der Politroutinier noch ein Bonmot als Wunsch für 2014 aus: „Herr, nimm den Frauen das letzte Wort - und erinnere die Männer an ihr erstes!“

Diese Politiker wechselten in die Wirtschaft

Diese Politiker wechselten in die Wirtschaft

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare