Wagnis feiert 20-Jähriges: da capo

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Geburtstagkind: Der AGV-Chor „da capo“ hat dieses Jahr 20-jähriges Bestehen.

Münster - Dadap! - Dadap! - Dadapdajaaaaaaa - Dadap! - Nicht einfach ist es, die Filmmelodie von James Bond nachzusingen. Der Chor von „da capo“ des AGV Eintracht Münster wagte sich am Vorabend seines Waldfestes im Freizeitzentrum an diese Aufgabe heran und schaffte eine beeindruckende Interpretation. Von Michael Just

Am Tag danach, an Christi Himmelfahrt, folgte das traditionelle Waldfest des AGV.

Los ging es aber mit dem großen Treffen der Chöre am Mittwochabend, das der AGV kurz und treffend als Open-Air bezeichnet. Bereits zum siebten Mal fand dieses Stelldichein statt. Hatte AGV-Vorsitzender Manfred Löbig mit zehn Chören gerechnet, konnte er kurz vor Beginn mit Mixed Voices aus Jügesheim noch einen elften Chor auf der Waldbühne vermelden. Jedem Gesangsteam oblag es, zwei bis vier Lieder zu interpretieren. Den Anfang machten „Viva Diva“ des KMGV Dieburg, danach folgte „Modern Sound“ des MGV Münster. Die Gastgeber betraten als siebte Gruppe mit ihrem Chor „da capo“ die Wald-bühne.

Den Sängern stand nicht nur durch ihr Heimspiel die Freude ins Gesicht geschrieben, sondern auch aus einem anderen Grund: „da capo“ feiert seine Gründung vor 20 Jahren. An die Anfänge kann sich AGV-Vorsitzender Manfred Löbig, der mit Wolfgang Löbig und seiner Frau Heidemarie von Anfang an dabei ist, noch sehr gut erinnern. „Wir haben damals festgestellt, dass wir im klassischen Bereich keine Leute mehr dazugewinnen können“, erzählt er. Ein neuer Chor, der moderne Literatur im Blick hat, war die Lösung. Mit dieser Einsicht war die Eintracht einer der ersten Gesangvereine der Region, die einen solchen Schritt wagten. Viele andere folgten, zum Teil mit Projektchören, oft erst viele Jahre später.

Knapp 30 Sänger dabei

Mit den Worten: „Es hat sich was entwickelt“, blickt Löbig zufrieden auf den Werdegang von „da capo“ zurück. Heute hat der Chor 28 Sänger im Alter von 20 bis über 60 Jahren. Das Liedgut ist zum größten Teil in englisch. In der Vergangenheit wagte man sich 1998 und 2003 an zwei große, eigenständige Konzerte. Die Chorleiter waren zu Beginn Markus Euler (fünf Jahre) und Ulla Kirchen (15 Jahre). Nachdem Kirchen kürzlich aus beruflichen Gründen ausschied, hat seit Februar die Lengfelderin Claudia Leib die Nachfolge angetreten. Sie bereitete für das Open-Air vier Stücke vor. Zweimal war Filmmusik dabei, des weiteren die Stücke „Groovy Kind Of Love“ und „California Dreaming“.

Aufgrund des Wechsels in der Chorleitung hat sich „da capo“ entschlossen, sein Jubiläumsjahr ruhiger anzugehen. So integrierten die Sänger ihre Geburtstagsfeier in das Open-Air.

Mit dem Wetter hatte der AGV mehr Glück als die Jahre zuvor. In der Vergangenheit waren die Sänger oft vom Pech durch Regen und Kälte verfolgt. So wurde im letzten Jahr bei nur acht Grad heißer Apfelwein ausgeschenkt. 2013 blieb die Veranstaltung zumindest regenfrei. Für Manfred Löbig ist es ein Phänomen, dass ihn trotz des oft unbeständigen Wetters so gut wie nie Absagen der teilnehmenden Chöre ereilen. Obwohl diese oft nur zwei bis drei Lieder singen, würden stets mit froher Erwartung die Anfahrten von Darmstadt oder auch Hausen bewältigt.

Gesellige Stunden beim Waldfest 

Beim Waldfest an Himmelfahrt wartete dann eine gute Gelegenheit, den Feier- und Vatertag für ein paar gesellige Stunden zu nutzen. Den Morgen untermalten drei Männerchöre, darunter die Formation des AGV. Kinder und Erwachsene erfreuten sich am Nachmittag beim Eisstock-Fass-Schießen. Bei dieser besonderen Erfindung gilt es, einen Stock auf einem mit Schmierseife eingeriebenem Brett in eine Tonne zu lenken. Insgesamt wurde das Waldfest gut angenommen, auch wenn die Zahl der Besucher anfangs nicht ganz so groß wie in den vergangenen Jahren war. Hier können einige Feiertagsausflügler in punkto Wetterfestigkeit den Chören durchaus etwas abgucken.

Quelle: op-online.de

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