Ein Chorleiter, der kräftig trimmt

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Verstärkung aus dem musikalischen Umkreis holte sich der katholische Kirchenchor „Cäcilia“ für sein Weihnachtskonzert, mit dem das Ensemble gleichzeitig seinen 120. Geburtstag feierte.

Münster ‐ „Wir haben am Samstagmorgen und am Nachmittag nochmal fünf Stunden geprobt“, erzählt Theodor Grimm, Vorsitzender des katholischen Kirchenchores „Cäcilia“. Er weiß, dass die Erwartungen an die Sängervereinigung im Ort hoch sind. Von Michael Just

Dafür haben wir in den letzten Jahren selbst gesorgt“, sagt der ehemalige Vorsitzende des Sängerkreises Dieburg und erinnert an das große Mozartkonzert vor zwei Jahren, das Singspiel „Jedermann“ im vergangenen Jahr oder das fast vierstündige Musical „Anatevka“, dass der Chor vor wenigen Jahren zum Gemeindejubiläum einstudiert hatte. Mit ihrem jüngsten Weihnachtskonzert in der katholischen Kirche wollen die Sänger diesen Leistungen nicht nachstehen, erst recht nicht, da der Chor seinen 120. Geburtstag feiert.

Chor feiert 120.Geburtstag

Allein wegen des Jubiläums ist deshalb Großes zu erwarten: Dem trägt der Chor Rechnung und stellt sich ein eigenes Orchester mit 20 Musikern aus dem Umkreis zusammen. Dazu sind noch vier Solisten engagiert worden. Chorleiter Norbert Müller, der als Musiklehrer in Darmstadt tätig ist, nutzte bei deren Verpflichtung seine vielfältigen Kontakte. Bereits beim großen Mozartkonzert hatte das Ensemble auf einen Stab von professionellen Musikern aus Darmstadt zurückgegriffen. Das hat seinen Preis: 15 Euro kostet für das Jubiläumskonzert der Einlass ins Gotteshaus. Vielen Münsterern scheint das nicht zu hoch: Schon im Vorverkauf wird der Chor einen Großteil der Karten los, die restlichen gehen an der Abendkasse weg, so dass rund 350 Besucher die Reihen füllen.

Trotz des vollen Hauses decke der Chor mit den Einnahmen die Kosten des Konzerts, die mit einem hohen vierstelligen Euro-Betrag zu Buche schlagen, nicht vollständig ab, ergänzte Grimm.

Schwieriges Weihnachtskonzert

Zum Programm gehörten Stücke von Max Reger, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Joseph Haydn und Georg Friedrich Händel. Der unbestrittene Höhepunkt ist die „Böhmische Hirtenmesse“ von Jakub Jan Ryba, die mit einer Dauer von rund 45 Minuten so aufgebaut ist, dass sie mit Kyrie, Gloria, Graduale, Credo, Offertorium, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei einen Gottesdienstablauf darstellt. Stimmlich unterstützt wird der Münsterer Kirchenchor vom Singkreis aus Babenhausen. Bei den Solisten bietet „Cäcilia“ mit Karl-Josef Schledt und Susanne Müller zwei begabte Sänger aus den eigenen Reihen auf.

Nach dem großen Auftritt macht sich Erleichterung unter den Ensemblemitgliedern breit. Theodor Grimm weiß, warum: „Das Kirchenjahr fordert uns mit unzähligen Auftritten, etwa zu Ostern, Pfingsten, Fronleichnam und vielen anderen Feiertagen.“ Da ist die Zeit knapp, um sich auf ein großes Ereignis wie das Weihnachtskonzert vorzubereiten: „Immer wieder muss aus aktuellen Gründen etwas liegen bleiben.“ Dass das schwierige Weihnachtskonzert trotzdem gelang, führt der Münsterer auf den Chorleiter zurück: „Norbert Müller trimmt uns ganz schön“, erzählt Grimm lachend und ergänzt: „Ich habe zwar schon viele Chorleiter kennengelernt aber so genau sind nicht alle.

Quelle: op-online.de

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