Clementine muss dran glauben

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Gut gelaunt: Ilony Dony hat ihr ganzes Heim mit ihren farbenprächtigen Werken verziert.

Münster ‐ Wenn man ihr Zuhause betritt, sieht man gleich: Hier wohnt eine Malerin. Nicht nur, dass nahezu alle Wände mit ihren farbenprächtigen Werken geschmückt sind, auch angefangene Bilder stehen bei ihr nicht etwa fernab in einer Kammer, sondern mitten im Wohnzimmer. Von Jasmin Frank

„Dann sehe ich sie immer vor mir und kann in Ruhe darüber nachdenken, was ich noch verändern möchte“, schmunzelt Ilona Dony, die zugibt: „Eigentlich bin ich mir nie sicher, ob ein Bild wirklich fertig ist. Ich bin einfach nie vollkommen zufrieden.“

Deshalb ist es für die Hobby-Malerin besonders schön, wenn ihre Bilder den Betrachtern gut gefallen, wie es auch bei der Ausstellung „Kunst zwischen der Kerb“ der Fall war. „Ich habe ja eine sehr breite Palette, male alle möglichen Motive und auch mit verschiedenen Farb- arten. So ist für viele Besucher etwas dabei, das ihnen gefällt und ich selbst muss mich nicht festlegen und bleibe flexibel“, so Dony, die seit acht Jahren in Münster lebt.

Obwohl das noch keine allzu lange Zeit ist, hat sie gerade über den Künstlerkreis schon viele Freunde gefunden und fühlt sich in ihrem neuen Heim richtig wohl. Ihrem Mann Bernhard geht es genauso und auch Katze Clementine hat sich schon ausreichend Münsterer Terrain erobert. „Sie will ich als Nächstes malen, denn ich bin ein großer Katzen-Fan“, erzählt die Künstlerin, die derzeit noch ein Blumen-Stillleben für ihren Nachbarn fertig stellt.

Sie malt die Bilder und er hängt sie auf

Ob Tiere, Blumen oder Landschaften, ihr ist jedes Thema recht. „In der letzten Zeit habe ich besonders viel Obst und Gemüse gemalt. Aber auf unserem Kunstkalender für 2011 habe ich eine Ansicht der Schafe, die zwischen Altheim und Münster weiden, beigesteuert“, erzählt sie zufrieden. Auch ein wunderschönes Mädchen mit Stricknadeln in den Händen hat sie bereits gemalt, auch wenn sie an dem gelungenen Werk doch noch etwas auszusetzen hat. „Die Mundpartie könnte wirklich noch besser sein, dafür sind die Hände aber sehr gut geworden“, meint sie kritisch und der Ehemann lacht: „Ja, dafür habe ich ja vorher deine Hände in genau dieser Position fotografiert, damit du sie besser abbilden kannst.“

Überhaupt sind die beiden ein eingespieltes Team, sie malt die Bilder und er hängt sie auf – ganz gleich ob zu Hause oder in der Ausstellung. Da gibt es viel zu tun, probiert Ilona Dony doch auch immer wieder neue Techniken aus. „Am liebsten male ich mit Ölfarben, aber derzeit zeichne ich sehr viel mit dem Bleistift. Ich habe auch schon Aquarelle gemalt oder mit Pastellkreide gearbeitet“, informiert die Autodidaktin, die sich ihre Kenntnisse über Bücher und Kurse selbst angeeignet hat. „Wie die meisten, die sich das Malen selbst beibringen, habe ich immer viel abgemalt. Jetzt will ich endlich kreativer werden und ganz eigene Ideen auf die Leinwand bringen“, freut sich die passionierte Reiterin und ihre Augen glänzen.

Gerade erst hat sie sich in einem Kreativkurs näher mit Malmethoden ohne Pinsel, dafür mit Gabeln, Eiskratzern und Spachteln befasst und dafür Acrylfarbe verwendet. „Jetzt muss meine Clementine dran glauben: Ich habe sie ja schon mit Bleistift gezeichnet und nun will ich sie einmal ganz abstrakt darstellen“, plant Dony. Bei so viel Enthusiasmus gehen ihr die Ideen nicht aus und ihre Energie steckt sie auch in einen kleinen Malerkreis der Ausstellungsteilnehmer, der sich monatlich in Altheim trifft. Dort tauschen sie sich aus, geben einander Tipps oder malen einfach in geselliger Atmosphäre. Damit ist eines sicher: Auch die nächste Ausstellung „Kunst zwischen der Kerb“ wird wieder spannend.

Quelle: op-online.de

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