Bei Cocktails kickern

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Die Jungs und Jugendpflegerin Kristina Löbig haben ihren Spaß am Kicker.

Münster (jas) ‐ Tischkicker, Billard und frisch gebackene Pizza: Was kann sich ein Jugendlicher mehr wünschen? Wohl nicht viel und das alles gibt es im Münsterer Jugendzentrum, also direkt vor der Haustür.

„Ich komme regelmäßig hier her, weil es so viele Spiele gibt. Meine Freunde sind auch dabei und wir spielen zusammen am liebsten Billard“, erzählt der kleine Michael begeistert. Doch der junge Mann kommt nicht nur zu den mehrmals wöchentlich stattfindenden offenen Treffs, sondern auch zu den besonderen Events des Juz. „Manchmal grillen wir oder basteln. Toll finde ich aber, dass wir noch eine Wii-Party machen werden“, freut sich der Zehnjährige.

Das Programm kommt offensichtlich gut an und das freut nun wiederum die Jugendpflegerin Kristina Löbig: „Wir haben uns als Team in der Gemeinde neu gefunden und planen nun gemeinsam, wie wir mehr Kinder und Jugendliche hierher locken können. Momentan kommen in der Regel gut 15 Kinder zwischen zehn und 18 Jahren zu uns.“

Kathrin und Therese Pryk lassen sich im Juz mit alkoholfreien Cocktails verwöhnen.

Ein kleines Manko dabei ist, dass es sich vorwiegend um männliche Besucher handelt. Offensichtlich ist es ein Problem, Mädchen dazu zu bewegen, sich in einen Projektbereich vorzuwagen, in dem Jungen in der Überzahl sind. „Wir planen deshalb, nach den Sommerferien Angebote speziell für Mädchen in unser Programm aufzunehmen und auch einen Raum hier im Juz ganz für sie zu reservieren“, informiert Löbig.

Dass der weibliche Nachwuchs aber durchaus an dem Treffpunkt interessiert ist, wurde am Tag der offenen Tür deutlich, zu dem das Team der Jugendpflege eingeladen hatte. Doch es war keine in Münster aufgewachsene junge Dame, die sich mutig hervortat, sondern eine Zugezogene. „Wir sind schon oft hier vorbeigefahren und ich hatte mir schon öfter überlegt, mal zu kommen. Heute ist natürlich eine gute Gelegenheit, unverbindlich hereinzuschauen“, erzählt Kathrin Pryk, die ihre Mutter Therese als Verstärkung mitgenommen hat. Beide trinken an der Theke leckere alkoholfreie Cocktails und plaudern angeregt mit den Betreuern. „Mir gefällt es richtig gut, ich werde bestimmt mal mit ein paar Freundinnen zusammen herkommen. Erst recht, wenn es Angebote für uns gibt, zum Beispiel etwas zum Thema Beauty“, meint die 14-Jährige.

Ganz so einfach ist es für das engagierte Team aber nicht, ein laufendes Programm auf die Beine zu stellen, sind doch wegen der knappen kommunalen Kassen die Mittel stark gekürzt worden. So bleibt das Juz in den Sommerferien komplett geschlossen, da die Betreuer für die Ferienfreizeiten gebraucht werden. „Für die Kinder, mit denen zu Hause niemand etwas unternimmt, ist das natürlich schade“, meint Löbig.

Öffnungszeiten: Dienstags 15 bis 18.30 Uhr, donnerstags 17 bis 21 Uhr, samstags 18 bis 21 Uhr.

Termine: Grillabend am 22. Juni ab 15 Uhr, Unkostenbeitrag 1 Euro; Wii-Party am 26. Juni ab 18 Uhr.

Dennoch hat die Gemeinde sich für das Juz engagiert und Bürgermeister Walter Blank, der am Tag der offenen Tür auch auf einen Sprung vorbei kommt, erzählt: „Ich war als Heranwachsender zwar nicht in einer solchen Einrichtung zu Gange, bin aber in der katholischen Jugend aktiv gewesen, da hatten wir auch unseren Treffpunkt, in einer kleinen Hütte. Deshalb war uns in Münster die Erhaltung des Jugendzentrums auch so wichtig und wir haben vor einigen Jahren 70 000 Euro investiert, um es umzubauen.“

Während er schon zum nächsten Termin eilt, machen es sich die Kinder und Jugendlichen gemütlich und entspannen noch ein wenig auf der Couch, bevor es an die Arbeit geht: Das Abendessen, die Pizza, wird heute nämlich selbst gebacken. Na dann, guten Appetit.

Quelle: op-online.de

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