Wer sorgt für Strom auf dem Dach?

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Schmierereien über der Kunst an der Kulturhalle - auch sie wollen entfernt sein.

Münster - Wie es sich in den Ausschüssen bereits abzeichnete, herrscht (fast) Einigkeit unter Münsters Gemeindevertretern über eine umgehende Sanierung des Dachs der Kulturhalle. Von Thomas Meier

Doch wartete die CDU zur Entscheidung in der jüngsten Parlamentssitzung mit einem Zusatzantrag auf, der zuvor nicht zur Debatte stand. Anstatt in Eigenregie eine Photovoltaikanlage auf einen Teilbereich der riesigen Dachfläche am Abtenauer Platz aufzubringen, solle der Gemeindevorstand die Verpachtung an einen privaten Investor prüfen, der dann eine solche Anlage aufstellt und betreibt.

Klar, dass diese Neuerung Diskussionsstoff bot und auch Anlass für eine 15-minütige Sitzungsunterbrechung war – und bei der Abstimmung später für eine Überraschung sorgen sollte.

Mit dem Dach allein ist es nicht getan. Die Außentreppen an der Kulturhalle sind marode und Mauern feucht.

Udo Beutler von der Union brachte den Zusatzantrag ein. Er erinnerte an die lange zum Nichtstun verdonnerte Zeit, da wegen der Gewährleistung die Gemeinde ihre Rechte vor Gericht einklagen musste und während dieses Verfahrens keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden durften. Bislang seien also nur notdürftige Reparaturen erfolgt, um noch größere Schäden für die Halle zu vermeiden und den Betrieb aufrecht zu erhalten. Doch im Zuge der konkreten Reparaturplanungen sei von den Fachleute nicht nur die Aufbringung einer neuen Wärmedämmung zur energetischen Optimierung empfohlen worden, sondern eben auch die Installation einer Photovoltaikanlage. Hier greife nun der Erweiterungsantrag der Union: Die Verwaltung solle die Möglichkeit einer Verpachtung prüfen: „Dies hätte zur Folge, dass der Haushalt der Gemeinde nicht mit den Kosten der Erstellung einer solchen Anlage belastet wird.“

CDU lässt nach Photovoltaik-Betreiber suchen

Die Kosten für die Maßnahme seien im laufenden Haushalt bereits bereitgestellt, die weiteren Mittel von 72 000 Euro möge man außerplanmäßig etatisieren, so Beutler.

Zwar freue es die SPD, dass sich die Union bei diesem Projekt plötzlich für eine energetisch nachhaltige Sanierung einsetze, anders als beim Haus der Kinder, versetzte Klaus Bulang der CDU für die Genossen einen Seitenhieb. Doch bat er wie der Fraktionschef der Alternativen Liste Münster und Altheim (ALMA), Gerhard Bonifer-Dörr, um eine Sitzungsunterbrechung zur Beratung.

Danach bekundeten die Oppositionsfraktionen, sie trügen den Unions-Erweiterungsantrag „zähneknirschend“ mit, wenn die Suche nach einem Investor bis 30. Juni befristet bliebe, um keine weiteren Sanierungsverzögerungen zu riskieren. Beraten werde solle die Angelegenheit nochmals im Bau- und Planungsausschuss. Letztlich kam noch die Frage, warum man die Gemeinde nicht selbst Geld verdienen lasse mit einer eigenen Photovoltaikanlage.

Zahlreiche weitere Bausstellen an der Halle

Die Abstimmung verlief nun überraschender Weise nicht so einstimmig, wie man nach der einmütigen Debatte hätte vermuten können. Ausgerechnet ein CDU-Fraktionsmitglied votierte gegen den Unionsantrag, der Rest des Parlamentes trug ihn mit.

Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die leidige Sanierung der „Guten Stube“ Münsters die Parlamentarier beschäftigen wird. Selbst wenn das Dach wirklich irgendwann einmal dicht sein sollte, gibt es mittlerweile zahlreiche weitere Baustellen an der Halle, die 1994 gebaut wurde. So sind Schäden an den Außentreppen zu reparieren, deren Stahlinnereien ebenfalls unter der Nässe gelitten haben, teilweise sitzt Feuchtigkeit auch in Wänden und, und, und...

Dass jetzt auch Graffitisprayer ihr Unwesen am Mauerwerk trieben, kommt noch erschwerend hinzu.

Quelle: op-online.de

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