Dach nicht zu reparieren

Münster ‐ Die Sanierung der Gersprenzhalle, die dem Kreis und der Kommune Münster gehört, wird um rund 40 Prozent teurer als nach erster Kalkulation geplant, soll nun 2,6 anstatt 1,8 Millionen Euro verschlingen. Von Thomas Meier

Wie Erster Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann auf Nachfrage erklärt, sei man davon ausgegangen, für nötige Brandschutzmaßnahmen 1,2 Millionen Euro ausgeben zu müssen, den Rest habe man für energetische Sanierung eingeplant. Doch nachdem Fachleute jetzt das Hallendach geöffnet hätten, habe man sehen müssen, „dass da brandschutztechnisch nichts zu reparieren ist“, so Fleischmann. Das Dach müsse komplett neu ausgebaut werden, was das Gesamtprojekt entsprechend verteuere.

Dies betrifft zwar auch die Gemeinde Münster, doch den Löwenanteil der Kosten zahlt der Kreis. Zwischen ihm und der Gemeinde ist vereinbart, dass der Landkreis als Schulträger der benachbarten Schule auf der Aue zwei Drittel der Sanierungskosten übernimmt, die Gemeinde ein Drittel. Die Gemeinde war also bisher mit 600.000 Euro dabei. In diesem Anteil steckten auch 400.000 Euro aus dem Konjunktur-Programm. Nun muss die Gemeinde tiefer in die eigene Kasse greifen und etwa 870.000 Euro zahlen. Die Drittelregelung bleibe wohl bestehen, abschließende Gespräche stünden dazu aber noch aus, betont Fleischmann.

Nun muss es dennoch rasch gehen. Der Kreis braucht die Halle dringend für den Schulsport und die Gemeinde will das Dach über dem Foyer an den Betreiber einer Photovoltaikanlage vermieten. Dem pressiert es, denn eine weitere Absenkung der Stromvergütung ist ins Auge gefasst, der er noch zuvor kommen will.

Die Zügel behält der Landkreis während der kompletten Sanierung allein in seiner Hand. Mit Einverständnis der Gemeinde. Die geteilten Eigentumsverhältnisse liegen in der Geschichte der Gersprenzhalle begründet. Als die Schule auf der Aue vor 25 Jahren neu gebaut wurde, stieg die Gemeinde mit ins Boot. Üblicherweise gehört zu einer Schule auch eine Sporthalle, für die dem Kreis damals das Geld fehlte, wie sich Münsters Bürgermeister Walter Blank erinnert. „Die Kommune wiederum hat Platz für ihre Vereine gesucht“, erzählt Blank. Also bauten Kreis und Kommune gemeinsam und nutzen bis heute einträchtig die Halle. Die Belegung außerhalb der Schulzeiten obliegt der Gemeinde.

Die Liste der Arbeiten ist lang: Die Dachhaut wird erneuert, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Foyers installiert, die Blechfassade wird einschließlich Dämmung ausgetauscht, ebenfalls ausgewechselt werden zwei Drittel der Riegelfassade.

Quelle: op-online.de

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