Dachsanierung der Kulturhalle vor Abschluss

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Die letzten Bahnen der neuen Kunststoffhaut auf dem Dach der Münsterer Kulturhalle werden gespannt. Ende der Woche soll das jahrzehnte lang undichte Werk endlich wirklich den Regen abhalten und nicht durchtropfen lassen.

Münster - 1994 am Abtenauer Platz erbaut, erwies sich Münsters „Gud Stub“ bis heute als nicht ganz dicht. Allen Versuchen zum Trotz, die Kulturhalle trocken zu bekommen, kamen die Verantwortlichen bislang vielmehr vom sprichwörtlichen Regen stets in die Traufe. Von Thomas Meier

Und auch nachdem der jahrelange Rechtsstreit um Baumängel an der Halle Ende 2010 mit einem Vergleich beendet worden war, sollte es noch lange dauern, bis sich endlich Handwerker ans trocknende Werk machen konnten. Ende des Monats soll die Zeit des Aufstellens von Eimern unterm tropfenden Dach nun endlich der Vergangenheit angehören.

Rund 620 000 Euro wird die Gesamtsanierung der Kulturhalle am Ende kosten, jetzt flossen erst einmal 300 000 Euro allein fürs Dach. „Die anvisierten Kosten konnten gehalten werden“, sagt Michael Mierzowski, Leiter der Bauleitplanung in der Gemeinde. Auf dem undichten 2200 Quadratmeter großen Aluminiumdach wurde dafür eine 18 Zentimeter starke Wärmedämmung aufgebracht und eine begehbare Kunststoffhaut darüber gezogen. Ursprünglich sollte dieses Werk um etliches teurer ausfallen, man habe es schließlich per Ausschreibung günstiger umsetzen können, sagt Mierzowski.

Tropfen auf den heißen Ausgabenstein

Nur einen Tropfen auf den heißen Ausgabenstein dürfte dabei die Pacht eines Dieburger Unternehmens sein, das 3000 Euro gezahlt hat, um für die kommenden 20 Jahre eine Photovoltaikanlage auf 150 Quadratmetern der Dachfläche zu betreiben. Dieses Unterfangen drohte anfangs zu scheitern, da sich zunächst kein Interessent auf eine Ausschreibung meldete. Die Gemeindevertreter hatten gar zwischenzeitlich erwogen, eventuell selbst eine Stromerzeugungsanlage aufs Dach stellen zu lassen. Doch für diese Investition rund 67 000 Euro Kredit aufzunehmen, erschien dann doch nicht wirklich zukunftsorientiert und wirtschaftlich.

Eine Feier wird’s zur abgeschlossenen Dachsanierung nicht extra geben, zuviele Nachfolgearbeiten stehen am Abtenauer Platz noch an. Da ist zunächst einmal das durch die jahrelangen Wasserschäden in arge Mitleidenschaft geratene Parkett zu behandeln. Es muss komplett geschliffen und versiegelt werden. Viel Geld wird die Ertüchtigung der Brandmeldeanlage verschlingen, neue Rauchabzüge müssen eingezogen werden. Und auch die Sicherheitsbeleuchtung der Kulturhalle wird komplett erneuert. Eine Erweiterung schließt sich in Ermangelung von dafür benötigten Ersatzteilen aus – die würden schon lange nicht mehr hergestellt, sagt Mierzowski.

Schließlich steht dann auch noch eine Ausbesserung der Außenfassade an. Noch in diesem Jahr, so glaubt man in der Verwaltung, werden diese Arbeiten erledigt sein.

Quelle: op-online.de

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