Ein Jugendpfleger für zwei Gemeinden

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Sozialpädagoge Dennis Rühl ist seit 2011 Jugendpfleger im doppelten Einsatz.

Münster/Eppertshausen - In den Monaten, in denen Dennis Rühl die Ferienfreizeit für Eppertshausen plante, hatte er mehr Ordner in seinem Auto als in seinen Büros. Zum Glück fährt er einen Kombi. Von Katharina Hempel

Der 30-Jährige ist seit Beginn des vergangenen Jahres Jugendpfleger für zwei Gemeinden. Für Münster und Eppertshausen.

„Am Anfang war es schon schwer, neu zu sein in zwei Kommunen, in zwei Rathäusern. Und zwei neue Chefs zu haben und zwei Büros“, erinnert sich der Sozialpädagoge an seine ersten Monate. „Aber abgesehen von der Zusammenarbeit der Gemeinden, ist Sozialarbeit etwas, das Zeit braucht“, fügt er hinzu. Dennis Rühl blieb entspannt und mittlerweile ist er gut eingearbeitet. Der Aufwand ist allerdings nicht weniger geworden. Beschlüsse für den Gemeindevorstand schreibt er zweimal. Um nicht im Terminchaos der beiden Gemeinden zu versinken, spricht er sich doppelt ab. Mit seinen Kollegen und seinen Vorgesetzten in Münster und Eppertshausen.

Zufrieden mit der Arbeit des Jugendpflegers

Und die sind laut Bürgermeister Carsten Helfmann zufrieden mit der Arbeit ihres Jugendpflegers im doppelten Einsatz: „Die Verantwortung, wie er seine Zeit aufteilt , liegt bei Herrn Rühl. Da reden wir ihm nicht rein. Hauptsache: Unterm Strich stimmt es.“

Und das tut es. „Ich habe eine feste Struktur, sodass ich immer jeweils zwei Tage in Münster und Eppertshausen bin. Aber der Ort beeinflusst nicht die Themen, die ich gerade bearbeite“, beschreibt Dennis Rühl, wie er seine Woche organisiert. Seine Abende sind unter der Woche auch verplant. Da bietet er Sprechstunden an oder offene Treffs für Jugendliche.

Die meisten seiner Ordner hat der Sozialpädagoge mittlerweile wieder aus dem Kofferraum geräumt und zurück ins Regal gestellt. Den Großteil der Planungen für die Münsterer Ferienspiele und die Eppertshäuser Ferienfreizeit hat er abgeschlossen.

Offen für Kinder aus beiden Gemeinden

Beide Sommerprogramme sind offen für Kinder aus beiden Gemeinden. „Wir haben vorher eine Bedarfsanalyse gemacht, um einzuschätzen, was den Eltern wichtig ist: Ganztagsbetreuung oder verschiedene Angebote an Aktivitäten. In Münster gibt es das eine, in Eppertshausen das andere. Die Eltern suchen sich aus, was ihnen am besten passt.“

Drei Kinder aus Eppertshausen wurden in Münster angemeldet, acht aus Münster kommen nach Eppertshausen zur Ferienfreizeit. Ob Kinder oder Jugendliche, Austausch zwischen Kommunen ist längst keine Theorie mehr. „Wir kommen mit der Öffnung der Jugendarbeit zwischen den Gemeinden dem nach, was die Jugendlichen sowieso schon tun“, sagt Dennis Rühl dazu.

Quelle: op-online.de

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