Dicke Bäuche und „undichte“ Damen

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Bunt, fröhlich, frech: So war der Kappenabend „bei de Moosrobber“. Auf dem Bild ist die Trachten- und Folkloregruppe zu sehen, die mit ihrem farbenfrohen Auftritt im Fetzenkostüm alle Blicke auf sich zog.

Münster ‐ Der Einladung zum Kappenabend „bei de Moosrobber“, also der Wandergesellschaft „Frisch-Auf“, waren an die 100 feierlustige Münsterer gefolgt und sie wurden mit einem bunten Programm belohnt. Von Jasmin Frank

Auch wenn der Vorsitzende Karlo Roßkopf in kürzester Zeit noch umdisponieren musste, weil sowohl der Alleinunterhalter als auch einer der Hauptredner ausgefallen waren, so wurde der Abend dennoch ein Erfolg. Für Musik sorgte Wanderernachwuchs Sascha Mathy und auch Vorträge gab es jede Menge zu hören, darunter Jacob Heckwolf, der mit seiner Rede „De’ Bauch is’ immer im Weg“ kurzfristig einsprang. Um den Kampf mit der Figur ging es auch bei Mechthild Haus, die nicht nur durch den Abend führte, sondern auch eine Rede zum Thema „Eine Frau, die versucht abzunehmen“, hielt.

Witzig und einfallsreich zeigten sich Christine Ullmann und Edith Braun, die mit großen Koffern als „zwei Bahnreisende“ auf die Bühne kamen. Sie gaben sich als zwei Frauen von gänzlich unterschiedlichem Bildungsgrad, die sich über Schiller unterhielten. „Schiller war Dichter“, erklärte die eine Reisende und ihre Sitznachbarin fragte nach, was er denn gedichtet habe. „Die Jungfrau von Orleans“, wurde ihr erklärt, woraufhin sie erwiderte: „Ja, war die denn undicht?“ So ging es weiter und auf die Frage, ob sie denn wenigstens die Räuber kenne, meinte die wenig belesene Bahnfahrerin nur: „Meinen sie die Herren vom Finanzamt?“

Auch ein schwungvoller Tanz der Trachten- und Volkstanzgruppe wurde gezeigt, bei der sich die Tänzerinnen in fetzige Kostüme gehüllt hatten. Auf dem Programm stand zudem ein Neuzugang bei der Wandergesellschaft „Frisch-Auf“: Renate Göring stand erstmals auf der Bühne und unterhielt ihr Publikum unter dem Motto „Die große Reform“. Stolz konnte der Vereinsvorsitzende Karlo Roßkopf darauf sein, denn Göring ist noch gar kein Mitglied, will aber eines werden, fühlt sie sich doch bei dem aktiven Verein äußerst wohl.

„Ich wandere sehr gerne, mache das aber eben gerne mit anderen Menschen gemeinsam und nicht alleine. Hier bin ich in einer geselligen Runde und es macht mir Spaß, mit den Vereinsmitgliedern etwas zu unternehmen“, meinte die rüstige Dame, die es vor sieben Jahren nach Münster verschlagen hat. Bis in den späten Abend feierten die Wanderer so miteinander und zu guter Letzt lud die Musik noch zum Tanz ein.

Quelle: op-online.de

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