Diskothek in Münster

Tropical steht zum Verkauf

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Nie mehr eine Diskothek? Das Tropical-Gelände am Ortsrand von Münster steht zum Verkauf.

Münster - Vor ziemlich genau einem Jahr waren sie noch „voller Energie“, wie Nadine und Mirko Niebel sowie Tanja Sahm damals im Gespräch mit unserer Zeitung sagten. Das Trio trat an, um die traditionsreiche Münsterer Diskothek Tropical zu erhalten. Von Jens Dörr

Die Niebels und Sahm wollten als Pächter das frühere Flair bewahren, das Tanzlokal allerdings „peppiger, moderner und sauberer“ machen. Aus dem angestrebten Betrieb ab Herbst 2012 wurde trotz emsig voranschreitender Renovierungsarbeiten allerdings nichts. Nun könnte die Geschichte der Diskothek zu Ende gehen: Das Tropical steht zum Verkauf.

„Vermietung wäre aber auch denkbar“

Die gesamte Immobilie, deren Herzstück das Diskoareal ist, die aber auch ein verpachtetes Bistro („Stadtwache“) sowie Wohnungen enthält, soll für 630.000 Euro an den Mann gebracht werden. Das Gebäude in der Friedrich-Ebert-Straße, verkehrsgünstig am Ortsrand Richtung Altheim gelegen und von den Parkplätzen der Kulturhalle profitierend, habe laut einer 2009 durchgeführten Schätzung allerdings einen Wert von 880.000 Euro – die zwischenzeitlichen Renovierungen noch nicht einmal einkalkuliert, wie das Angebot in einem bekannten Immobilienportal im Internet ausführt.

Eigentümer ist Lothar Mohr, für den der Dieburger Makler Eberhard Vogel die Immobilie verkaufen will. „Eine anständige Vermietung wäre aber auch denkbar“, sagt Mohr. Ihm ist der Wunsch nach einer langfristigen Lösung für den größten Teil des Gebäudes anzuhören. Unabhängig vom Fortgang werde die Stadtwache weiterbetrieben, so Mohr.

Immobilie auf neue Art genutzt?

Das restliche Wohn- und Geschäftshaus, das 1985 erbaut wurde, befindet sich auf einem 2000 Quadratmeter großen Grundstück. Wohn- und Geschäftsfläche betragen derweil 800 Quadratmeter – Erd-, Ober- und Dachgeschoss addiert. Zum Bistro gehört eine Zwei-Zimmer-Wohnung im Obergeschoss, zum Dachgeschoss eine 181-Quadratmeter-Wohnung, in der der einstige Diskothekenbetreiber wohnte. Diese Wohnungen können künftig unabhängig vom Geschäftsbereich gemietet werden.

Makler Vogel schlägt unterdessen vor, die einstige Diskothek müsse nach Kauf nicht zwingend als solche weiterbetrieben werden, sondern könne auch als „Sitz mit Werkstatt und Lager“ eines Handwerkunternehmens dienen. „Das ist allerdings nur ein Vorschlag“, betont Vogel. Die Mieteinnahmen aus dem Bistro sowie der kleinen dazugehörigen Wohnung könnten zudem bei der Finanzierung des Kaufs genutzt werden.

Besitzer Mohr stellt heraus, dass es ihm prinzipiell egal sei, ob die Immobilie in der bisherigen Form oder auf neue Art genutzt werde. Nadine Niebel als auch ihr Mann Mirko und Tanja Sahm, die das Tropical zugunsten des Erhalts der Münsterer Diskotradition mit neuem Leben füllen wollten, hauptberuflich aber anderweitig tätig sind, werden ihre einstigen Pläne wohl nicht mehr in die Tat umsetzen, wie Mohr verdeutlichte.

Welche Chancen gibt es noch?

Schon im vergangenen Jahr hatten die drei auf der Homepage des Tropicals informiert, dass sich wegen des „Überprüfens diverser Verordnungen“ und „Versäumnissen in der Vergangenheit“ die Arbeiten verzögern würden. Nötig waren vor allem umfangreiche Arbeiten am Brandschutz. Der Knackpunkt für den Verzicht sei aber die ungewisse künftige Nutzung des Obergeschosses gewesen. Bis heute sei der eingereichte Bauantrag nicht genehmigt.

Die Frage aller Fragen: Welche Chancen gibt es noch, dass im Tropical bald wieder Partys veranstaltet werden? Zumindest in der Zeitung lesen möchte Lothar Mohr seine Antwort darauf nicht. Allerdings: Alle Fans dürfen noch Hoffnung auf ein Wiederaufleben haben. Hinter den Kulissen wird auf vielversprechende Weise gearbeitet, obgleich bislang weder in Sachen Verkauf noch Betrieb etwas fix gemacht wurde.

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Quelle: op-online.de

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