DJK-Fastnachtssitzung

Von Obama zu Tante Katharina

+
Stürmischen Beifall erhielt das Kinderballett (Leitung: Marina Peter und Manuela Mach) für seinen Tanz als „Außerirdische“.

Münster - Ein begeisterungsfähiges Publikum in der mit 400 Besuchern ausverkauften Halle in Kombination mit einem liebevoll gestalteten und mit humoristischen Höhepunkten gespickten Programm – das sind die Zutaten, die die Kostümsitzung der DJK Blau-Weiß Münster zu einem närrischen Erlebnis der Extraklasse werden lassen. Von Matthias Grimm

Kaum ein Auge blieb trocken, als die blauweißen am Samstag ihren Sitzungsreigen eröffneten. Das Präsidenten-Team Nicole Erdmann und Achim Schledt führte mit viel Witz und Schlagfertigkeit durch die Sitzung, die von der Tanzgruppe „Techtelmechtel“ mit einem Schwarzlichttheater eröffnet wurde. Schon als der Elferrat vom Orchester des Musikvereins 1914 Münster auf die Bühne geleitet wurde, sprangen die Zuschauer auf und klatschten lautstark mit. Sie machten damit klar und deutlich: Wir haben heute richtig Lust aufs Fastnacht feiern.

Als „Kanzlerkandidat“ der Liste 11 trug Jörn Müller das Protokoll vor, in dem er das Geschehen in der großen und lokalen Politik gekonnt auf die Schippe nahm. Forsch war sein Wahlkampfmotto „Vergesst Obama – jetzt kommt Jörn“, aber es kam bestens an.

Wehwehchen der 95-jährigen „Tante Kathrina“

Nicole Erdmann mimte eindrucksvoll ihre Tante.

Nicole Erdmann stellte mit viel Mimik und Gestik die Wehwehchen der 95-jährigen „Tante Kathrina“ dar. Den Prosavortrag mit hessischem Einschlag hätte die bajuwarische Komikerin Monika Gruber auf bayrisch kaum besser machen können.

Mit Standing Ovations belohnte das Publikum den Dialog zweier „älterer Herren“ beim Entenfüttern. Während der eine Senior viel über die neuen Medien sinnierte, beschränkte sich der andere auf die „Äppler-App“. Beide waren sich während ihrer lustigen Blödeleien einig: „Äbbel – find ich gut“.

Als Mann von Sellemols verabschiedet sich Norbert Günther in dieser Fastnachts-Kampagne endgültig aus der Bütt. 55 Jahre prägte er die Münsterer Fastnacht, wobei der schnelle Reimvortrag sein Markenzeichen war. Mit solchem Stil glänzt er auch in diesem Jahr. Was alles auf der Pirsch passieren kann, berichtete Matthias Matheis. Viel Kokolores kommt einem Jäger vor die Flinte, wenn er auf dem Hochsitz der Dinge harrt – der Prosavortrag sprühte vor Witz und Komik.

Temperamentvolle Tanz- und Musikdarbietungen

Der Musikverein geleitete den Elferrat auf die Bühne.

Die DJK-Sitzung ist garniert von temperamentvollen Tanz- und Musikdarbietungen. Stürmischen Beifall erhielt das Kinderballett (Leitung: Marina Peter und Manuela Mach) für seinen Tanz als „Außerirdische“. Bereits im 33. Jahr steht das Männerballett (weibliche Leitung: Carmen Schwarzer) auf der Bühne, und mit Norbert Kurth ist sogar noch ein Gründungsmitglied dabei. In dieser Saison zeigen sie als Wikinger mit Schildern und Schwertern rhythmische Bühnenpräsenz.

Klassisch startet der Tanz der Präsidentengarde (Leitung: Anja Wolf und Kristin Oestreicher), bevor die Darbietung mit vielen modernen Elementen aufwartet. Beim Auftritt der Showtanzgruppe „Pan i Pani“ wird es heiß auf der Narrenbühne – das Ensemble weiß als „Feuerwehr“ zu moderner Musik tänzerisch zu überzeugen. Das Frauenballett „Feen“ (Leitung: Steffi Seft und Irma Katzenmeyer) hingegen bringt in diesem Jahr mexikanische Rhythmen ins hessische Münster.

„Suff meets Orchestra“

„Suff meets Orchestra“ ist das Motto der Band „Hinnergassebuwe“, die mit Blechblasinstrumenten, Pauken und Becken inzwischen in Münster zum Kult geworden sind. Sie präsentierten dem begeisterten Publikum in bewährter Manier ein Medley aus vielen bekannten Hits.

Dem Auftritt der „Siebenschläfer“ liegt in diesem Jahr die Sendung „Zum Blauen Bock“ zu Grunde. Die DJK-Band singt dabei durchweg deutsch und alles dreht sich – natürlich – um den Äbbelwoi. Die Texte stammen aus der Feder von Achim Schledt.

Die Siebenschläfer leiteten mit ihrer Show das große Finale der stimmungsvollen DJK-Sitzung ein. Alle Mitwirkenden kamen nochmals auf die Bühne und holten sich ihren verdienten Applaus ab. Am kommenden Wochenende geht es weiter im fastnachtlichen Reigen in „Minster“, wenn die nächsten Sitzungen der DJK „Blau-Weiß“ auf dem Programm stehen.

Quelle: op-online.de

Kommentare