Höchstsumme von 200.000 Euro vom Förderausschuss bewilligt

Doch noch EU-Mittel fürs Arthaus

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Was lange währt: Jetzt fließen doch noch EU-Gelder für die dringend notwendige Arthaus-Sanierung.

Münster - Vor zwei Jahren lehnte die damalige CDU-Mehrheit in der Gemeindevertretung das Arthaus-Konzept und damit auch EU-Fördermittel zur dringenden Sanierung des denkmalgeschützten Altheimer Rathauses ab.

Jetzt fließen nach einigen Kraftanstrengungen doch noch die Mittel. Bürgermeister Gerald Frank hatte sich unverdrossen für die Subventionen der Europäischen Union stark gemacht – mit Erfolg: „Der Förderausschuss hat den Zuschlag für 200.000 Euro gegeben“, informierte gestern das Rathaus.
Dem Erhalt des altehrwürdigen Moller-Baus und ehemaligen Altheimer Rathauses, das seit 2015 das Arthaus ist, steht nichts mehr im Weg. Die Gelder, die zur Sanierung des Gebäudes zugesagt wurden, werden, wenn auch mit reichlich Verspätung, fließen. „Damit können wir unser historisches Erbe bewahren und vor allem für alle Altheimer zugänglich halten“, sagte Frank.

Noch vor zwei Jahren lief eine Mittelzusage der LEADER-Förderung ins Leere. Die damalige CDU-Mehrheit in der Gemeindevertretung lehnte das Konzept ab und verhinderte damit die Auszahlung der EU-Mittel. Die veränderten Mehrheiten nach der Kommunalwahl ermöglichten, dass ein erneuter Antrag der SPD-Fraktion zur Unterstützung des ARThaus-Konzepts von der Gemeindevertretung verabschiedet wurde. Damit war der Weg frei für einen erneuten Förderantrag.

Der Bürgermeister musste vor dem Förderausschuss den Antrag verteidigen und die Zusage geben, dass die Gemeinde mit ihrem Eigenanteil von 160.000 Euro die Maßnahmen umsetzt. Diese waren bereits im Haushalt 2017 eingeplant und bewilligt. „Ich hätte nicht geglaubt, dass wir zum zweiten Mal die Förderhöchstsumme von 200.000 Euro zugesprochen bekommen“, sagte Frank, aber das Konzept habe im Ranking des Förderausschusses an erster Stelle der vorgeschlagenen Projekte gestanden.

Die unermüdlichen Aktivitäten der Arthaus-Aktivisten hätten vor dem Förderausschuss gute Argumente geliefert. Das Arthaus hat sich seit Frühjahr 2015 zu einem Zentrum für Kunst, Kultur und Begegnungen entwickelt, das aus Münster nicht mehr wegzudenken ist und Aufmerksamkeit aus dem ganzen Landkreis auf sich zieht. Mit ambitionierten Projekten und Veranstaltungen leistet der Verein Kunst und Kultur Münster-Altheim einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt – und lockt auch Besucher weit über die Gemeindegrenzen hinaus an. Damit das auch in Zukunft so bleibt, dafür sorgt nun der Zuschuss. Saniert wurden bereits das Dach und das Türmchen, das seit ein paar Monaten im neuen Glanz aus der Höhe strahlt.

Allerdings wurde noch ohne EU-Zuschuss saniert. Aufgrund des maroden Daches konnte das Votum des Förderausschusses beim zweiten Anlauf nicht abgewartet werden. Sonst hätte das Haus durch eindringende Feuchtigkeit erheblichen Schaden genommen. Insgesamt 109.000 Euro hat die Gemeinde in die Erneuerung des Daches einschließlich Dachgebälk, Deckenlochreparatur und Turmspitze sowie Brandschutzauflagen investiert.

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Mit der EU-Förderung und den Eigenmittel der Gemeinde ist nun der Weg für die weitere Sanierung frei. Fenster und Fassade müssen erneuert werden, hinzu kommen Arbeiten im Innern, im Bereich Sanitär, Heizung und Energie. Insgesamt sind Kosten in Höhe von rund 330.000 Euro veranschlagt.

„Das Arthaus ist eine einzigartige Konstellation für Münster und ein echter Glücksfall für Altheim“, betont Frank. Bereits jetzt habe es eine hohe soziale und kulturelle Bedeutung. Als Begegnungsstätte werde es dazu beitragen, die denkmalgeschützte Bausubstanz des alten Moller-Baus auf Dauer zu bewahren. „Die Erhaltung des Hauses wird sich auch langfristig positiv auf die Gemeinde und die gesamte Region auswirken“, ist Frank überzeugt.

Den Kontakt zum Förderausschuss habe er gehalten und immer bestätigt bekommen, dass das Projekt dort hoch angesehen sei. Aber besonders freute sich Frank für die Kunsthaus-Aktiven um die Vorstandsmitglieder Kristin Wicher, Roger Rigorth und Max Petermann: „Mit der Förderung werden die anspruchsvolle Arbeit des Vereins und sein bürgerschaftliches Engagement gewürdigt.“ (tm)

Quelle: op-online.de

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