Wo Dornröschen „Rosa“ heißt

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Das stimmungsvolle Finale der Weihnachtsaufführung von „Dornröschen“: Phil (Sebastian Groh) und Rosa (Michelle Bornhöft) schaukeln durch die mit Rosenblättern gefüllte Luft.

Altheim ‐ „Ich dachte, du kommst nie wieder. Es kam so plötzlich“, sagt der erwachsene Phil zu Rosa, seiner Freundin aus Kindertagen, mit der er durch dick und dünn gegangen ist. Doch mit 15 Jahren gab es einen Bruch in der Freundschaft der beiden und keiner weiß mehr so recht, warum. Von Ellen Jöckel

Im Theaterstück zur Weihnachtsfeier der Altheimer Regenbogenschule, bei der jeder der rund 150 Schüler zum Einsatz kam, drehte sich alles um Liebe und Freundschaft. Als Grundlage diente den Lehrern Max Petermann und Angela Müth das Grimmsche Märchen „Dornröschen“, um daraus symbolträchtige Versatzstücke für die Geschichte zu entlehnen.

So stand beispielsweise die Dornenhecke für die Trennung. Mit Holzstäben umrankt von Papierrosen schlugen schwarz gekleidete Kinder im Takt auf den Boden und bildeten damit eine undurchdringliche Barriere um Dornröschen.

Zur Weihnachtsfeier wird regelmäßig das Foyer der Regenbogenschule in ein Theater umgewandelt: In der Mitte stehen die vielseitig einsetzbaren Bühnenteile und drum herum sitzen oder stehen die Zuschauer. Die Schauspielrollen übernahmen wie in jedem Jahr die beiden vierten Klassen. „Ungewöhnlich in diesem Jahr war, dass alle 40 Viertklässler eine Rolle übernehmen konnten, da das Stück so viele Figuren hat“, sagt Max Petermann. Beim Schreiben von Briefen auf der Grundlage von Texten der Schriftstellerin Astrid Lindgren sei aufgefallen, dass insbesondere Liebesszenen die Lieblingstextstellen der Schüler waren. „Als die Kinder die Texte vortrugen, haben sie das ganz lässig genommen, ohne das typische Gekichere“, berichtet Petermann. Das sei dann der Anlass gewesen, Liebe und Freundschaft zum Thema des Stücks zu machen. Viele Texte und ausgedachte Rollen von Schülern seien ins Theaterstück miteingeflossen. „Die Kinder haben ‚Ich-mag-dich-Briefe‘ geschrieben, die sie im Stück vortragen. Oder sie sollten sich Gedanken darüber machen, was der Grund für den Bruch von Rosa und Phil gewesen sein könnte“, erzählt Petermann.

Nach dem Entwurf des Grundgerüsts war es Aufgabe der einzelnen Lehrer, eine für ihre Klasse passende Szene auszuwählen und einzuüben. „Jeder Kollege entwickelt seine Szene dann weiter“, erklärt Angela Müth. Natürlich durfte in der „Musikalischen Grundschule“ der Einsatz von Klängen, Rythmik und Bewegung nicht fehlen: Fetzige Lieder wie „Freunde wie wir“ oder „Küssen verboten“ oder anmutige Tänze machten die Aufführung auch für die auf ihren Einsatz wartenden Klassen sehr kurzweilig.

Begleitet wurden sie dabei von dem professionellen Gitarristen Rolf Bussalb, der selbst Vater einer Regenbogenschülerin ist. Den Gesamtblick für die musikalischen Einsätze hatte Musiklehrerin Julia Häfner. Um die Tontechnik kümmerte sich Steffen Huther, Vater einer Schülerin. Drei Wochen wurde gebastelt, getanzt, gesungen und gespielt. Das Ergebnis der guten und arbeitsintensiven Zusammenarbeit begeisterte viele Eltern und Verwandte, die zur vorweihnachtlichen Darbietung gekommen waren. Nach einem stimmungsvollen Finale, bei dem Phil (Sebastian Groh) und Rosa (Michelle Bornhöft) zum Nena-Hit „Irgendwo, irgendwie, irgendwann“ auf Schaukeln durch die mit Rosenblättern gefüllte Luft schwangen, feierten alle Beteiligten gemeinsam mit dem Publikum bis in den Abend hinein.

Quelle: op-online.de

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