Von Dramen beim Christbaumkauf

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Der Trend geht zum Zweitbaum - auch Johanna Steinmetz kauft gleich zwei Exemplare, wobei ein Christbaum für ihre Tochter bestimmt ist.

Münster - Der Kauf des Weihnachtsbaumes steht jedes Jahr ins Haus, doch für viele Menschen kommt die Anschaffung anscheinend doch immer wieder überraschend und so eilen sie in letzter Minute los. Von Jasmin Frank

„Zu mir kommen oft noch an Heilig Abend Kunden und wollen ganz schnell noch einen Baum haben. Sie sind dann meistens gereizt, schauen kaum, was sie nehmen und wollen den Preis noch stark drücken“, erzählt Bernd Poleretzky, der neben dem Gelände der FSV Münster sein „Weihnachtsbaumparadies“ betreibt.

Doch das Argument, was am Weihnachtsabend noch vorhanden ist, komme ohnehin auf den Müll und könne deshalb günstiger abgegeben werden, zieht beim Experten nicht, der informiert: „Zum einen kalkulieren wir optimal, so dass nur wenige Bäume stehen bleiben und die kommen in den Zoo, damit auch die Elefanten eine kleine Freude haben.“

Die meisten Bäume werden am Samstag vor Heilig Abend erworben

Hochkonjunktur hat er jedoch gerade jetzt: Die meisten Bäume werden am Samstag vor Heilig Abend erworben. Damit waren auch Josef und Johanna Steinmetz voll im Zeitplan, doch auch wenn sie am Tag des größten Ansturms auf der Suche nach einem geeigneten Baum waren, hatten sie doch noch große Auswahl: Sie waren in aller Frühe gekommen.

„Uns ist es wichtig, in Ruhe auswählen zu können. Wir wollen einen Baum, der gleichmäßig gewachsen ist. Wenn wir schon heute ein besonders schönes Stück mit nach Hause nehmen, haben wir zudem genug Zeit, ihn bis zum Weihnachtsabend zu schmücken“, erzählt Johanna Steinmetz. Bei dem Münsterer Paar ist es der Mann, der schmückt, seine Gattin assistiert. „Wir nehmen jedes Jahr den selben Schmuck, perlmuttfarbene Kugeln, dazu kommen ein paar Strohsterne, kleine Figuren und die Lichterkette, es soll nicht überladen sein“, freut sich das Paar über die Tradition.

„Der Trend geht überhaupt zum Zweitbaum“

Doch als sie sich für einen Baum entschieden haben, geht die Suche noch einmal los: Auch die Tochter will versorgt sein und bekommt eine Nordmanntanne mitgebracht. „Der Trend geht überhaupt zum Zweitbaum. Oft kommen die Kunden und nehmen erst einmal einen Baum mit, dann erscheinen sie ein paar Tage später noch einmal hier und holen einen Zweiten, zum Beispiel für die Terrasse“, informiert Poleretzky.

Nicht immer läuft die Suche so harmonisch ab, wie beim Ehepaar Steinmetz: Der Kauf eines Baumes kann durchaus zu Streit führen und im Beziehungsdrama enden. „Erst letzte Woche gab es einen großen Disput zwischen einem Paar, das sich nicht entscheiden konnte und schließlich ist der Mann wutentbrannt davongelaufen. Die Frau blieb zunächst zurück, hat aber dann doch nichts gekauft, sondern ist hinter ihrem Partner hergeeilt, um ihn zu beruhigen“, verrät der Weihnachtsbaumverkäufer schmunzelnd. Häufig kommen auch Familien gemeinsam und entscheiden mit dem Nachwuchs, welcher Baum der schönste ist, doch für die Steppkes wird vor allen Dingen eines wichtig sein: was letztendlich am Heiligen Abend unter dem Baum an Geschenken vorzufinden ist.

Quelle: op-online.de

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