Drei Grundstücke sind schon verkauft

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An die Schaufeln: Unter Beobachtung und Applaus einiger Gäste ging der Spatenstich auf dem Neubaugebiet „Am Mäusberg“ über die Bühne.

Münster - Ende November 2006 war es, als die CDU-Fraktion mit Bürgermeister Walter Blank einen Antrag für einen Bebauungsplan zur Errichtung von Passivhäusern „Am Mäusberg“ einreichte. Von Michael Just 

Am Dienstag erfolgte nach rund zweieinhalbjähriger Vorbereitung der Spatenstich für die Erschließungsarbeiten der Kanäle, Straßen und Wege und somit der Startschuss für die geplante „energieeffiziente Wohnsiedlung“. Die (städte)baulichen Planungen sind so optimiert, dass die Häuser ohne Heizung auskommen. Durch modernste Technik, etwa bei der Gebäudehülle oder der solaren Wärmegewinnung, herrschen in den sogenannten „Passivhäusern“ sowohl im Winter als auch im Sommer behagliche Temperaturen.

Auf dem rund 1,5 Hektar großen, gemeindeeigenen Areal sollen in den nächsten Jahren zwölf bis 15 Einfamilien- und Doppelhäuser mit rund 20 Wohneinheiten entstehen. Sie sind eingebettet in eine gemeinschaftliche Grünanlage. Mit nur zwei Stichstraßen und der größtmöglichen Verwendung wasserdurchlässiger Materialien soll ein natürliches Versickerungssystem entstehen, das kaum versiegelte Fläche aufweist. Dem Baugrund von 8 400 Quadratmeter stehen insgesamt 3 800 Quadratmeter Grünfläche gegenüber. Der Kaufpreis wird von der Gemeinde mit 50 Euro pro Quadratmeter gefördert, so dass dieser für 285 anstatt für 335 Euro zu erwerben ist. Damit liegt man deutlich unter dem gängigen Verkehrswert der Gemeinde.

Dass Münster mit dem jüngsten Spatentstich die Nase vor anderen Kommunen hat, freut Blank natürlich: „Das Pilotprojekt beweist einmal mehr, wie zukunftsorientiert in unserer Gemeinde gehandelt wird“, sagte der Verwaltungschef nicht ohne Stolz. Bis auf eine ähnliche Initiative in Kranichstein sei ihm keine andere Kommune im Kreis bekannt, die das energie- und umweltbewusste Bauen auf diese Weise in die Wege leite. Laut Blank habe man davon abgesehen, das Projekt an einen Großinvestor zu übertragen, so dass Privatpersonen als Bauherren fungieren: „Damit erhoffen wir uns eine Förderung der regionalen Handwerker und Architekten.“

Drei Grundstücke sind bereits verkauft

Der Bebauungsplan sieht als wichtigste Grundlage die Reduktion des Energiebedarfs und die Verminderung des CO2-Ausstoßes der Neubauten vor. Bei der Gestaltung des Gebietes wurde deshalb auf eine Nord-Süd-Ausrichtung der Gebäude zur optimalen Sonnenenergienutzung geachtet. Die Gebäudeproportionen sollen eine breite Südfassade und solaroptimierte Dachneigungen auszeichnen. Wie der Bürgermeister erklärt, sind bereits drei Grundstücke verkauft und ein weiteres reserviert. Die Unterzeichnung weiterer Verträge soll bis Oktober erfolgen, wenn die Erschließungsarbeiten abgeschlossen sind. Für die Schaffung der nötigen Infrastruktur (ohne Endausbau) nimmt die Gemeinde rund 260 000 Euro in die Hand.

Laut Blank trägt die „energieeffiziente Wohnsiedlung“ „Am Mäusberg“ weiter zur innerörtlichen Entwicklung bei und bietet den neuen Bauherren eine hohe und moderne Wohnqualität. Und auch eine überregionale Bedeutung sei mit der Fokussierung auf den Klimaschutz verbunden. „Jede Gemeinde kann sich glücklich schätzen, wenn sie ein solches zukunftsweisendes Baugebiet anbieten kann“, so sein Fazit. Auf diese Weise lasse sich der Umweltschutz sowie die neuen Technologien im Wohnungsbau unterstützen. Auch bleibe man im Wettbewerb der Kommunen untereinander konkurrenzfähig.

Beim Spatenstich ließ es das Rathausteam nicht an Detailgenauigkeit mangeln: Sogar die belegten Brötchen, die es zum kleinen Umtrunk gab, trugen das Bio-Siegel.

Quelle: op-online.de

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