Thilo Becker verabschiedet sich aus der Altheimer Jugendfeuerwehr / Zum Dank gab es eine Ehrenmedaille

„Ein ganz besonderes Hobby“

Brachte sich 19 Jahre lang in der Altheimer Jugendfeuerwehr ein und wurde für seine Verdienste mit der Ehrenmedaille der Hessischen Jugendfeuerwehr in Silber ausgezeichnet: Thilo Becker. -   Foto: jd

Altheim -   Nach 19 Jahren macht Thilo Becker in Altheims Jugendfeuerwehr Schluss. Er appelliert, Kinder und Jugendliche für die Arbeit der Feuerwehr zu begeistern. Letztendlich dient es dem Brandschutz – und mehr. Von Jens Dörr

Das „Abschiedsfoto“, wenn man es mal so nennen mag, findet natürlich am Feuerwehr-Stützpunkt in Altheim statt. Es ist jener Ort, an dem Thilo Becker in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen wesentlichen Teil seiner Freizeit verbracht hat. 19 Jahre lang gehörte der 29-Jährige der Altheimer Jugendfeuerwehr an. Seit 2006 war er dort Ausbilder, seit 2013 fungierte er zudem als Jugendfeuerwehrwart. Aus familiären und beruflichen Gründen wirkt er künftig „nur“ noch als Schriftführer des Feuerwehrvereins mit. Auf dem Familienabend der Wehrleute aus Münster und Altheim erhielt er für seine Verdienste die Ehrenmedaille der Hessischen Jugendfeuerwehr in Silber. Und hinterlässt seinem Nachfolger Marcel Weihert ein bestelltes Feld.

„Jugendfeuerwehr war und bleibt für mich ein besonderes Hobby“, sagt Becker. Es handele sich dabei um mehr als „nur“ Feuerwehr; vielmehr werde einem eine gesellschaftliche Verantwortung zuteil. In die wuchs der Altheimer, der gerade zum ersten Mal Vater wurde, mit der jungen Familie nach Lengfeld gezogen ist und in diesem Jahr sein Polizeistudium beenden wird, über diverse Stationen hinein: Im Januar 1999 trat er in Altheims Nachwuchswehr ein, machte ab 2001 als Beisitzer im Jugendausschuss und ab 2002 als Schriftführer mit. Zwei Jahre später begann er als 17-Jähriger bereits damit, jüngere Kameraden auszubilden. 2007 wurde er stellvertretender Jugendfeuerwehrwart, sechs Jahre später schließlich erster Mann in Altheims Jugendfeuerwehr.

Aktuell besteht Altheims Jugendfeuerwehr aus einem Dutzend Mitglieder, die im Schnitt 13,5 Jahre alt sind. Die Unterrichtsbeteiligung liegt bei 77 Prozent, bezogen auf Theorie- und Praxisunterrichte sowie Abende der allgemeinen Jugendarbeit im Feuerwehrhaus im Herzen des Ortsteils. Das Veranstaltungsjahr inklusive Teilnahme an Begegnungen mit anderen Jugendwehren des Landkreises, an Übungen, am Altheimer Hauptstraßenfest, am Kerbumzug oder vielfältigen Tagesausflügen zeugt von einer lebendigen Gemeinschaft. „Ich habe in meiner Jugendfeuerwehr-Zeit feststellen dürfen, wie wichtig es ist, dass ein Team funktioniert und dass alle an einem Strang ziehen“, sagt Becker. Was er in Altheim gegeben sieht – und zum Abschied dennoch auch ein wenig mahnt.

Denn die Gesellschaft werde in seinen Augen „immer komplizierter, Demokratieverständnis, soziales Engagement und Sozialkompetenz geraten mehr und mehr in Vergessenheit“. Die Jugendfeuerwehr wisse derlei allerdings zu vermitteln, findet er. Sein Appell: „Ganz wesentlich steht dabei letztlich auch die Sicherstellung des Brandschutzes in unserer Gemeinde im Mittelpunkt.“ Es gehe aber um noch viel mehr.

„Eben wegen dieser Bedeutung muss den Jugendfeuerwehren nahezu unabdingbare Unterstützung zuteilwerden. Jeder von uns ist gefragt, eigene Kinder, die Kinder von Freunden und Verwandten oder auch Nachbarn dazu zu motivieren, sich in den Jugendfeuerwehren und später in den Feuerwehren zu engagieren.“ Beim ersten eigenen Kind von Thilo Becker stehen die Vorzeichen dafür bestens.

Quelle: op-online.de

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