Eins werden mit dem Bogen

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An den Jugendkulturtagen der Gemeinde beteiligten sich unter anderen die Schützen von Waidmannsheil. Sigrid Vollhardt (zweite von links) zeigt wie‘s geht.

Münster - Jeder, der schon mal mit Pfeil und Bogen geschossen hat, kennt das Gefühl. Am Wochenende ereilte es auch die zwölfjährige Daniela: „Irgendwie fällt es mir schwer, den Pfeil loszulassen“, sagt die junge Münsterin, während sie mit Ausdauer den Bogen spannt. Von Michael Just

„Man hat Hemmungen im Kopf und glaubt, dass gleich etwas passiert, was man nicht möchte“, entgegnet Jugendtrainerin Sigrid Vollhardt mit einem Lächeln. Da die Quintessenz dieses Sports aber fliegende Pfeile sind, lässt die Schülerin dann doch los.

Samstag und Sonntag ließ sich der Münsterer Schützenverein „Waidmannsheil“ kennenlernen. Er beteiligte sich am Samstag zuerst an den Jugendkulturtagen der Gemeinde. Insgesamt fanden sich dazu fünf Interessenten, zwei Jungs und drei Mädchen, ein. Die hatten sich vorher angemeldet, um eine Stunde das Bogenschießen und zwei Stunden das Luftgewehr auszuprobieren. Am Sonntag waren beim Tag der offenen Tür dann alle Altersgrenzen willkommen, die Disziplinen des Vereins zu entdecken. Damit kam Waidmannsheil der Idee des Deutschen Schützenbundes nach, mit einem „Wochenende der Schützenvereine“ in eigener Sache zu werben. Intensiver und fast als Workshop präsentierten sich aber die Jugendkulturtage, an deren Ende eine Teilnahmebescheinigung in Form einer kleinen Ehrung stand.

Jugendabteilung der Bogenschützen mit zehn Mitgliedern

Derzeit zählt die Jugendabteilung der Bogenschützen zehn Mitglieder. Auf Oliver Petri ist man besonders stolz: Er holte kürzlich den Vize-Hessenmeister-Titel nach Münster. „Das ist eine tolle Leistung, weil es das Bogenschießen erst seit 2008 bei uns gibt“, sagt Vollhardt. Für die Kreismeisterschaft in wenigen Tagen in Hassenroth gehen die Robin Hoods vom Münsterer Höllenberg erneut mit sechs Schützen in die Wettkämpfe. Zum Bogenschießen sind Ruhe, Kraft und Konzentration nötig. Deshalb werden viele Entspannungs- und Konzentrationsübungen gemacht. Die größte Herausforderung ist oft die richtige Haltung. Der Körper muss mit Pfeil und Bogen eine Schießlinie bilden. Geschieht das nicht, tut’s oft im Rücken und im Nacken weh. Dabei merkt der Schütze meist selbst, dass er seine Haltung korrigieren muss. Der Nachwuchs bei den Münsterer Bogenschützen trainiert zweimal wöchentlich zwei Stunden. Im Winter geht‘s in die Halle nach Altheim. Dort ziehen ab 2014 dunkle Wolken auf: War die Halle bisher frei, erhebt die Gemeinde dann ein Nutzungsentgelt. Gerechnet wird mit 400 bis 500 Euro. Für den Verein viel Geld, weshalb Vollhardt ankündigt, nochmal das Gespräch zu suchen.

Auf die gute Stimmung hatte das bei den Jugendkulturtagen keinen Einfluss. Durch einen Flyer, den die Gemeinde an den Schulen verteilte, wurde Isabelle Wistuba (12) aufmerksam. „Bogenschießen ist cool und anstrengend zugleich“, zieht die Schülerin ein erstes Fazit. Auch sie hat Probleme, den Pfeil loszulassen. Obwohl sie bisher noch in keinem Verein Mitglied ist und ihr das Bogenschießen Spaß macht, will sie sich den Eintritt bei den Schützen nochmal überlegen.

Fiona (11) ist da schon weiter: Nachdem sie in einem Zeltlager bereits gute Erfahrungen mit Pfeil und Bogen gemacht hat und sich auf einer Kirmes reichlich Spaß an einem Schießstand anschloss, darf sich Waidmannsheil wohl bald auf ein neues Mitglied am Höllenberg freuen.

Quelle: op-online.de

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