Eintopf für Abfallsucher

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Rund 700 Kilogramm Müll trugen rund 60 Teilnehmer der Aktion „Sauberhafter Frühlingsputz“ am Samstag in Münster und Altheim zusammen, hier präsentiert von einem Teil der Sammler auf dem Rathausplatz.

Münster ‐ „Es ist unglaublich, was hier alles herumliegt: Jede Menge leere Flaschen, obwohl der Mülleimer direkt daneben steht“, empörte sich Jan Stemme von der Fraktion Alternative Liste Münster und Altheim (ALMA) am Samstagvormittag. Von Ellen Jöckel

Ausgerüstet mit Greifzange und Müllsack war er zusammen mit 60 weiteren freiwilligen Helfern dem Aufruf der Gemeindevertretung Münster zu einem „Sauberhaften Frühlingsputz“ gefolgt.

Eingeladen waren nach Aussage von Conny Gardner von der Gemeindeverwaltung alle Vereine, Fraktionsmitglieder und Gruppen in Münster. Gekommen waren vor allem Mitglieder von „Geocaching“, die mit 35 Teilnehmern (vor der Christlichen Gemeinde mit 15) den Löwenanteil ausmachten. „Geocaching“ ist eine moderne Form der Schnitzeljagd, bei der per GPS-Navigationsgerät versucht wird, Schätze zu finden.

„Ich freue mich, dass einige neue Leute zur Aktion gekommen sind. Enttäuscht bin ich darüber, dass wir aus den Vereinen nur wenige mobilisieren konnten“, äußerte sich ALMA-Vorsitzender Thomas Lay. Ebenso unzufrieden über die mangelnde Bereitschaft vor allem von Seiten der Gemeindevertretung zeigte sich Elisabeth Happel von der SPD-Fraktion: „Insgesamt freue ich mich aber, dass sich rund 60 Leute eingebracht haben“, sagte Happel, die Mitglied im Gemeindevorstand ist und kurzfristig beauftragt wurde, den erkrankten Bürgermeister Walter Blank zu vertreten.

In Kleingruppen schwärmten die Helfer aus

Am wenig frühlingshaft anmutenden Samstag hieß es für die „Geocacher“ und die anderen freiwilligen Sammler auf Mülljagd zu gehen, was sich auch ohne GPS als einfache Suche herausstellte. In Kleingruppen schwärmten die Helfer aus, um vor allen die Gräben der Ortseingangsstraßen und Grenzwege von Abfall zu befreien und wurden fündig: 700 Kilogramm Dosen, Windeln, Kleidung, Verpackung, Gläser und mehr wurden zusammengetragen und zum Rathausplatz zum Wiegen gebracht.

Für alle eifrigen Müllsammler gab es dann einen deftigen Linseneintopf mit Würstchen. Der „Sauberhafte Frühlingsputz“ ist die erste Aktion einer Sauberkeitskampagne des Hessischen Umweltministeriums, bei der Münster mit 16 Kommunen konkurriert, Hessens „sauberhafteste“ Stadt 2010 zu werden. Teilnehmende Städte sind unter anderem Bensheim, Kassel, Hanau, Gießen, Wiesbaden, Bad Nauheim und Wetzlar.

Wie kann Münster da mithalten? „Die Chancengleichheit wird durch eine Angleichung über die Einwohnerzahl gewährleistet“, erklärte Conny Gardner, die eine der Koordinatoren der Aktion in Münster ist. Am 14. April seien Angestellte Münsterer Unternehmen, aber auch Ärzte gefragt, in Arbeitskleidung einen „Sauberhaften Geschäftstag“ abzuhalten. Bei der „Sauberhaften Streetparty“ am 15. Mai sind vor allem Jugendliche aufgefordert, bei einer Müllsammelaktion mitzumachen. Kleinere Kinder können beim „Sauberhaften Kindertag“ am 10. Juni rund um ihren Kindergarten reinemachen. Für einen ordentlichen Schulweg sorgen Münsterer und Altheimer Schüler dann am 29. Juni.

Quelle: op-online.de

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