Autorin Sofie Capasso schreibt Roman

Das Ende ist noch offen

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Nach vier Büchern für Kinder entschließt sich Sofie Capasso für einen großen Schritt: Sie veröffentlicht ihren ersten Roman, eine mystische Trilogie. Sofie Capasso liebt das Meer, verbotene Lieben und fremde Welten.

Münster - Stella starrt fasziniert auf den fremden Mann, der urplötzlich im Souvenirladen ihrer Eltern auftaucht. Verlegen streicht sie sich durch ihr dichtes, blondes Haar, will gerade etwas sagen – da ist der Fremde schon wieder verschwunden. Von Corinna Hiss 

„Stella ist ein wenig so, wie ich es in meiner Jugend war“, erzählt Sofie Capasso. Groß, kurvig, manchmal einschüchternd auf Männer, so beschreibt die Autorin ihre Protagonistin in „Das Lächeln der Meere“. Dem Roman, den die Münsterer Autorin nun nach einigen Kinderbüchern veröffentlicht hat, sollen bald zwei weitere folgen, denn die Geschichte um Stella und den eindrucksvollen Fremden ist eine Trilogie. Das Buch hat zwar Parallelen zu ihrem ersten Roman „Ozeanauge“, um eine Fortsetzung handelt es sich aber definitiv nicht. Die Trilogie zeigt nur wieder, in welchem Terrain sich Capasso wohl fühlt: Mystisch soll es sein, eine Vermischung von zwei Welten, die eigentlich nicht zusammengehören und die bei Capasso doch miteinander verschmelzen.

Die 36-jährige Autorin schreibt bereits als Kind Kurzgeschichten, dass es aber mal mit einer Autorenkarriere klappt, hätte sie sich damals nicht erträumt. Für einen bestimmten Beruf will sie sich aber nie richtig festlegen. Die Ausbildung zur Werbetechnikerin bricht sie ab, arbeitet mal hier, mal dort und zuletzt als PR-Assistentin in der Computerspielbranche. Ihre Zielgruppe damals: Jugendliche und junge Erwachsene. „Genau die will ich nun auch mit meinen Büchern erreichen“, zieht die gebürtige Dieburgerin Parallelen.

„Meine Tochter war meine Inspiration“

Nachdem dann 2009 ihr zweites Kind auf die Welt kommt, denkt Capasso wieder übers Schreiben nach. „Was kommt jetzt noch?“, fragt sie sich damals und überlegt immer wieder: „Was habe ich eigentlich für Träume?“ Darauf fällt ihr nur ein Wunsch ein: ein eigenes Buch schreiben. Natürlich sind mit ihrem Traum Ängste verbunden, das Scheitern spukt anfangs oft in ihrem Kopf herum. „Aber als ich ein Mal damit angefangen habe, konnte ich nicht mehr aufhören“, sagt sie heute. Mit mittlerweile drei Kindern im Haus wagt sie sich zuerst an das heran, was ihr einfällt. Ihr erstes Buch „Lila Lockenkopf“ erzählt Geschichten, wie sie Capasso daheim mit ihrer Tochter Angelina selbst erlebt. „Sie war meine Inspiration“, erzählt sie.

Mit „Ozeanauge“ gelingt ihr der Sprung vom Kinderbuch zum Jugendroman und hinein ins Fantasy-Genre. Da sie aber nicht die nächste Werwolf- und Vampirgeschichte herausbringen will, handeln ihre beiden Romane von Meermenschen. „Ich liebe das Meer“, begründet sie ihre Entscheidung. „Ich sitze gerne am Strand, höre dem Rauschen der Wellen zu und blicke in die Ferne.“ Zum Träumen anregen soll auch Stellas Geschichte. Das 16-jährige Mädchen von der Insel Sylt erfährt, dass sie ein Halbblut ist, gezeugt von einer Meerjungfrau und einem Mann. Anders als in „Ozeanauge“ ist dies aber keine reine Liebesgeschichte, sondern auch ein Kampf zwischen zwei verfeindeten Familien, zwischen Gut und Böse.

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Im Moment schreibt sie am zweiten Teil der Trilogie, die voraussichtlich Ende des Jahres erscheinen soll. Wie das Buch ausgeht, kann sie aber noch nicht verraten: „Ich schreibe, ohne das Ende vorher zu wissen. Das entwickelt sich, wie im wahren Leben, erst mit der Zeit.“

  • „Das Lächeln der Meere“ (Aavaa-Verlag) ist über ihre Homepage erhältlich.

Quelle: op-online.de

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