Energetisch und sozial

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Die Erschließung des Baugebietes Am Mäusberg ließ sich die Gemeinde 280 000 Euro kosten. Bürgermeister Walter Blank, Planer Lutz Küllmer, Michael Mierzowski vom Bauamt und Planer Michael Schauss sind zufrieden.

Münster ‐ Einzig Gebäude, in denen ihre Bewohner äußerst sparsam mit Energie hausen müssen um wohlig drin wohnen zu können, sollen im Neubaugebiet Am Mäusberg schon bald bezogen werden. Von Thomas Meier

Die technische Erschließung des neuen, rund 1,55 Hektar großen Wohnquartiers inmitten Münsters ist jetzt abgeschlossen. Von 14 Bauplätzen konnte die Gemeinde schon fünf verkaufen, ein Passivhaus steht bereits und Bürgermeister Walter Blank ist bester Hoffnung, in zwei Jahren mit dem Endausbau des Areals beginnen zu können. Gestern besichtigte der Verwaltungschef mit dem stellvertretenden Bauamtsleiter Michael Mierzowski sowie den Planern Michael Schauss und Lutz Küllmer das Neubaugebet, in dem die Ver- und Entsorgungsleitungen liegen und die Baustraßen auf regen Andienungsverkehr warten. Der Bau moderner Einzel- und Doppelhäuser im Passivhausstandard kann beginnen.

Maximal 20 Wohneinheiten können auf den zwischen 500 und 700 Quadratmeter großen Grundstücken entstehen. Die Gemeinde, in deren Händen der Baugrund liegt, legte einen Quadratmeterpreis von 335 Euro zugrunde, gewährt jedoch gleichsam einen Bonus von 50 Euro pro Quadratmeter, weil ja ein hoher Standard verwirklicht werden soll. Drei Jahre haben Bauherren Zeit, ihre Passivhäuser zu solch günstigen Konditionen mitten im Ort zu verwirklichen, wer´s nicht schafft, verliert die Prämie.

Die beiden Planer sind voll des Lobes für die Münsterer Politiker, die solch Neubaugebiet auswiesen ließen. Besonderen Charme habe die Gliederung des Wohnquartiers in zwei Hausgruppen, die sich jeweils um einen baumbekrönten kleinen Platz ordnen, der auch die Mitte der neuen Nachbarschaft werden soll. Eine alte Weide jedenfalls spendet schon mal genügend Schatten für lauschige Gespräche übern Gartenzaun hinaus.

Die beiden Hausgruppen sind eingebettet in öffentliche Grünflächen und werden über einen Fußweg verbunden, der mit einer besonderen Treppenanlage, eingefasst von großen Granitquadern, Münsters Mäus-Berg auch erlebbar macht.

Ungewöhnliche Qualitäten sind es, die das Neubaugebiet aufweist. Einerseits innerörtlich und in zentraler Lage gelegen mit komfortabler Nähe zu Kindergarten, öffentlichen Einrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten ist das Gebiet zwischen Rathenauer Straße und Am Mäusberg auch ungewöhnlich ruhig platziert. Die ehemalige Brache wurde über die Jahre freigehalten von jeder Bebauung, um einmal dem nahen Friedhof Erweiterungsmöglichkeit zu geben, die es allerdings nicht braucht. „Ohne durchgehende Fahrstraße hat das neue Quartier zudem auch keinen Durchgangsverkehr“, preist der Bürgermeister das hergerichtete Bauareal. Das Wohngebiet wird nach Zielsetzung der Gemeinde ein beispielhaftes Pilotprojekt einer modernen Siedlungsform werden, das energetische, ökologische und soziale Elemente miteinander verquickt.

Quelle: op-online.de

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