Energiesparen: Ein paar Tipps vom Fachmann

+
Einsparmöglichkeiten von Privathaushalten: Energieberater Dieter Schneider gibt Tanja Appel ein paar Tipps.

Münster - Die Energiepreise steigen, die meisten Wohneigentümer wollen ihr Heim gegen einen hohen Verbrauch wappnen, doch sie sind verunsichert: Welches Heizsystem ist für die jeweilige Immobilie das Beste? Ist eine Außendämmung auch bei Altbauten möglich? Was muss beim Einbau neuer Fenster beachtet werden? Von Jasmin Frank

„All das sind Fragen, mit denen die Menschen zu mir kommen und ich kann sie umfassend, kostengünstig und neutral beraten“, sagt Architekt und Energieberater Dieter Schneider.

Schneider ist seit mehreren Jahren im Münsterer Rathaus für die Anliegen der Bürger rund um das Thema Energiesparen da. Der Fachmann gehört zu einem Stab von bundesweit rund 300 Energieberatern der Verbraucherzentralen, die allesamt Architekten, Ingenieure und Physiker sind. Davon sind rund 30 Fachleute in Hessen aktiv. Mithilfe ihres fundierten Wissens können sie für jeden Ratsuchenden eine individuelle Energiesparlösung anbieten. Durch die Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie erfolgt die Beratung frei von jeglichen kommerziellen Interessen. „Unsere Energieberatung steht allen privaten Verbrauchern gegen eine Kostenbeteiligung von nur fünf Euro zur Verfügung. Bei Bedarf kommen wir zur Klärung einzelner Detailfragen gegen eine Kostenbeteiligung von 45 Euro auch ins Haus“, erläutert Schneider.

Einstiegspreis häufig ein Problem

Zumeist kommen junge Paare zu ihm, die eine gebrauchte Immobilie erworben haben, die saniert werden muss. Aber auch ältere Menschen, bei deren Eigenheim der nächste Sanierungsturnus anfällt, gehören zu seinen Klienten. Junge Frauen seien dabei häufig umweltbewusster als Männer, die lieber auf altbewährte Technik setzten. „Die Anfragen sind sehr unterschiedlich, deshalb gibt es kein Patentrezept. Die meisten Personen, die zur Beratung kommen, wollen von den herkömmlichen, fossilen Energieträgern weg und hin zu ökologisch und ökonomisch sinnvollen Alternativen“, weiß Schneider, der sich schmunzelnd an die ein oder andere kleine Diskussion von Paaren in seinem Beratungszimmer erinnert.

So gibt es verschiedene Heizvarianten wie Wärmepumpen oder Pelletheizungen. Dabei gilt es, die jeweiligen Vor- und Nachteile abzuwägen. Schneider kennt die genau: „Häufig ist der Einstiegspreis ein Problem, auch wenn sich die Anlage über die Jahre amortisiert. Bei Wärmepumpen schreckt auch die Abhängigkeit vom Strom ab, bei Pelletheizungen der Lagerplatz. Dennoch ist eine Hinwendung gerade zu Zweitem häufig von Vorteil“, erläutert Schneider weiter. Doch wer Geld sparen will, der sollte nicht nur an das Heizsystem alleine denken, sondern auch an eine solide Außendämmung, die es ebenfalls in verschiedenen Varianten gibt. Angst vor Schimmelbildung muss man nicht haben, versichert der Energieberater, der dann ausführt: „Schimmel tritt viel mehr beim Einbau neuer Fenster auf, denn dann wird häufig ein neues Lüftungsverhalten erforderlich.“

Energiespartipps gelten im Großen wie im Kleinen

Tanja Appel, die einen Termin bei dem Berater wahrgenommen hat, ist von den vielfältigen Informationen begeistert: „Das Thema Energie ist ja für jeden interessant und hier bekommt man zu allen Fragen eine Auskunft, auch über den Bereich Fördermittel“, freut sie sich. Diese seien gerade im Bereich Photovoltaik interessant, ergänzt Schneider und erklärt ihr: „Die Variante ist insbesondere für Großflächen eine rentable Geldanlage.“

Nicht nur Münsterer Vereine wie die Freie Spielvereinigung haben das erkannt, auch die Gemeinde hat auf dem Hallenbad, der Gersprenzhalle und dem Bauhof entsprechende Anlagen installiert. „Prinzipiell gelten Energiespartipps im Großen wie im Kleinen. Dämmen, Nutzerverhalten und ein Blick auf den Heizkessel ist für Privathaushalte genauso wichtig wie für Unternehmen oder Gemeindeverwaltungen, allerdings summiert sich der Verbrauch: Laufen in einer Familie zwei PCs auf Standby, entstehen andere Kosten als in einer Verwaltung mit 50 Computern“, erklärt Schneider und empfiehlt Steckdosenleisten mit Abschaltmöglichkeit. Informationen zur nächsten Energieberatung im Rathaus können unter Tel.:  06071 30020 erfragt werden.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare