Bilanz nach einem Jahr

Was macht Energiewende vor Ort?

Energietisch berät nach einem Jahr zum vierten Mal und zieht vorsichtig positive Bilanz. Zum Energietisch gibt es ein positives Resümee: Die Photovoltaikanlagen auf dem Feuerwehrdach und der Kulturhalle gehören zum Plus. Facilitymanager Udo Schneider begrüßt die Neuerungen ebenfalls. Vor allem, weil nun das Hallendach auch dicht ist. - Foto: Th. Meier

Münster - Der Energietisch berät nach einem Jahr zum vierten Mal und zieht vorsichtig positive Bilanz.

Eine engagierte Gruppe von Bürgern fand sich vor einem Jahr zusammen, um gemeinsam mit Vertretern der Gemeindeverwaltung, Fraktionen, Agenda 21- Gruppe und des Naturschutzbundes ein großes Ziel zu thematisieren: Die Energiewende in Münster.

„Erneuerbare Energien sind ein zukunftsweisendes Thema, doch wie lässt sich das konkret auf die eigene Kommune anwenden?“, brachte Heinz-Willi Dubbel von der Agenda 21 und Koordinator der Initiative die Grundfrage bereits bei der Gründung im Mai 2013 auf den Punkt.

Darauf Bezug nehmend stellte er nun im Sitzungssaal des Rathauses vor, was das Team des Energietisches bisher schon auf den Weg gebracht hat: Der Kontakt zur Schule auf der Aue wurde hergestellt, um Schüler und Eltern mit dem Thema Energiesparen vertraut zu machen, eine Homepage wurde unter http://www.energietisch-muenster-hessen.de eingerichtet, die Hochschule Darmstadt hat nach ersten Gesprächen Planungen für Studien über Wasserräder im Münsterer Gersprenzgebiet aufgenommen und eine Bachelorarbeit für ein Wasserrad am Klärwerk ausgeschrieben und die Bücherei Münster hält seit einigen Wochen ein Energiesparpaket zur Ausleihe bereit.

Begradigung der Gersprenz aufgehoben

„Das alles sind erste Schritte auf einem ökologisch und ökonomisch sinnvollen Weg“, lobte Bürgermeister Walter Blank die Arbeit des Energietisches. Im Anschluss stellte Matthias Kisling, Nabu, den „Regionalplan Südhessen - Erneuerbare Energien“ vor. Thema war nach den Vorträgen externer Experten bei den vergangenen Treffen nun das Fachwissen vor Ort: Tania Appel und Gioia Meyer, die bei der Gemeindeverwaltung in den Bereichen Liegenschaften und Bauleitplanung arbeiten, zeigten auf, was vor Ort bereits alles auf den Weg gebracht wurde. Appel verwies auf die zahlreichen Renaturierungsmaßnahmen rund um Münster: Die Begradigung der Gersprenz wurde aufgehoben, so dass wieder zahlreiche Tier- und Pflanzenarten heimisch werden konnten, eine Fischtreppe ist eingerichtet worden, die Adamteiche wurden naturnah umgestaltet und den 120-jährigen Erlenbestand am Erlenbach nahm man aus der forstwirtschaftlichen Nutzung, damit er sich zu einem „Urwald“ entwickeln kann. Nicht zu vergessen ist das große Naturschutzgebiet „Hergershäuser Wiesen“, das der Gemeinde Münster bereits zahlreiche Ökopunkte eingebracht hat.

Klärwerk als Vorzeigeprojekt

Doch auch im Ort selbst wurde angepackt. In Altheim ist die Dachbegrünung gefördert und für Neubauten ist die Einrichtung von Zisternen zur Gartenbewässerung festgelegt worden. „Ein Vorzeigeprojekt ist unser Klärwerk, das komplett über ein Wärmegewinnungssystem aus Abwasser geheizt wird. Die Investition von 30.000 Euro hat sich gelohnt. Hatten wir vorher rund 8 .000 Euro Heizkosten nur für Gas, werden nun nur 3.800 Euro benötigt“, erläuterte Kilian Huther, Leiter der Kläranlage.

Meyer und Appel listeten derweil auf, was in Münster noch alles getan wurde, um Energie einzusparen: Ein Blockheizkraftwerk versorgt das Hallenbad, die John-F.-Kennedy-Schule und das Haus der Kinder mit Wärme, auf der Kulturhalle und dem Feuerwehrhaus wurden Flächen für Photovoltaikanlagen bereit gesellt, alle gemeindlichen Einrichtungen werden mit Ökostrom betrieben, das Rathaus erhielt eine Wärmedämmung, bei der Aufzugsbeleuchtung im Rathaus ist der Dauerbetrieb abgestellt, damit das Licht nur leuchtet, wenn der Aufzug auch benutzt wird, und durch energetischen Sanierungsmaßnahmen an gemeindeeigenen Liegenschaften in der Goethestraße konnte der Energieverbrauch von etwa 180 kWh im Jahr auf 75 kWh für ein komplettes Mehrfamilienhaus gesenkt werden.

„Wir haben schon viel getan und wollen noch mehr erreichen: Als nächster Schritt wird die Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen umgestellt“, informierte Blank abschließend.

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tm

Quelle: op-online.de

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