Erfolg mit Bauklötzen und Pralinen

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Nicht von der Wirtschaftskrise verschrecken lassen sich die Münsterer Jörg Heckwolf (rechts) und Markus Schuster - beide sind selbstständig.

Münster - Wer behauptet, es gebe heutzutage unter den Jüngeren keine Mutigen und Risikofreudigen mehr, irrt sich gewaltig. Denn es gehört eine Menge Mut dazu, das zu tun, was zwei Münsterer getan haben: Jörg Heckwolf und Markus Schuster haben den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Mit Spielzeug und Gebäck wollen sie ihre Kunden begeistern. Von Friedel Seib

Der Weg, den der Münsterer Markus Schuster von seiner Geburt im Jahr 1972 und der Übernahme des Dieburger Cafés Schneider nahm, ist beachtlich. Seine Lehre begann er 1988 bei Münsters nördlichen Nachbarn, in Eppertshausen. Dort war das Café Homer seine Lehrwerkstatt.

Am Ende machte er als Konditormeister die süßen Spezialitäten zu seinem Metier, war auch außerhalb Deutschlands unterwegs: Zwei Jahre lang sammelte er Erfahrungen in Spanien und der Schweiz. Danach kehrte er als Angestellter wieder in die Heimat zurück, um seinem Beruf hier nachzugehen. Doch ergänzte er sein Tagwerk schon damals um seine besonderen Interessen und Fähigkeiten und fertigte Leckereien wie Pralinen und andere Köstlichkeiten an.

Am Ende war es aber die Arbeitslosigkeit, die der entscheidende Grund für den Schritt in die Selbstständigkeit war: Seitdem kann, wen es nach Süßigkeiten aller Art gelüstet, im Café Schneider, einer Dieburger Institution, vorbeischauen. Dort, in der Stadt der Fastnachter, hat der Familienvater seit März 2008 zusammen mit Ehefrau Nicole als Pächter sein neues Arbeitsfeld gefunden.

Der Blick in die Zukunft ist positiv

In die Zukunft blickt er trotz Wirtschaftskrise positiv: „Bei der Werbung von Kunden wird die Qualitätsschiene das Entscheidende sein“, erläutert Markus Schuster. Er versucht, mit ausgefallenen Aktionen auf sich aufmerksam zu machen. Zum Beispiel handgezogene Osterhasen oder eine Schokoladenverkostung der besonderen Art. Besucher seines Cafés werden mit Sekt und 25 Sorten feinster Pralinen plus Schokoladengenüssen verwöhnt. Auch außer Haus steht Süßem nichts im Wege – jüngst haben die Landfrauen einer Nachbargemeinde dem Back- und Schokoladenhandwerk Schusters nicht wiederstehen können.

Ein weiterer mutiger Münsterer ist Jörg Heckwolf. Als der Diplom-Bauingenieur im Jahr 2006 mit dem Studium fertig war, gab es zwar eine Reihe von Jobangeboten – aber keines in der Nähe seiner Heimat. Kurzentschlossen hat sich der im Jahr 1967 geborene Münsterer mit einem Spielzeuggeschäft in der Altheimer Straße selbstständig gemacht – nicht in der Großstadt, wie mancher vermuten könnte, sondern im beschaulichen Münster. Zuletzt hat er nach umfangreichem Umbau wiedereröffnet.

Nun beschäftigt sich der gelernte Ingenieur mit Bausteinen, die ein paar Nummer kleiner sind, als die im Studium; Gebäuden und Straßen im Miniaturformat. Zahlreiche Messebesuche, Spieleschulung bei Lieferanten standen seitdem auf dem Programm – schlau machen, durchblicken, den Branchenmechanismus verstehen. „Oft ging es mir wie damals im Hörsaal“, erzählt Jörg Heckwolf.

Weitere Informationen:

www.schusters-pralinenparadies.de

www.spieltrieb.de

Im vergangenen Jahr hat er sein Ladengeschäft vergrößert, das Sortiment verbreitert: Bücher sind nun auch im Angebot. Sein Engagement als Beisitzer im Gewerbeverein Münster zeigt, dass er auch bereit ist, für andere Unternehmen im Ort da zu sein. Auch er blickt ohne allzu tiefe Sorgenfalten auf der Stirn in die Zukunft: „Das Wichtigste ist doch, dass einem das, was man den ganzen Tag über arbeitet, auch Spaß macht“, meint Jörg Heckwolf. Deswegen sieht er seine geschäftliche Zukunft positiv.

Quelle: op-online.de

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