Erinnerungen an „alte Zeiten“

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Der Schulchor sang nicht nur das Schullied, sondern trug auch gekonnt afrikanische Songs vor.

Münster - Ein halbes Jahrhundert ist eine lange Zeit und dennoch scheint sie schnell vergangen zu sein. Zumindest rasten an der Münsterer John-F.-Kennedy-Schule die Jahre nur so dahin und trotzdem hatte sich vieles verändert. Von Jasmin Frank

Bei den Rückblicken bei der Akademischen Feier anlässlich des Geburtstages der Schule war deshalb immer wieder ein Vergleich von früher bis heute aus dem Schulleben ein großes Thema.

„Früher hieß es Rechnen, heute Mathematik, und aus Heimatkunde ist der Sachunterricht geworden“, informierte Schulamtsdirektor Dieter Eitel. Bürgermeister Walter Blank erläuterte die vielen Stationen des Münsterer Schulwesens und brachte mit dem ältesten schriftlichen Nachweis über eine solche Einrichtung vor Ort die zahlreichen geladenen Gäste zum Schmunzeln: „Wir haben aus dem Jahr 1709 einen schriftlichen Nachweis – es ist eine Rechnung über Reparaturarbeiten an der Schule!“

Selbst gebastelte Glücksherzen, Lesezeichen und Schaukelclowns konnten an diesen Stand gekauft werden.

Kosten spielten an diesem Tag, der rein dem Feiern dienen sollte, keine große Rolle, trotzdem gab es als Geschenke reichlich Unterstützung von Seiten der Gemeinde, der Sparkasse Dieburg und dem Landkreis. Darmstadt-Dieburg. Zum heiteren Rückblick trug auch Schulleiterin Nicole Sabais einiges bei, indem sie eine Mathematikaufgabe im Wandel der Zeiten darstellte: „Hieß es in den 60er Jahren noch ‚Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für 50 Mark, die Erzeugerkosten betragen 40 Mark – berechne den Gewinn’, wurde daraus um 1980 ‚Ein Bauer/eine Bäuerin, die einen Sack/eine Säckin Kartoffeln/Kartoffelinnen verkauft’. Auch die Anforderungen ändern sich: So durfte statt rechnen in den neunziger Jahren wahlweise ein Bild gemalt und gesungen oder im Jahr 2000 auch mit Schülern aus anderen Kulturkreisen über die Aufgabe diskutiert werden.“

Der lustige Exkurs in die Mathematik sorgte für ebenso viel Lachen wie die kleine Geschichte, die von Pfarrer Christoph Sames und seinem katholischen Kollegen Bernhard Schüpke zum besten gegeben wurde: Es ging um einen Sohn, der in die Schule musste, der aber morgens nicht aufstehen wollte – bis der Vater seinen Spross ermahnte und sagte, er sei nun 45 Jahre alt und Lehrer und müsse nun wirklich los.

Doch nicht nur die zahlreichen Gratulanten, darunter auch Landrat Klaus Peter Schellhaas bereicherten die Akademische Feier, auch die Kinder trugen einiges zum Gelingen der Feier bei: Allen voran der Schulchor, der gleich mehrmals das Programm mit seinen fröhlichen Liedern auflockerte. Auch ein Tanz und ein englisches Musical fehlten nicht. Zudem erklärten die Schülervertreter, was ihnen an der John-F.-Kennedy-Schule besonders gut gefällt und zählten auf: „Die Freiarbeit im Unterricht, die Spielehütten, die AGs, der große Sportplatz – und die Pausen!“ Bis in den Abend hinein wurde auf dem Schulgelände dann noch der runde Geburtstag gefeiert: Zahlreiche kulinarische Köstlichkeiten verwöhnten die Besucher und die Kinder hatten beim Dosenwerfen, Slacklinelaufen und Mülltonnenrennen ihren Spaß.

Und natürlich durfte auch hier der Rückblick auf vergangene Zeiten nicht fehlen: Ein historisches Klassenzimmer konnte bewundert und auch das Schreiben mit Federn und Tinte ausprobiert werden.

Quelle: op-online.de

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