Erneuter Pächterwechsel im FKK-Club

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Noch flattern zwar die Atlantis-Flaggen im Wind, doch die Fensterläden sind rundherum geschlossen, kein Auto weit und breit – der bisherige Mieter hat das ehemalige Hotel-Gebäude verlassen.

Münster - Gerade mal eineinhalb Jahre ist es her, dass ins ehemalige Hotel Altheimer Hof ein neuer Pächter eingezogen ist – auch der alte war nur kurz im Altheimer Industriegebiet zugange. Von Alexander Klug

Nun steht bei den Besitzern – das ist nach wie vor das Ehepaar Peter und Liane Seebold – erneut ein Wechsel an: Seit rund sechs Wochen hat der FKK-Club Atlantis geschlossen, auf dem Grundstück sind Handwerker an der Arbeit.

Die Besitzer haben das Mietverhältnis mit den bisherigen Mietern beendet“, bestätigt der frühere Anwalt des Ehepaars Seebold, Cornelius Hecker. Er nennt Probleme mit den Mietzahlungen als einen der Gründe für die Entscheidung, den Vertrag zu beenden. Lange leer stehen soll das Gebäude, das Seebolds früher als Hotel betrieben haben, aber nicht: „Es gibt bereits einen neuen Mieter, der an gleicher Stelle wieder einen FKK-Club betreiben will“, meint Cornelius Hecker. Anfang oder Mitte Juni wollen die neuen Betreiber loslegen.

Auch das Münsterer Rathaus weiß über die Veränderungen im Münsterer Ortsteil Bescheid. „Ende März haben die Besitzer das bisherige Gewerbe abgemeldet“, sagt Gemeindesprecherin Nicole Mustafa. Von einem neuen Betreiber im Industriegebiet weiß sie nichts. „Es ist aber auch möglich, ein Gewerbe nachträglich bei der Verwaltung anzumelden“, führt die Rathausmitarbeiterin aus. Eine neue oder andere Genehmigung sei dafür nicht nötig, „Theoretisch kann dort schon morgen wieder ein Betrieb dieser Art aufmachen“, erläutert Nicole Mustafa.

Nach den Protesten gegen die Eröffnung des ersten FKK-Betriebs im Frühjahr 2006, als das Besitzerehepaar ankündigte, den Hotelbetrieb aufgeben zu wollen, hatte sich die Lage in Altheim schnell beruhigt – eine Bürgerinitiative war gegen das Etablissement zu Felde gezogen, auch die Gemeindeverwaltung geriet unter Druck. Seither ist es aber weitgehend ruhig geblieben, die Befürchtungen der damaligen Gegner sind nicht Wirklichkeit geworden. „Bei uns ist in der ganzen Zeit nur eine einzige Beschwerde eingegangen“, sagt Nicole Mustafa.

Dass sich etwas tut in der Nachbarschaft ist auch Peter Willweber aufgefallen. Er kümmert sich um die Billard- und Spielhalle seiner Mutter Maria, nur einen Steinwurf vom FKK-Club entfernt. „Seit etwa sechs Wochen sind die alten Mieter weg“, sagt Peter Willweber. Seitdem werde auf dem Gelände gewerkelt. Auch er habe gehört, dass ein ähnlicher Betrieb die Regie ein paar Häuser weiter übernehmen soll. Er habe nie etwas gegen den FKK-Club gehabt. „Man merkt kaum etwas davon“, sagt der Altheimer. Verglichen mit nebenan geht es bei ihm konstant zu: Sein Vater hat die Spielhalle 1965 eröffnet.

Quelle: op-online.de

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