Erst nach dem Rennen beginnt der Regen

+
Zahlreiche Zuschauer kamen zum Schwimmen.

Münster -  Deutsches Ordnungsbewusstsein: Als Andreas Kropp am Samstag kurz vor dem Start des „28. Moret-Triathlon“ seine neuesten E-Mails sondierte, fand er darin doch tatsächlich noch eine Nachricht eines Sportler, der dort seine Absage mitteilte.

Von 425 Einzelstartern ließen am Wochenende 80 Triathlon Triathlon sein und blieben trotz umsonst gezahlten Startgelds zuhause. Ein „normaler Wert“, wie Kropp anmerkte - Meldung ist eben nicht gleich Start. 345 Einzelstarter sowie 75 Athleten, die 25 Staffeln bildeten, machten sich also auf den Weg. Nur 20 Starter mussten angesichts der Strapazen von zwei Kilometern Schwimmen, 84 Kilometern Radfahren und 21,1 Kilometern Laufen aufgeben, darunter drei Frauen. Zwei Männer wurden zudem disqualifiziert. Einmal schritt laut Kropp sogar die Polizei zur Tat und nahm einen Teilnehmer aus dem Rennen - er hatte eine Verkehrsregel nicht eingehalten.

Die strenge Auslegung der Regeln durch Polizei, vor allem aber durch die vom Verband entsandten Wettkampfrichter sei verstärkt zu beobachten, so Kropp. Wo früher auch mal ein Auge zugedrückt wurde, gibt es heute eine Verwarnung. So auch am Hardt-See vor den Toren Babenhausens, wo erneut das Schwimmen stattfand: Nach den 2 000 Metern im 19,5 Grad warmen Wasser liefen dort, wo die Kleidung für die Radstrecke wartete, Athleten vereinzelt quer über die deponierten Beutel. Das ahndeten die Kampfrichter konsequent - erlaubt ist nur der Spurt entlang der Gänge.

Gruß an den Fotografen schon vor dem Rennen: Der Dieburger Sean Donnelly, der siegte und zugleich Hessenmeister wurde.

Wer Andreas Kropp, einen der Hauptorganisatoren des 28. Moret-Triathlons erwähnt, muss freilich auch viele andere nennen: Werner Haase etwa, der beim Startschuss auf einem Felsbrocken am Ufer des Hardt-Sees assistierte - und 198 weitere Helfer aus den Reihen des ausrichtenden VfL Münster. Zwei Fünftel der 500 Vereinsmitglieder brachten sich nicht nur am Samstag, sondern auch in Monaten der Vorbereitung ein. Hinzu kamen 30 Johanniter, ein Dutzend DLRG-ler, auch ein halbes Dutzend Polizisten, die samt ihrer Motorräder vor allem auf der Radstrecke benötigt wurden. Die führte nach dem Schwimmen in zwei Runden durch den nördlichen Odenwald. Hier deutete sich bereits der Start-Ziel-Sieg des Dieburgers Sean Donnelly (weiterer Nachbericht siehe Sportteil) an. Er, der einst „nur“ Schwimmer war, ehe er zum Dreikampf kam, stieg nach Zeit als Erster aus dem Wasser. Absolut gesehen waren vor ihm schon Dutzende andere Athleten aus dem Nass gekommen, was aber mit den um 20 Minuten versetzten Starts des allgemeinen Wettbewerbs und den Hessischen Meisterschaften zu tun hatte. In die Endwertung, die allerdings nochmals nach Altersklassen aufgedröselt wurde, kamen die Teilnehmer beider Gruppen.

Binnen 72 Stunden waren die Startplätze ausverkauft

Während im Fokus die Ausdauersportler standen, so gab es doch einige bemerkenswerte Randgeschichten: Wer sich fragte, weshalb beim Schwimmstart die einzige weiße Badekappe so gar nicht zu ihren Artgenossen passen wollte, erhielt die Antwort der VfL-Kümmerer: Das sei VfL-Athlet Lars Anders, der außer Konkurrenz ins Wasser ging und im See für Tempo auf den ersten Metern sorgen sollte.

Mehr als nur eine Randnotiz wert ist die Person, die neben den Gewinnern des Tages bei der Siegerehrung ausgezeichnet wurde: Gerhard Kenke. Der „Geburtshelfer“ des „Moret-Triathlon“, der sich nun ins hintere Glied zurückzieht, wurde mit einem Schlemmergutschein und Blumen aus der ersten Reihe des Traditionsereignisses verabschiedet. Wer weiß, wo der Triathlon heute ohne ihn stünde.

Der Wettbewerb, der aktuell gar nicht über die Moret führt, erfreut sich jedenfalls riesiger Beliebtheit: Als die Startplätze im Dezember 2011 für die diesjährige Auflage freigegeben wurden, waren sie binnen 72 Stunden ausverkauft. Bei der Siegerehrung, zu der in Jürgen Held auch der Präsident des Hessischen Triathlon-Verbands gekommen war, stimmte das Timing: Zwei Minuten nach ihrem Ende setzte der Regen ein. „Nur“ die Helfer beim Abbau wurden noch unfreiwillig geduscht.

Ein erfreutes Resümee zog auch Andreas Kropp: „Es war ein reibungsloser Wettkampf. Wir haben nur positives Feedback bekommen.“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare