Erst zugestochen, dann gezündelt

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So verwüstet sah der Tatort nach dem Vorfall aus.

Altheim - (jp) Mit schweren Brandverletzungen und Rauchvergiftungen ist am Montagvormittag ein 51 Jahre alter Mann mit dem Rettungshubschrauber in eine Unfallklinik gebracht worden.

Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei hatte er in seinem Einfamilienhaus im Münsterer Ortsteil gezielt mit Benzin hantiert und es angezündet. Dabei erlitt der Mann Verbrennungen zweiten und dritten Grades. Vorher hatte er seine 41 Jahre alte Ehefrau mit einem Messer angegriffen und ihr Schnittwunden beigebracht.

Die Verletzte, die aus dem Haus fliehen konnte, wurde ambulant versorgt und konnte nach kurzer Zeit das Krankenhaus verlassen. Die beiden Kinder, fünf und acht Jahre alt, waren zur Tatzeit in Kindergarten und Schule. Mit seiner Aktion hatte der 51-Jährige Teile des Hauses in Brand gesetzt. Die Feuerwehr konnte das Feuer rasch löschen und ein weiteres Ausbreiten der Flammen verhindern. Dabei wurden ein Brandschützer und ein Polizeibeamter verletzt.

Ein eindeutiges Motiv für die Tat des Mannes liegt der Polizei noch nicht vor. Massive Eheprobleme dürften Hintergründe der Eskalation gewesen sein.

Nach den bisherigen Ermittlungen hatte die 41-Jährige vor wenigen Tagen zusammen mit ihren Kindern das gemeinsame Haus verlassen und war zu ihren Eltern gezogen. Angeblich soll der Ehemann seiner Frau damit gedroht haben, sie umzubringen, sollte sie nochmals das Haus betreten.

Ermittlung wegen Verdachts der versuchten Tötung

Die Polizei erfuhr erst nach dem gestrigen dramatischen Vorfall von diesen Umständen und war vorher von keinem der Beteiligten eingeschaltet worden. Die Ehefrau kam gegen 8 Uhr in die Wohnung, um dort die Haustiere zu versorgen, wobei sie irrtümlich dachte, dass ihr Gatte nicht zu Hause und auf seiner Arbeitsstelle sei. Er stand jedoch plötzlich in der Wohnung, versperrte ihr den Weg und griff sie an. Obwohl verletzt, gelang es der Frau, weiteren Angriffen zu entkommen. Sie flüchtete auf die Straße und alarmierte von einer öffentlichen Telefonzelle die Polizei.

Die Einsatzkräfte fanden mehrere Benzinkanister und eine Terpentindose sowie Feuerzeuge im Haus. Eines davon hatte der 51 Jahre alte Mann noch bei der ärztlichen Erstversorgung in seinen Händen. Gegen ihn wird nun wegen des Verdachts der versuchten Tötung ermittelt.

Quelle: op-online.de

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