Vorabzustimmung für neue Ü3-Gruppe in Kids-Club und Bauwagen

Erstes Refugium für Kita: der Wald

Im ehemaligen Kids-Club hat der Maler begonnen, die Räume für die neue Kita-Grupper herzurichten. Fotos: Th. Meier

Altheim – Der Kindergarten Blumenkinder an der Sport- und Kulturhalle soll eine 25-köpfige „naturnahe Außengruppe“ bekommen, dies bereits ab September. VON THOMAS MEIER

Da dafür Personalkosten bereitgestellt werden müssen, wird das Projekt, das vom Gemeindevorstand eine Vorabzustimmung erhielt, in der Gemeindevertretersitzung am 2. September seinen Segen bekommen müssen.

Eile ist geboten, denn die Kitabedarfsplanung, vorgestellt im Gemeindevorstand Ende Juni, machte deutlich, dass die Kommune einen Bedarf von 80 zusätzlichen Plätzen für das Kitajahr 2019/2020 hat. Im Ausschuss für Soziales, Kultur und Vereine signalisierten die Gemeindevertreter bereits über alle Fraktionsbänke hinweg Zustimmung. Dort stellten die Leiterinnen der Kita, Ute Willert und Bettina Bethge-Vössing, das Projekt, das an zwei Standorten verwirklicht werden wird, ausführlich vor.

Möglich wird die schnelle Umsetzung – die allerdings bereits von dem die neue Gruppe betreibenden, privaten Kindergarten Blumenkinder seit Längerem vorbereitet, organisiert und bei den zuständigen Ämtern beantragt worden ist – durch die Umstrukturierungen in der Jugendarbeit Münsters. Wie Bürgermeister Gerald Frank erklärt, ist mit der Eröffnung des Jugendzentrums in den am Abtenauer Platz in Münster aufgestellten Containern Platz in Altheim frei geworden. Dort, wo der Kids-Club in Räumlichkeiten an der Sport- und Kulturhalle vor den Sommerferien noch dienstags und mittwochs Programm für Jugendliche in Altheim angeboten hatte, sind die Räume nun frei geworden. Die dafür eingestellten Jugendbetreuerinnen arbeiten nun im Juz. Und die freien Räume in Altheim sollen von den Über-Dreijährigen als Basisstation genutzt werden. Nicht nur dies: Weil eine „naturnahe Außengruppe“ entsteht, wird auch noch ein ausgebauter Bauwagen angeschafft, der im Wald in der Verlängerung der Altheimer Kirchstraße im Forst aufgestellt werden soll. Die Anschaffungskosten für den etwa 50 000 Euro teuren Wagen trägt der Betreiberverein, der Zuschüsse aus Landesmitteln dafür bekommt. „Dies belastet die Gemeinde um keinen Euro“, sagt Frank.

Doch andere Kosten müssen sehr wohl beglichen werden. Es werden maximal 25 Kinder im Alter ab drei Jahren bis zum Schuleintritt aufgenommen. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 7.30 bis 15.30 Uhr. Dadurch entstehen zusätzliche Personalkosten bei den Blumenkindern. Notwendig sind 116 Betreuungsstunden pro Woche, die mit 15 000 Euro monatlich zu Buche schlagen sowie ein Betrag von rund 15 000 Euro für die Erstausstattung der neuen Gruppe und die Renovierung des Kids-Clubs. Die Maler haben dort bereits mit ihrem Werk begonnen.

Seit 2005 existiert die Institution Blumenkinder in Altheim, seit zwölf Jahren sind ein Dutzend Krippenkinder unter drei Jahren in den Räumlichkeiten in einem eigens dafür geschaffenen Anbau an die Sport- und Kulturhalle untergebracht. Ab 2. September sollen sukzessive 25 Kinder über drei Jahre in der neuen Gruppe auf der anderen Seite der Kulturhalle im ehemaligen Jugendraum unterkommen. „Für die Betriebserlaubnis dafür waren allerhand Vorarbeiten vonnöten“, sagen Bethge-Vössing und Willet, stolz, das amtliche Siegel hierfür erhalten zu haben. Eine Handvoll Kinder ist bereits angemeldet und beim Start dabei. Mit ins Team geholt haben die Betreiber zwei Sozialpädagogen, eine Erzieherin und eine sozialpädagogische Studentin aus Darmstadt, die zwei Tage die Woche an die Uni geht und drei ihr Betriebspraktikum in Altheim absolviert. „Dies alles muss nachgewiesen werden, bevor es eine Erlaubnis für das Betreiben solch einer Gruppe gibt“, sagt Bethge-Vössing. Und freilich mussten adäquate Räumlichkeiten vorgewiesen werden. Der Kids-Club eigne sich, die Voraussetzungen seien zwar nicht optimal, aber eben noch okay.

Nun sollen die Kinder ja überwiegend naturnah – besser: im Wald – ihre Kindergartenzeit verleben, wozu der bereits ausgesuchte, aber noch nicht bestellte Bauwagen dienen wird. Fällt die positive Entscheidung im Gemeindeparlament, wird bestellt, denn die Bauzeit bis zur Auslieferung dauert drei bis vier Monate, wissen die Kita-Betreiberinnen. Der Wagen soll Rückzugsraum bei schlechtem Wetter sein, weswegen man vor Aufstellung im Forst vor Wintereinbruch hofft. „Die Kinder brauchen außerdem eine Toilette. Sie müssen sich mal setzen und essen können, wenn’s zu unangenehm draußen wird“, sagt Bethge-Vössing. Überwiegend aber gilt: Erster Aufenthaltsort ist die freie Natur. „Wald ist zusätzlicher Erzieher“, heißt es, und Willet sagt: „Wir wollen der Verhäuslichung des Spielens entgegenwirken.“ Viel Raum soll Bewegung einnehmen, dem Begreifen der Umwelt gilt das Augenmerk, ebenso allen Sinneserfahrungen.

Dass ihre neue Gruppe schnell bis auf den letzten Platz gefüllt sein wird, dessen sind sich nicht nur die Blumenkinder-Initiatoren sicher. Auch Bürgermeister Frank sagt: „Das kommt sicher bestens an.“

Quelle: op-online.de

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