Europa im Schüler-Visier

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Passend zur Fußballweltmeisterschaft gab es in der John-F.-Kennedyschule fünf Projekte mit dem Thema „Afrika“, in denen die Grundschüler unter anderem die afrikanische Tierwelt kennen lernten.

Münster ‐ „Wir Kinder aus Europa wollen lernen und glücklich sein, aber nicht allein.“ Zur Erkennungsmelodie der Eurovision sangen rund 470 Schüler der Münsterer John-F.-Kennedy-Schule bei der Abschlussfeier der Projektwoche das selbst gedichtete „Comenius-Lied“. Von Ellen Jöckel

Mit der Präsentation aller Projekte zum Thema „Andere Länder“ endete für die Grundschule auch das von der Europäischen Kommission unterstützte Austauschprogramm „Comenius“.

Zwei Jahre lang hatten sich JFK-Schüler mit Kindern von Schulen aus Luxemburg, Österreich, Polen und Ungarn Briefe geschrieben und Geschenke ausgetauscht. Außerdem reisten die Lehrer der beteiligten Klassen in die jeweiligen Länder, um das Schulsystem der Partnerschulen sowie die Landeskultur kennen zu lernen und sich mit den Partnerlehrern auszutauschen. Mitgemacht haben Schüler der Klassen 1e von Lehrerin und Projektleiterin Simone Buschmann, 2b (Uta Wörner), 3d (Nicole Freyberg), 3e (Carmen Feller), 4a (Madalena Da Silva), 4e (Nicole-Elaine Zschiegner) und der Klasse 4b von Odette Schleger, die ebenfalls die Leitung des Comenius-Projekts übernommen hatte.

Ziel von Comenius ist, die Kenntnisse der jungen Menschen sowie der Lehrkräfte zu erhöhen und das Verständnis für die Vielfalt und den Wert der europäischen Kulturen und Sprachen zu fördern. Junge Menschen werden in dem Projekt beim Erlernen der grundlegenden Fähigkeiten und Kompetenzen unterstützt, die sie für ihre persönliche Entwicklung, ihr zukünftiges Berufsleben und für ihre Tätigkeit als aktive europäische Bürger benötigen. Der Austausch mit der Münsterer Grundschule sei deswegen realisierbar geworden, weil bei den Partnerschulen Deutsch unterrichtet wird und sich die Schüler daher in deutscher Sprache austauschen konnten, sagte JFK-Schulleiterin Nicole Sabais. „Wir können aus pädagogischer Sicht nicht früh genug anfangen, unseren Kindern ein Bild vom vereinten Europa zu vermitteln. Für die zukünftigen Europäerinnen und Europäer gehört dazu, die Kultur anderer Länder kennen und verstehen zu lernen. Der respektvolle Umgang mit Kindern und Menschen anderer Kulturen ist ein wichtiges Erziehungsziel, das meiner Meinung nach hervorragend im Comeniusprojekt umgesetzt wird“, so die Schulleiterin. Nach einer stimmungsvollen Präsentation mit Tänzen und Gesang in der Turnhalle, hatten die Eltern und andere Besucher Gelegenheit, sich die Ergebnisse der übrigen Klassen in den jeweiligen Schulräumen anzusehen. Passend zur Fußball-WM gab es fünf Projekte mit dem Thema „Afrika“. Darin wurden Masken und Tiere aus Pappmaché gebastelt, „Coxixi“-Rasseln aus Joghurtbechern gefertigt, Tänze und Lieder einstudiert und afrikanische Märchen gelesen.

„Große Unterstützung hatten wir von Renate Coulibaly, die fünf Jahre an der Elfenbeinküste gelebt hat“, sagte Lehrerin Jessica Kowalski. Sie habe unter anderem Fotos und landestypische Handarbeiten bereitgestellt. „Die Kinder waren ganz begeistert. So ein Projekt machen wir auf jeden Fall noch einmal“, betonte Jessica Kowalski, die beim Verteilen von gebratenen Bananen nicht mehr hinterher kam, so hungrig waren die Schüler auf die südafrikanische Nachspeise. In zwei weiteren Projekten hatten sich Grundschüler mit den österreichischen Künstlern Hundertwasser und Mozart beschäftigt. Auch die Länder Luxemburg und Niederlande wurden in der Projektwoche näher angeschaut. Typisch europäische Sehenswürdigkeiten und Flaggen hatte eine weitere Arbeitsgruppe zum Thema.

So hatten alle Klassen der Kennedy-Schule die Möglichkeit, eine Projektwoche lang über die eigenen Landesgrenzen hinauszuschauen.

Quelle: op-online.de

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