Erinnern ans erste Glockenläuten

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Vor 50 Jahren ist die evangelische Kirche in Münster gebaut worden. Zur Feier erinnern Pfarrer an die Historie. Die Hände zum Himmel zum 50-jährigen Bestehen der Münsterer Kirche. Viele Erinnerungen wurden wach.

Münster - Das Errichten der ersten evangelischen Kirche in Münster ist gerade einmal 50 Jahre her. Und gerade deshalb ganz besonderer Würdigung und etlicher Feiern im Jubiläumsjahr wert. Von Peter Panknin

Die evangelische Martinsgemeinde Münster ist eine kleine und junge Kirchengemeinde. In dem überwiegend katholisch geprägten Münster gab es schon immer einige wenige evangelische Christen, die mal von Altheim, mal von Dieburg aus seelsorgerisch betreut wurden. Erst Mitte der zwanziger Jahre stieg die Zahl der evangelischen Gläubigen langsam, aber stetig an. Die Folgen des Zweiten Weltkrieges ließ die Zahl der Zuwanderer nach Münster sprunghaft ansteigen, und damit stieg auch die Zahl der evangelischen Mitbürger.

Seit 1948 wurden evangelische Gottesdienste in Münster immer in wechselnden Räumlichkeiten gehalten. Dies änderte sich erst im Jahr 1964, als die erste Evangelische Kirche in Münster geweiht und ihrer Bestimmung übergeben werden konnte. Das für den Bau der Kirche erforderliche Grundstück stellte die Kommune zur Verfügung. Und auch die Glocken im Kirchturm sind ein Geschenk Münsters.

So kann heuer die Evangelische Gemeinde Münster das 50-jährige Bestehen ihrer Kirche feiern. Dies tat sie auch mit einem festlichen Gottesdienst. Musikalisch begleitet wurde das Ereignis vom eigenen Gospelchor, die sich seit 2004 „Evangelische Martinsgemeinde Münster“ nennt. Stellenweise brachte sich auch Pfarrer Christoph Sames musikalisch ein, indem er die Orgel mit seinem Trompetenspiel begleitete. Dies war ihm möglich, weil die Gottesdienstfeier auch von Pfarrer Johannes Opfermann und dem Pfarrer Joachim Meyer vom Evangelischen Dekanat Vorderer Odenwald mit begleitet wurde.

Aufgaben stellen, nicht weglaufen

Die kurze Lesung aus der Bibel wurde ergänzt durch die Erzählung des Herrn Omittai, Vater des biblischen Jona (bekannt als Jona im Walfisch), der die Geschichte seines Sohnes in authentischer Kleidung brillant vortrug (dargestellt von Gerrit Langenbruch aus Reinheim). Diese Geschichte handelt von einem Propheten, der sich vor einer verantwortungsvollen Aufgabe „drücken“ wollte, sie letztendlich aber dann doch ausführte. Botschaft: Nur wer sich seinen Aufgaben in der Gesellschaft stellt und nicht versteckt oder davon läuft, kann eine Befriedigung für sein Leben finden.

Die Mitglieder der Martinsgemeinschaft in Münster verstecken sich nicht, wie das durchaus lebendige und rege Sozialleben bezeugt. Neben vielen anderen Aktivitäten gibt es auch einen Gospelchor, der mit seinen Beiträgen im Gottesdienst sein Können mehrfach unter Beweis stellte und die Zuhörer mit dem flotten Abschlusslied mitriss. Im Anschluss an den Gottesdienst, aber noch in der Kirche, überbrachte Bürgermeister Walter Blank Grußworte der Kommune und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit von kirchlicher mit politischer Gemeinde. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich dies auch in der Zukunft fortsetzen werde.

Nach weiteren Grußworten von Vertretern aus Schule und Nachbarorten konnte Pfarrer Christoph Sames die Gottesdienstbesucher in den neu gestalteten Kirchgarten zum Gemeindefest entlassen, denn der Regen machte eine Pause. Die Besucher des Kirchfestes konnten sich an leckeren Salaten und gegrillten Steaks oder Würstchen satt essen oder noch etwas Platz für hausgebackenen Kuchen und Kaffee lassen. Für die Kinder gab es in dem extra für diese Veranstaltung gesperrten Abschnitt der Wilhelm-Lehr-Straße hinter der Kirche Schmink- und Bastelaktionen, Jugendliche boten selbst geschüttelte und gerührte alkoholfreie Cocktails an.

Kommunionkinder und Konfirmanden 2014

Kommunionkinder und Konfirmanden des Jahres 2014

Musikalisch trugen ein virtuoser russischer Akkordeonspieler und der Musikverein Münster zum Gelingen der Veranstaltung bei. Die Verdienste der Martinsgemeinde bei der ökumenischen Zusammenarbeit der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Münster würdigte der ebenfalls anwesende Pfarrer Bernhard Schüppke von der Katholischen Kirchengemeinde St. Michael in einem Grußwort auf der kleinen Bühne, die im Kirchgarten von fleißigen Helfern aufgebaut worden war.

Quelle: op-online.de

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