Straftat nach Tierschutzgesetz

Verwahrloste Rinderherde: Ex-Ortslandwirt vor Amtsgericht

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Dürre Rinder vegetierten vor Altheim ohne ärztliche Behandlung, ausreichender Wasser- oder Futterversorgung auf vermatschten Weiden, in Gewächshäusern und „Rundhallen“.

Altheim/Dieburg - Viele Jahre herrschten unhaltbare Zustände auf einem Aussiedlerhof bei Altheim. Ausgerechnet der Ortslandwirt von Münster, Altheim und Eppertshausen ließ dort verwahrloste, abgemagerte Rinder auf verschlammten Weiden vegetieren. Von Thomas Meier 

Nun muss sich der 54-jährige Landwirt vor Gericht verantworten. Vorwurf: Straftat nach dem Tierschutzgesetz. Um 9 Uhr wird morgen, 8. November, im Saal 116 vor dem Amtsgericht in Dieburg das Verfahren gegen den mittlerweile in Groß-Umstadt wohnenden Landwirt eröffnet, dem Verstöße gegen das Tierschutzgesetz über den Zeitraum von August 2015 bis November 2017 zur Last gelegt werden. In der Offenbach-Post begann eine Artikel-Reihe über die Missstände am 16. November 2017 unter der Überschrift „Dürre Rinder in verkoteten Ställen“. Anlass waren mehrfache Hinweise aus der Bevölkerung und das Eingeständnis beteiligter Behörden, darüber zu wissen. Schon bis zum Metzger in Dieburg hatte sich der bedauernswerte Zustand der Rinder auf den Schlammäckern zwischen Altheim und Harpertshausen auf der Gewann „Im Markwäldchen“ herumgesprochen.

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Im Amtsdeutsch heißt es heute: „Der Angeklagte unterhielt einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Mutterkuh-, Kälber- und Bullenhaltung überwiegend der Rasse Blonde d´Aquitaine mit wechselndem Bestand im Tatzeitraum von insgesamt zwischen ca. 140 Tieren und 210 Tieren. Als Haltungseinrichtung standen ihm vier Gewächshäuser, eine Rundhalle und Weideflächen sowie eine Weidefläche zur Verfügung. Trotz mehrfacher vollziehbarer Anordnungen des Veterinäramts Darmstadt-Dieburg soll es der Angeklagte unterlassen haben, Rinder mit mäßigem bis schlechten Ernährungszustand separat aufzustallen, diese ärztlich untersuchen und behandeln zu lassen, eine fachgerechte Klauenpflege durchzuführen, die Wasser- und Futterversorgung sicherzustellen, einem Teil der Herde eine trockene Liegefläche zur Verfügung zu stellen sowie für ausreichend Witterungsschutz zu sorgen.“

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Recherchen unserer Zeitung ergaben, dass der Landwirt schon Jahre vorher beim Veterinäramt des Kreises auffällig war, nicht zuletzt, weil sich auch mehrfach Bürger der offensichtlichen Zustände wegen an Polizei und Ämter wendeten. Und nicht zuletzt wegen der zeitlich langen Spanne der Vorfälle dürfte das Amtsgericht drei Verhandlungstage angesetzt haben: Als Fortsetzungstermine sind der 13. und 15. November, jeweils ab 9 Uhr, angesetzt.

Quelle: op-online.de

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