Exoten tragen „Häubchen“

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Den Verein plagen zwar Nachwuchssorgen, dennoch ließen es sich einige junge Vogelfreunde nicht nehmen, ihre gefederten Lieblings zu begutachten.

Münster (ula) ‐ Die Geräuschkulisse war ungewöhnlich. Das muntere Zwitschern und Singen von rund 450 Singvögeln summierte sich in der Münsterer Gersprenzhalle zu einem tollen Begrüßungslied für die Besucher.

Auch die Züchter der Kreis-Vogelschau waren bester Dinge – der Prüfungsstress war von allen abgefallen. Sechs Preisrichter hatten die ausgestellten Vögel der 50 teilnehmenden Züchter kritisch nach strengen Rassestandards beurteilt.

Ein Hauptkriterium ist das Gefieder“, erläuterte Willi Kreher, seit rund 40 Jahren Vorsitzender des gastgebenden Vogelzuchtvereins 1952 Münster. Nicht nur die Farbe spiele eine Rolle, manche Exoten tragen „Häubchen“, einen flotten Pagen-Schitt oder gar Locken.

Für Laien sind das einfach nur Kanarienvögel, aber es gibt Minimum 50 Rassen und noch viele Unterarten.“ Neben den wunderschön singenden Exoten wurden heimische Wildvogelrassen, Wellen- und Großsittiche gezeigt. Für die Züchter ist der Kreismeistertitel nur die erste Hürde für höhere Wettkämpfe auf Landes- und Bundesebene.

Besucherzahlen gingen zuletzt wieder zurück

Wir sind hier noch eine Hochburg“, erzählte der Vereinsvorsitzende. Zahlreiche Münsterer Züchter holten auch schon bei Weltmeisterschaften Titel. Generell plagen die Vereine Nachwuchssorgen. „Es ist schwierig, Jugendliche für dieses Hobby zu motivieren“, bedauerte Willi Kreher, der sich selbst seit 50 Jahren der Vogelzucht widmet – trotz erheblichen zeitlichen Aufwands. „Man muss alles auf die Tiere abstimmen, sogar die Urlaubsplanung.“

Auch die Besucherzahlen gingen zuletzt wieder zurück. Zudiesem Trend habe der Wirbel um die Vogelgrippe beigetragen. „Das Thema wurde aufgebauscht – außerdem sind unsere Vögel alle geimpft. Früher gab es Ausstellungstage mit 1500 Besuchern

Trotz mancher Sorgen waren die Gastgeber in bester Laune: Erneut wurde der Vogelzuchtverein 1952 Münster als bester Klub innerhalb des Kreisverbands „Vorderer Odenwald“ ausgelobt. Auch Willi Kreher darf stolz sein, er holte gleich zwei Kreismeistertitel für seine Schwarzkopfgrünlinge und die Positurkanarien der Rasse Berner.

Über weitere Titel „Kreismeister 2009“ freuten sich Helga Weber (Farbenkanarien), Richard Wagner (Feuerzeisig, Kanarie), Heike Schupp (Wellensittiche), Hubert Hiemenz (Blaugenicksperlingspapagei).

Die „Championvögel 2009“, beste Exemplare ihrer Rasse, wurden von Lothar Frühwein (Farbenkanarien), Helga Weber (Positurkanarien), Günther Kreher (Mischlinge) und Heinz Frühwein (Cardueliden) gezüchtet.

Quelle: op-online.de

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