Explosion sollte Verbrechen vertuschen

Münster/Dieburg/Darmstadt (tm/dpa) ‐ Spektakuläre Wende im Fall der Explosion eines Wohnhauses in Münster bei Dieburg: Was zunächst wie ein tragisches Unglück aussah, bei dem eine 62-jährige Bewohnerin ums Leben kam, hat sich nun als Verbrechen entpuppt.

Ein 29 Jahre alter Mann aus Armenien wurde am vergangenen Samstag wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge sowie besonders schwerer Brandstiftungofnbritsch

 in Untersuchungshaft geschickt, wie die Staatsanwaltschaft Darmstadt gestern mitteilte.

Den Angaben zufolge wird der Mann verdächtigt, die 62-Jährige im Streit zunächst getötet, danach den Brand gelegt und die Explosion verursacht zu haben, um die Tat an der Frau zu verdecken. Der Armenier soll laut Staatsanwaltschaft „aus dem weiteren Umfeld des Opfers“ stammen.

Rückblende: Am Morgen des 21. Juli, kurz nach 8 Uhr, gab es in dem Haus am Bahnhofsplatz in Münster eine gewaltige Explosion. Die von Nachbarn alarmierten Rettungskräfte konnten die 62-jährige Bewohnerin des Obergeschosses nur noch tot bergen. Mehr Glück hatte ein neun Jahre alter Junge, der im Erdgeschoss wohnte. Mit der Hilfe eines Polizisten konnte er wohlbehalten aus den Trümmern des Hauses gerettet werden. Die Eltern des Jungen und seine kleine Schwester hatten die Wohnung schon am frühen Morgen vor dem Unglück verlassen.

Bilder vom Unglücksort

Explosion im Wohnhaus

Die Ursache der Explosion in dem erst vor zwei Jahren renovierten Haus war zunächst rätselhaft. Sogar über einen Suizid der Frau wurde spekuliert. Bei der Obduktion der Leiche war dann zunächst festgestellt worden, dass die Frau durch ein herabstürzendes Deckenteil ums Leben kam. Dieses Ergebnis könne so nicht mehr gehalten werden, sagte jetzt ein Polizeisprecher.

Nach Angaben von Sebastian Zwiebel von der Staatsanwaltschaft Darmstadt kam am vergangenen Donnerstag die Wende in dem Fall. An diesem Tag hätten forensische Experten aus Frankfurt „kriminaltechnische Erkenntnisse an der Frau“ gefunden, die auf ein Verbrechen schließen ließen, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung. Wie die Frau allerdings genau getötet wurde, will die Anklagebehörde noch nicht mitteilen. Unklar ist auch, wie der Verdächtige die Explosion herbeigeführt haben soll.

Quelle: op-online.de

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