Freunde des Hundesports Münster legen mit Kamera auf ihre Lieblinge und Greifvögel an

Mit Falknerin auf Fotopirsch

Auf Handzeichen rennt Ingo, der belgische Schäferhund, auf die Fotografinnen zu. Einige hatten schon die Kamera ausgepackt, andere nahmen erst einmal das Smartphone für Schnappschüsse. Wüstenbussard Phoenix sieht das Ganze ziemlich entspannt. -  Fotos: Panknin

Münster -  Eine Fotoworkshop veranstalteten die „Freunde des Hundesports Münster“. Eine Tierfotografin, die gleichzeitig Falknerin ist, brachte den Teilnehmern einiges über das Knipsen von Bellos und Greifvögeln in Bewegung bei. Von Peter Panknin

Es ist nicht immer das Große, was Freude bereitet, es sind oftmals die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen. Nicht immer sind Höchstleistungen das Ziel, auch das Erreichen kleinerer Ziele kann durchaus befriedigend sein. So sehen es Menschen, die sich im Verein „Freunde des Hundesports Münster“ zusammengefunden haben. Gegründet im Jahr 2002, ist die Zahl der Mitglieder heute etwas größer als 20, bewegt sich aber immer mal rauf und mal runter.

Unter ihrer Vorsitzenden, Claudia Richter, hat sich der Verein zwar dem Hundesport verschrieben, strebt aber keine sportlichen Bestleistungen an. Bei der unter Hundehaltern bekannten Sportart Agility handelt es sich um eine Triebsportart, die manche Rassen zur Auslastung brauchen. Dabei gilt es, mit hohem Tempo, aber möglichst fehlerfrei durch einen Parcours zu kommen. In wohl keiner anderen Hundesportart kommt es so sehr auf das Zusammenspiel von Mensch und Hund an, Sekundenbruchteile können entscheidend für einen Sieg beim Wettbewerb sein.

Generell ist normales Agility für alle gesunden, ausgewachsenen Hunde möglich, aber ältere Hunde, Hunde mit Problemen am Rücken oder anderen Gelenken sollten lieber andere Dinge machen. Die Alternative nennt sich „Hoopers Agility“ und ist in Deutschland noch nicht sehr verbreitet, gewinnt aber immer mehr Anhänger. Die Freunde des Hundesports Münster haben die Idee aufgegriffen und sie zum Schwerpunkt ihrer Vereinsarbeit gemacht. Weitere Alternativen, die der Verein zur mentalen Auslastung des Hundes anbietet, sind beispielsweise das Gehorsamkeitstraining Obedience, die Begleithundeprüfung oder das Longieren des Hundes. Nicht rassespezifisch ausgerichtet treffen sich Mitglieder des Vereins regelmäßig an verschiedenen Wochentagen auf dem Trainingsgelände in Urberach, dass sie mit dem Verein Freunde des Hundesports Urberach gemeinsam nutzen.

Nun war das Trainingsgelände Schauplatz einer besonderen Veranstaltung, die von der Vorsitzenden Claudia Richter initiiert wurde. Zu Gast weilte dort Tanja Brandt, eine nicht nur in Deutschland bekannte Tierfotografin (Veröffentlichungen etwa im „Stern“ oder „Partner Hund“), die seit 15 Jahren eine gemeinsame Freundschaft zu Belgischen Schäferhunden verbindet. Brandt hatte denn auch Ingo, Vertreter dieser Rasse und gleichzeitig bevorzugtes Fotomodell, mitgebracht. Da sie auch ausgebildete Falknerin ist, hat sie beim Verlassen ihres Horstes in Remscheid natürlich „Klaus-Bärbel“, „Gandolf“ und „Phoenix“, drei weitere ihrer Modelle und Hauptberuflich als sibirischer Uhu oder als Weißgesichtseule und Wüstenbussard tätige Greifvögel, mitgenommen.

Freitag war Kennenlernen, am Samstagmorgen sollte der Foto-Workshop dann starten. Natürlich war auch Theorie angesagt, aber der Schwerpunkt lag auf praktischen Übungen mit den Modellen. 15 Teilnehmer hatten sich eingefunden, nicht nur aus der näheren Umgebung, auch aus Hanau, Schlüchtern und Würzburg reisten sie an. Die weiteste Anreise hatte wohl eine Teilnehmerin aus der Uckermark/Brandenburg.

Da sich Claudia Richter und Tanja Brandt mit den verfügbaren Modellen über das Gelände bewegten, stellten ankommende Teilnehmer ihr Gepäck erstmal zur Seite, schnappten die griffbereiten Kameras, oder zumindest die Smartphones, und begannen mit den Aufnahmen. Platt auf dem Bauch liegend erwarteten sie den herumspringenden Ingo oder nahmen im Schatten des Vordachs der Vereinsunterkunft die wesentlich ruhiger agierenden Greifvögel vor die Linse.

Neben den Tipps zu verschiedenen Kameratechniken gab Tanja Brandt auch schöne Geschichten von sich, beispielsweise die vom sibirischen Uhu Klaus-Bärbel. Als Weibchen in der Falknerei in Remscheid angekommen, stellte sich bald heraus, dass es sich bei „Bärbel“ um ein männliches Exemplar handelt. An den Namen „Bärbel“ gewöhnt, erhielt der Vogel folglich den Doppelnamen „Klaus-Bärbel“.

Die locker erzählten Geschichten wie die ebenfalls locker und leicht verständlich vermittelten Kenntnisse über Aufnahmetechniken hielten die Workshop-Teilnehmer auch über den Samstag und den Sonntag bei guter Laune. Das Wetter, das viele Aufnahmen im Freien ermöglichte, trug maßgeblich dazu bei.

Wer mehr über Tanja Brandt und ihre tierischen Freunde erfahren möchte, dem sei die Homepage www.ingoundelse.de empfohlen. Über die Freunde des Hundesports kann man bei „facebook.com/freunde-des-hundesports-münster-ev.“noch mehr erfahren.

Quelle: op-online.de

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