Friedel Seib steigt mit einem Vortrag voller Wortwitz zum 44. Male in die DJK-Bütt

„Helau sellemols“ im Fokus

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Friedel Seib hat für die DJK-Traditionssitzung sicherlich einige Schmankerln parat.

Münster - „Damals hieß der Sitzungspräsident noch Obernarr“, erinnert sich Friedel Seib, wenn man mit ihm über die Fastnacht sellemols ins Plaudern gerät. Sellemols, das waren die 50er- und 60er-Jahre.

1957 stieg Seib erstmals mit dem Vortrag „Em Pfarrer soin Hund“ in die Bütt. Seinerzeit noch im Englert-Saal, später in der TV-Halle, aber stets bei den Sitzungen der katholischen Jugend und der DJK. „Damals haben wir das Programm noch zu dritt auf die Beine gestellt“, erinnert sich der Fastnachtssenior an der Seite seiner Frau Liesel.

„Wir“, das waren Heinz Ries, Robert Ruhmann und eben Friedel Seib. „Wenn wir die Hubbdamen, also die Zeremonienmeisterinnen gefunden hatten, war das Schwerste gelöst“, fügt er augenzwinkernd hinzu. Seither stieg das Münsterer Fastnachts-Urgestein über 40 Mal in die Bütt.

Die Münsterer Heimat prägten seine Vorträge, bei denen ihn in jungen Jahren der nur noch den älteren Fastnachtern bekannte Förster-August faszinierte. Seibs Reden, immer selbst geschriebenen, wie er betont, erzählen von „Minstre Ounomen“ (Spitznamen) oder „Minstre Stroßenome“. Seinen Vortragsstil zu beschreiben fällt schwer. Meist unkonventionell, hintergründig, voller Lokalkolorit und selten gereimt, aber doch stets „rischdisch Minstrisch“.

Unvergessen Seibs Vortrag in Reitermontur

Auch wenn sich Friedel Seib selbst nicht als begnadeten Sänger sieht, so hat er seine Vorträge doch des Öfteren mit gesungenen Kehrversen bespickt. Unvergessen sein Vortrag in Reitermontur, als er auf einem Steckenpferd das Lied „von den Münsterer Bergen“ intonierte. Meist stand Seib alleine in der Bütt, es gab allerdings eine Handvoll Zwiegespräche, davon zwei Mal an der Seite seiner Tochter Christiane.

Für die moderne Fastnacht der DJK legte Seib in besonderer Form den Grundstein. Während der Bauzeit der DJK-Halle an der Heinrich- Heine-Straße war Friedel Seib Vorsitzender der DJK. Doch auch für den närrischen Nachwuchs sorgte Seib. Seine Tochter Christiane ist seit Jahren aktiv, und Enkel Viktor stieg 2012 erstmals in die DJK-Bütt. Bei der Traditionssitzung im Vorjahr ließ er einen Klassiker wiederauferstehen. Beim Lied „Unser Gaas hot Junge“ stimmte das Publikum freudig mit ein. Als die Idee einer Traditionssitzung vor drei Jahren geboren wurde, war Friedel Seib als erster mit Feuer und Flamme bei der Sache.

„Alles hat seine Zeit“, sagt er. Und findet es umso schöner, dass es auch für die Menschen in seinem Alter noch ein spezielles Angebot im närrischen Kalender gibt. Wer erleben will, was sich Friedel Seib oder andere Fastnachtsurgesteine wie Norbert Günther für die aktuelle Traditionssitzung ausgedacht haben, sollte sich schnell noch einen der verbliebenen Plätze sichern. Karten für die Sitzung „Fastnacht wie Sellemols“ am Freitag, 1. Februar, gibt es bei Augenoptik Heckwolf in der Sandstraße. 

tm

Quelle: op-online.de

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