„Blauäugig Restaurant vergeben“

Absage FSV-Fastnacht: ALMA kritisiert Rathaus-Verantwortliche

Münster - Die Absage der FSV-Fastnacht schlägt hohe Wellen. Jetzt meldet sich die Alternative Liste Münster/Altheim zu Wort und kritisiert „Blauäugigkeit“ bei der Neuverpachtung des Restaurants der Kulturhalle. Von Thomas Meier 

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Schon in der ersten Fraktionssitzung des neuen Jahres am Donnerstag seien ernste Zweifel in der ALMA-Fraktion aufgekommen, als das von Bürgermeister Gerald Frank (SPD) und seinen zuständigen Abteilungen beabsichtigte Nebeneinander der Nutzung der Küchen-Infrastruktur des Kulturhallen-Restaurants durch den Betreiber und einzelne Vereine zur Sprache kam, erklärt Fraktionschef Gerhard Bonifer-Dörr. Wie die ALMA bereits im Dezember habe erfahren können, hatte es Gespräche mit den Ortsvereinen einerseits und Vertragsverhandlungen mit dem neuen Wirtspaar andererseits gegeben: „Über Einzelheiten waren die Fraktionen nicht informiert.“

„Wie sich jetzt herausstellt,“ kritisiert Bonifer-Dörr angesichts „des Debakels um erste Veranstaltungsabsagen, hat man wohl den Vereinen – in bester Absicht – im November noch signalisiert, dass mehr oder weniger alles beim Alten bleiben könne“. Dem Restaurantbetreiber habe man jedoch offensichtlich einen professionellen Restaurantbetrieb garantiert. Dass dieser jetzt aus hygienischen Gründen wenig begeistert sein könne, wenn an einem Wochenende die diensthabenden Vereinsmitglieder Küche und Gerätschaften nutzen, müsse jedem klar sein. „Er darf es auch eigentlich gar nicht zulassen, wenn er sich nicht Ärger von der anderen Seite, nämlich dem Gesundheitsamt und der Gewerbeaufsicht, einhandeln will“, urteilt Bonifer-Dörr.

Jetzt, da das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist, verlangt die Alternative Liste ein unverzügliches und konsequentes Nachsteuern in Sachen Kulturhalle. „Wir können nicht den einen den Status quo versprechen und einem anderen, dass sich etwas grundsätzlich ändert. Aus einem Kreis wird kein Quadrat werden, auch wenn man es sich in dieser Sache vielleicht wünschen würde“, meint Bonifer-Dörr und fordert als Konsequenz aus diesem „Betriebsunfall“, wie er ihn nennt, dass jetzt Nägel mit Köpfen gemacht werden. „Wir wissen zwar, dass es viele Vereine gibt, die aus eigener Kraft keinen Wirtschaftsdienst mehr organisieren können und wollen. Diese können dann auf die zukünftige Unterstützung durch das Restaurant-Team zählen. Die Vereine jedoch, die das selbst stemmen können, müssen weiterhin auch die Möglichkeit dazu haben.“

Archivbilder

Bilder: Sitzung der FSV Münster

Im Gespräch mit Bürgermeister Frank und den verantwortlichen Abteilungen will die Alternative Liste darauf drängen, dass jetzt tragfähige Lösungen gefunden werden. „Leider waren die Fraktionen in die Suche nach einer solchen Lösung nicht einbezogen. So hätte sich der zuständige Ausschuss für Soziales, Kultur und Vereine bereits im vergangenen Jahr mit diesen Fragen beschäftigen können, wenn es einen Fingerzeig aus dem Rathaus gegeben hätte. Hier wurde klar eine Chance verspielt und ohne Not Porzellan zerschlagen“, stellt Fraktionschef Bonifer-Dörr abschließend fest.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Archivbild: Dörr

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