Ärger in Münster

FSV erfährt nach Fastnachtsabsage viel Solidarität

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Kersten Grimm (Mitte), Sitzungspräsident der FSV Münster, erläutert jetzt die Hintergründe zur Absage der Sitzung.

Münster - Die FSV Münster hat nach ihrer Absage der Fastnachtssitzung eine Welle der Solidarität erlebt. Von Jens Dörr

Der Fastnachtsausschuss hatte seinen Jahreshöhepunkt für gestorben erklärt, weil die infrastrukturellen Voraussetzungen für den Sitzungstermin andere als in den Vorjahren hätten sein sollen. Nun äußerte sich die FSV erneut zum Thema, dem finanziellen Schaden und erstmals auch zur Zukunft ihrer Sitzung.

Die vielleicht wichtigste Botschaft, die Sitzungspräsident und Fastnachtsausschuss-Mitglied Kersten Grimm zu Beginn dieser Woche gegenüber unserer Zeitung hatte: „Wir sind gewillt, nächstes Jahr wieder eine Sitzung zu machen.“ Die einmalige Absage in diesem Jahr dürfte also nicht zu einem generellen Aus der FSV-Fastnacht führen. „Die Absage kam ja aufgrund der Rahmenbedingungen zustande“, so Grimm. „Wenn die wieder andere sind, sehe ich keinen Grund, weshalb wir nicht weitermachen sollten.“

Dennoch sind ihm mit Blick auf das Malheur noch einige Dinge zu betonen wichtig. So reagiert Grimm etwa auf die Stellungnahme von Bürgermeister Gerald Frank, der die Auffassung vertrat, die Absage sei „inhaltlich nicht notwendig und nicht nachvollziehbar“ gewesen. „Kann der Bürgermeister dies wirklich beurteilen?“, fragt Grimm dazu rhetorisch. Und weiter: „Kennt er die Vorgänge und Abläufe, die sich hinter und neben der Bühne abspielen? Hat er schon einmal als Dienstpersonal mitgewirkt?“

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Grimm fasst zusammen: „Bereits im Vorfeld unserer Veranstaltung beziehungsweise im Prozess der Gaststättenverpachtung muss es zu teils schwerwiegenden ,kommunikativen Problemen’ gekommen sein, die nun drastische Auswirkungen für uns mit sich bringen. Vor allem finanziell: Dem Verein fallen wichtige und einkalkulierte Einnahmen weg. Außerdem entstanden bereits im Vorfeld Kosten, die sich durchaus im vierstelligen Bereich bewegen.“ Erwähnt werden müssten auch die vielen Mitwirkenden: „Sie alle haben nicht nur viel Zeit und Mühen, sondern auch einiges an privatem Geld in ihre Kostüme et cetera investiert.“

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Dennoch habe man nicht klein beigeben und die Sitzung unter erschwerten Bedingungen durchziehen wollen. Grimm: „Trotz der vor allem finanziell drastischen Folgen waren wir uns darüber einig, dass dies nicht das entscheidende Kriterium für unsere Entscheidung sein kann. Uns erscheint es viel wichtiger, ein klares Signal zu setzen und zu demonstrieren, dass man so mit uns Vereinen und ehrenamtlich tätigen Menschen nicht umgehen kann und darf.“

Gut getan, so Kersten Grimm, habe in den vergangenen Tagen unterdessen die Unterstützung aus Münster und Eppertshausen. Zwei der FSV-Tanzgruppen durften ihre Auftritte bei der Kappensitzung der Münsterer Feuerwehr beziehungsweise auf einer der beiden Sitzungen des FVCA Eppertshausen zeigen. Die DJK Münster gewährte für ihre Freitagssitzung jenen gratis Einlass, die ein FSV-Ticket vorzeigten. Am Sonntag fand zudem die erste Umtauschaktion in der FSV-Gaststätte statt. Hierbei verzichteten einige Käufer ganz oder teilweise auf die Erstattung ihres Gelds. 70 Karten wurden bereits zurückgegeben. Am heutigen Mittwoch von 18 bis 19.30 Uhr findet der nächste Rückgabetermin in der FSV-Gaststätte statt.

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Quelle: op-online.de

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