Mit Fireballs und Hinnergassebuwe

FSV-Sitzungen mit vielen Eigengewächsen

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Debütanten: Die FSV-Mini-Kids mischten erstmals auf der Sitzung mit.

Münster - Es war eine humorvolle und sehr unterhaltsame Fastnachtssitzung der FSV Münster in ausverkaufter Kulturhalle. Büttenredner Andreas Kraus und Hinnergassebuwe setzten dabei Glanzlichter und die FSV-Mini-Kids debütierten. Von Jens Dörr 

Mit mehreren Debütanten, sieben Tänzen und einheimischen wie externen Büttenrednern hat die Freie Sportvereinigung Münster am Freitagabend in der restlos ausverkauften Kulturhalle ihre Fastnachtssitzung präsentiert. 130 Mitwirkende vor und hinter den Kulissen machten abermals ein viereinhalbstündiges Programm ohne Längen möglich. Eine Tanzgruppe der FSV feierte dabei ein närrisches Jubiläum. Denn das FSV-Damenballett (Leitung: Viola Schickedanz) trat zum Start in die tollen Tagen zum 22.-mal auf. Die Gruppe ließ in einem Medley einige der vergangenen Jahre dynamisch und elegant Revue passieren. Um Eleganz bemüht war auch das FSV-Männerballett, das sich in seinem Showtanz Udo Jürgens nicht nur bei der Musikauswahl, sondern auch beim Outfit zum Vorbild genommen hatte. Die Vorstellungsrunde im Bademantel fehlte ebenso nicht, ehe die Männer - überwiegend Altherren-Fußballer des Vereins - vor ihrem Auszug durch den Saal wie alle Tanzgruppen noch eine Zugabe hinlegten. Wie das Damenballett werden auch die Männer von Viola Schickedanz trainiert, die das tatsächlich ihrerseits schon seit 22 Jahren tut.

Restlos ausverkauft war die FSV-Sitzung am Freitag. Das Publikum zog von der ersten Minute an stimmungsvoll mit.

Neben Damen- und Männerballett traten weitere vier FSV-Tanzgruppen auf. Traditionell machen nach den ersten Akkorden des Duos Sunshine, dem Einmarsch des Elferrats um Sitzungspräsident Kersten Grimm und dem Aufgalopp mit dem Musikverein Münster die FSV-Fireballs den Auftakt. Hinzu kamen am Freitag nicht nur die FSV-Kids, die Christiane Grimm und Melanie Ellermann schon ein halbes Dutzend mal zur Bühnenreife gebracht haben. Erstmals mischten auch die acht, neun Jahre alten FSV-Mini-Kids (Leitung: Lena Schwarzer) mit, die sich im Vorjahr gegründet hatten. Sie debütierten ebenso wie die Münsterer Büttenrednerin Renate Göring („Eine Hausfrau macht Dampf“) und die im Fernsehen von der FSV entdeckte, aus dem Taunus stammende und von den „Freien“ verpflichtete Petra Giesel. Fehlt noch eine weitere Tanzgruppe der FSV, die in Hälfte zwei auftrat: Die Dancing Divas (Leitung: Vanessa Grimm und Yvonne Wudonig) widmeten sich ihrem Showtanz in Armeekostümierung. Der Stundenzeiger strebte schon gen Mitternacht, als die FSV-Fireballs mit ihrem zweiten Auftritt (diesmal mit einem 90er-Jahre-Showtanz) den Abschluss des Reigens bildeten.

Herausragender Vortrag zum Thema „Hochzeit“: Andreas Kraus.

Nach ihnen läutete die zum elften Mal mitmischende Hochstädter Lärmbelustigung guggemusikalisch das Finale ein. Das „heimliche“ Finale hatte es schon zum Ende der ersten Halbzeit gegeben: Die Hinnergassebuwe heizten mit Gassenhauern und spielerischem Vermögen vor der Pause mächtig ein. Für sie war es der Abschluss ihrer diesjährigen Tour durch die Kampagne - ausgerechnet mit dem elften Auftritt. Darüber hinaus regierten Wort und Schunkelrunden - eine der letztgenannten wurde zusätzlich in Hälfte eins eingebaut, weil am Freitagmorgen Sänger und Redner Patrick Engel seinen Auftritt hatte absagen müssen. Gekommen waren hingegen Jochen Ries und Reiner Sperl, die als „Majorettes“ im Duo Zwiegespräch und Show kombinierten. Unter anderem die Abordnung des FVCA Eppertshausen, die die FSV-Sitzung vom hinteren Ende des Saals aus verfolgte, kannte diese Einlage schon, da Ries und Sperl dergestalt bereits beim FVCA aufgetreten waren. Ganz frisch für alle Zuschauer war hingegen der Auftritt des „Friesen“ Jörg Anders, der auch dem FSV-Fastnachtsausschuss angehört. Der Ausschuss hatte auch organisiert, dass die Bewirtung in Saal und Foyerbar (wo nach der Sitzung noch bis in die Morgenstunden weitergefeiert wurde) ausschließlich durch Vereinsmitglieder durchgeführt wurde. Die am schärfsten geschliffenen Worte des Abends kamen derweil - wie schon im Vorjahr - von einem Offenbacher: Dass die FSV erneut Andreas Kraus für die Bütt verpflichtet hatte, zahlte sich aus. An seinen Vortrag zum Thema „Hochzeit“ schlossen sich im Stehen vorgebrachte Ovationen des Publikums an - aufgrund der Pointen, aber auch der ausdrucksstarken Darbietung von Kraus. Der stellte die Ehe vor allem als Steuersparmodell heraus: „Gehst gleich hin und sagst zu ihr - ich würd’ gern Steuern spar’n mit dir.“ Wobei es nicht in erster Linie aufs Herz und emotionale Bindung, sondern auf die monetären Auswirkungen ankomme. Denn: „Wenn die Finanzen quälen dich - darfst Du nicht sein wählerisch!“ (jd)

Bilder: Sitzung der FSV Münster

Quelle: op-online.de

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