„Beklobbde“ jagen Rhythmen

Die närrische Stimmung bei der Kostümsitzung

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Mit gebührendem Applaus und ging die DJK-Kostümsitzung zu Ende.

Münster - Wenn das Orchester des Musikvereins Münster mit dem Elferrat in die DJK-Halle einzieht, steht der Saal Kopf – 400 Narren waren zur restlos ausverkauften Premiere am Samstag gekommen. Und die Stimmung kühlte bis zum Ende nicht ab. Von Matthias Grimm 

Immer wieder von den Sitzen gerissen wurde das Publikum bei der Kostümsitzung in der DJK-Halle – auch noch zum Finale mit der Musikgruppe „Siebenschläfer“. Souverän und witzig moderiert wurde das bunte Programm aus Redebeiträgen, Musik und Tanz von Elferratspräsident Achim Schledt. Eingeleitet wurde der närrische Reigen von Alexandra Weinrich und Reiner Roßkopf, die die „drei Stadien der Ehe“ kurz und prägnant auf den Punkt brachten. Vom „Schatzebobbes“ bis zum muffeligen Ehepartner - die eine oder andere Situation hat jeder Verheiratete schon einmal erlebt. Protokoller Jörn Müller machte einen Streifzug durch die große und lokale Politik. Von „Dieselgate, Brexit“ bis zum Münsterer Rathaus reichte seine Sicht aus der Narrenperspektive. Er nahm die Diskussion über die Bezeichnung „Münster bei Dieburg“ auf die Schippe und hatte sogleich eine Alternative für den Zusatz auf dem Ortsschild parat: „Münster – Heimat der DJK“.

Das Kinderballett eroberte als Rennfahrer gekleidet das Publikum im Höchsttempo.

Johannes Huther und Paul Jelinek gaben viele lustige Anekdoten aus dem Geschwisterleben zum Besten. Obgleich ihre Figuren Zwillinge sind, präsentierten die beiden ein selten ungleiches Brüderpaar. In einem Fischteich angelten Thomas Mack und Matthias Wolf als „Marianne und Mechthild“ und philosophierten über die Hakle-Feuchtebox und wunderten sich darüber, dass es im Eisstadion keinen Fisch gibt. Skurril und witzig kam die etwas andere Angel-Session gut rüber.

Vater zu werden ist nicht schwer, Vater zu sein umso mehr. Rainer Roßkopf kann ein Lied davon singen, er trug etliche turbulente Episoden aus dem Leben eines Familienvaters vor. Mit einer schrägen Gesangseinlage hingegen lud Lisa Gerhold in der Rolle von „Jaqueline Roßkopf“ den DJK-Saal zum Mitsingen ein. Wo gibt es das sonst, dass der Sitzungspräsident höchstpersönlich in die Bütt steigt? Achim Schledt schlüpfte in die Rolle des Herbert Roßkopf, der mitten in der Midlife-Crisis steckt. Gattin Brigitte hat schon Reißaus genommen, doch Herbert macht das Beste daraus.

Die Präsidentengarde hatte mit den Leiterinnen Kristin Seib und Anja Wolf einen beeindruckenden Tanz einstudiert.

Traditionell eine Augenweide sind die Tänze auf der DJK-Sitzung: Das Kinderballett unter der Leitung von Martina Peter und Manuela Mach drehte als „Rennfahrer“ seine Kreise und eroberte die Herzen des Publikums im Höchsttempo. Die „Feen“ hingegen brachten in glitzernden Outfits den Glanz des Broadways in die DJK-Halle. Voller Power und mit viel Zack zeigte die Präsidentengarde unter der Leitung von Kristin Seib und Anja Wolf, einen klasse Gardetanz, tosender Applaus war der Lohn. Den klassischen Lehrstoff interessierte die „Schulmädchen“ der Formation „Techtelmechtel“ nicht, sie fokussieren sich lieber auf das Tanzen. Note: eins. Die Showtanzgruppe Pan i Pani brachte eine holländische Note ins Programm. „Atemlos“ und mit Tulpen aus Amsterdam im Gepäck wusste Pan i Pani einmal mehr zu begeistern. Die DJK-Halle steht ganz im Zeichen von Umbaumaßnahmen – klar, dass sich das Männerballett dieses Themas annahm: „Bricht eine Hauswand entzwei, ist uns einerlei“. Beim Tanz der DJK-Männer inklusiver interessanter Hebefiguren wackelte jedenfalls die Bude.

Keine DJK-Sitzung ohne stimmungsvolle Livemusik: Die „Beklobbde“ jagten mit heißen Rhythmen und Getrommel durch den Münsterer Dschungel. Eindrucksvoll war einmal mehr die Blasmusik der „Hinnergassebuwe“, die in Hemd und Batschkapp locker daherkamen, im Saal hielt es jedenfalls niemanden mehr auf den Stühlen. Vor dem Finale der Sitzung zeigten die „Siebenschläfer“ einen heißen Ritt durch den Wilden Westen unter dem Motto „Winnetou Seib und Old Sledderhand“ ließ die Band es noch einmal richtig krachen, bevor die DJK-Sitzung unter „Standing Ovations“ ihr Ende fand.

Drei weitere Male bittet die DJK zur Narrenshow. Wer noch Eintrittskarten für die Sitzungen am 11.,12. und 18. Februar kaufen will, kommt leider zu spät: Alle Veranstaltungen sind bereits ausverkauft.

Fastnacht-Bilder zur DJK-Kostümsitzung in Münster

Quelle: op-online.de

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