Motto „Frohsinn ist ein Geschenk Gottes“

FKK-Fastnacht: Wenn die Eltern sturmfreie Bude bieten

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Orientalischer Tanz vor dem Bild der katholischen Kirche Münsters: die FSV-Kids.

Münster - FKK: Das steht in Münster zumindest während der fünften Jahreszeit nicht für Freikörperkultur, sondern fasst die Anfangsbuchstaben von Frauengemeinschaft, Kirchenchor und Kolpingfamilie zusammen. Von Jens Dörr 

Alljährlich am Fastnachtssonntag steigt dann auch die FKK-Sitzung in der Aula des Gemeindehauses. Dort hatten am Sonntagabend getreu dem Motto „Frohsinn ist ein Geschenk Gottes“ mehr als 150 Närrinnen und Narrhallesen Platz gefunden. Die Stuhlreihen an den Tischen waren restlos besetzt, zudem begnügte sich am Saalende und an der Seite mancher mit einem Stehplatz. Kaum noch eine Maus hätte in den Saal gepasst.

Stichwort Maus: Als solche im übertragenen Sinne bezeichneten sich die beiden Eppertshäuserinnen Katharina Kraus und Yvonne Kiehl in ihrem Vortrag. „Unsere Eltern sind aus dem Haus – und wir beide versteh’n uns wie Katz und Maus“, präsentierten sie als sich wiederholenden Reim und schilderten in ihrem Vortrag „Sturmfreie Bude“ dazwischen, wie sie die ebensolche schamlos auszunutzen wissen. Die Lacher waren den beiden, die nicht nur flüssig, sondern auch akzentuiert und mit der Gestik in den richtigen Momenten vortrugen, sicher.

Das galt auch für „Frau Babbisch und Frau Struwwelisch“. Wobei nur Anneliese Kreher, die zudem zusammen mit Hubert Schadt durchs viereinhalbstündige Programm führte und das ganze Jahr über den Kontakt zu den einheimischen wie außerhalb Münsters wohnenden Aktiven der FKK-Fastnacht pflegt, tatsächlich dem weiblichen Geschlecht angehört. Dessen unverdächtig ist normalerweise Pfarrer Bernhard Schüpke. Doch was ist an den tollen Tagen schon normal? Ihr Zwiegespräch hätte für die Kanzel nicht getaugt, ein wenig eher schon Katharina Väths Einlassungen unter dem Titel „Wer Glauben hat, hat auch Humor“. Doch kam am Sonntagabend auch in der Pfarrgemeinde die Bütt klar vor der Kanzel. Unter dem Motto „Eine Oma zieht um“ rundete Gretel Elster die Vorträge des Abends ab.

Katharina Kraus und Yvonne Kiehl nutzten die „sturmfreie Bude“ schamlos aus.

Musik, Gesang und Tanz waren neben dem geselligen Miteinander in eng beieinander sitzender Runde die anderen Elemente des bunten Abends. Für die musikalische Untermalung hatten die Münsterer erstmals Manfred Müller am Keyboard gewonnen. Er blieb eher im Hintergrund beziehungsweise links vor der Bühne, während auf den die Welt bedeutenden Brettern die FSV-Kids (bestehend aus Marie Weiß, Leah Grimm, Marie Neutzner, Emely Ellermann, Madeleine Heckwolf, Janine Steiger, Lara Pretschner und Hannah Grimm) einen Tanz aus tausendundeiner Nacht zelebrierten und die Langstädter Schautanzgruppe mit einem klassischen Gardetanz vor und einem Schautanz nach der 22-minütigen Pause in ihren Bann zogen.

Walter Schledt steuerte darüber hinaus einen Gesangsvortrag bei, der MGV Münster und der Kirchenchor ebenso. Wer dann noch nicht genug geschunkelt und die Vielfalt und Lebendigkeit der ungebrochen beliebten FKK-Fastnacht aufgesogen hatte, kam im Vorraum an der Bar auch noch voll und ganz auf seine Kosten.

Apropos Kosten: Der Eintritt zur Sitzung kostete erneut nicht mehr als ein Lächeln. Die freiwilligen Spenden der Gäste fließen in die Sanierung und Instandhaltung von Schwesternhaus und Aula.

Fastnachtsumzug durch Frankfurt: Bilder

Quelle: op-online.de

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