Närrische Überflieger

Fünfstündige Reise der FSV Münster

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Das Männerballett musste krankheitsbedingt mit weniger Akteuren auskommen, was seinem Auftritt aber nicht schadete. Ein Routinier in der Bütt ist Lutz Murmann (Bild unten), der den Hausmeister Erwin Kowalski gab.

Münster - „Willkommen an Bord der FSV-Sitzung 2. 0. 1. 3. “, begrüßte Kersten Grimm alias Kapitän des Fastnachtsfliegers alias der Sitzungspräsident des Abends alle Anwesenden und nahm das Publikum mit auf eine mehr als fünfstündige Reise. Von Verena Scholze

Um die Sicherheitsvorschriften gemäß den Reiseregeln einzuhalten, wurde das Publikum in der ausverkauften Halle zu Beginn durch „geschultes Personal“, darunter Dunja Müller-Suderleith als Stewardess, eingewiesen. Da die Handstrahler an Bord „Made in Eppertshausen“ sind, könne man dafür keine Gewähr übernehmen, sagte sie. Und anwesende Eppertshäuser Gäste wurden explizit gebeten, in einem Notfall in der Halle zu bleiben.

Nach der erfolgreichen Einweisung erfolgte der erste von insgesamt 19 Reisestopps des Abends, der musikalische Auftritt des Abends durch den Musikverein Münster. Danach schwangen die Mädels der FSV-Fireballs die Tanzbeine und zeigten, trotz dezimierter Anzahl von nur sechs Tänzerinnen, den Gardetanz. Nicht nur die FSV-Fireballs waren krankheitsbedingt betroffen, auch das Männerballett musste kurzfristig mit weniger Tänzern antreten, was die Leistung der beiden Gruppen jedoch nicht schmälerte.

FSV-Mini-Kids mit „Tirolerhut“

Die erste Rakete des Abends stieg für die jüngsten Mitwirkenden des Abends, die FSV-Mini-Kids für ihren Showtanz „Tirolerhut“. Sie mussten dem begeisterten Publikum direkt eine Zugabe bieten. Etwas später im Verlauf des Abends präsentierten die Mini-Kids den Showtanz „Von allein“ und erhielten ebenfalls eine lautstarke Rakete. Griechischen Göttinnen gleich tanzten die Damen des FSV-Damenballetts zu den Klängen von „Griechischer Wein“ und ernteten viel Applaus.

Seinen ersten Auftritt in der Münsterer Bütt hatte Patrick Engel, der einen gemischten Vortrag aus Gesang und Reimen brachte und das Publikum zum Mitsingen und Klatschen animierte.

Dass Männer nun mal die größeren Tratschweiber sind, bewiesen Gerda und Marianne alias Reiner Sperl und Jochen Ries, die zum zehnten Mal gemeinsam auf der FSV-Bühne standen. Mit knalligen Outfits tratschten die beiden „zärtlichen Wesen“, wie sie sich selbst bezeichneten, über die Treue und Untreue in der Ehe, den plötzlichen Erstickungstod des Nachbarhundes und klärten die Anwesenden darüber auf, dass die Politikersicherheitsbekleidung aus Thrombosestrümpfen bestehe. Auch Figurprobleme kennen die beiden nicht. „Dick ist schick, und Schönheit braucht nun mal ihren Platz“, witzelten sie.

Matrosen und Liebe zur See

Als Hausmeister Erwin Kowalski stand Lutz Murmann bei seinem 24. Auftritt in der Bütt und berichtete über die natürlichen Feinde eines Hausmeisters: „Schüler, Vereine und Gruppen“. Um den richtigen Umgang mit diesen zu erlernen besuchte er sogar ein Seminar. In dessen Verlauf war er in einem Feuerwehrtrainingszentrum. Hier gab es Stangen von der Decke bis zum Boden, jedoch anstatt Feuerwehrmänner nur knapp bekleidete Damen, wunderte er sich. Er berichtete sehr anschaulich, wie er eine der Damen mit dem Einsatz seiner EC-Karte bezahlte, was die Lachmuskeln des Publikums sehr strapazierte.

Der Showtanz des Männerballetts, das als Matrosen seine Liebe zur See tänzerisch darbot, war der letzte Programmpunkt vor der Pause.

Frisch gestärkt folgten die anwesenden Närrinnen und Narren danach dem nächsten Höhepunkt des Abends, der Blechmusik, die die Hinnergassebuwe darboten und die Stimmung im Saal anheizten. Bereits zum fünften Mal standen die Jungs aus Münster auf der FSV Bühne und veranlassten Kerstin Grimm zum Reimen: „Stimmung pur, sie sind einfach klasse, die Buwe aus der Hinnergasse“.

Den Weg aus Offenbach hatte Andreas Kraus gefunden und berichtete über den richtigen Umgang mit Zettel und Stift und wie man sich am besten während eines Telefonats Notizen macht. Dass dies vor allem bei Telefonaten für die Tochter mit sehr viel Tücke gespickt ist und wie man bei so einfachen Dingen fast die Nerven verlieren kann, an diesen Erfahrungen ließ er das Publikum in seiner sehr intensiven Darbietung teilhaben und erhielt dafür die dritte Rakete des Abends.

Dunja Müller-Suderleith und Melanie Ellermann brachten dem Publikum das Freud und Leid einer berufstätigen Frau näher und hatten sich auch einiges über Arbeitskollegen zu berichten. Auch die Bewohner aus der Nachbargemeinde Eppertshausen waren vor ihren Spötteleien nicht sicher. „Sie hetzen und schwätzen und als Zielscheibe dienst meist der Mann“, sagte Sitzungspräsident Grimm nach dem Vortrag der beiden.

Das Finale des Abends wurde dann mit dem fünften überdachten Münsterer Fastnachtsumzug eingeleitet, bei dem sich alle Akteure des Abends dem Publikum nochmals zeigten und Kamelle warfen, bevor dann die Hochstädter Lärmbelustigung mit Guggemusik aufspielte. Doch auch nach dem Ende der Reise war noch längst nicht Schluss, und so wurde im Saal im Anschluss weiter das Tanzbein geschwungen und im Barbereich zur Musik von DJ Ö noch kräftig weitergefeiert.

Quelle: op-online.de

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