Mit Faust und Ball für Deutschland

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So sieht ein Weltmeister aus - Torsten Stix startete im vergangenen Jahr für die U18 Faustballnationalmannschaft.

Münster - Handball und Fußball kennt jeder, Volleyball und Basketball auch, aber Faustball ist eine Sportart, die eher Seltenheitswert besitzt. Von Jasmin Frank

Dennoch gibt es junge Sportler, die sich für diesen Ballsport begeistern und zudem Höchstleistungen erzielen, wie der Münsterer Torsten Stix.

Er erzählt: „Faustball ist zwar eine Randsportart, aber ich kenne ihn von klein auf, denn mein Vater Kurt hat den Sport früher zunächst selbst betrieben und war dann als Trainer aktiv.“

Schon mit sechs Jahren hat der heute 18-Jährige angefangen, den Ball weder zu kicken noch zu werfen, sondern mit der Faust zu schmettern. Zunächst spielte er in Dieburg, doch weil dort hauptsächlich Mädchen Faustball spielten und er nach einiger Zeit der einzige Junge in der Mannschaft war, wechselte er zum TSV Pfung-stadt, wo er heute mit der Herrenmannschaft in der ersten Liga Süd spielt. „Derzeit führen wir die Tabelle an und haben noch kein Spiel verloren“, berichtet Stix stolz und erklärt kurz den Sport: „Es spielen pro Feld immer fünf Spieler, die den Ball über ein Seil, das in etwa zwei Metern Höhe gespannt ist, schlagen müssen. Der Ball darf auf dem Boden springen, immer zwischen den maximal drei Ballberührungen. Macht die gegnerische Mannschaft Fehler, etwa wenn die Leine berührt wird, oder der Ball ins Aus gerät, erhält man Punkte.“

„Wenn es regnet, flutscht der Ball richtig“

Eine Besonderheit an dem Sport ist, dass er im Winter in der Halle gespielt wird, im Sommer gehen die Sportler auf den Rasen. „Wir spielen bei Wind und Wetter und wenn es regnet, flutscht der Ball richtig“, begeistert sich Stix.

Wie sein Vater auch, ist Torsten Stix schon mehrfach Deutscher Meister geworden, so im Jahr 2008 mit dem TSV Pfungstadt und 2010 mit der TSG Tiefenthal. „Dort habe ich eine Saison lang gespielt, weil es bei meinem Heimatverein zu dieser Zeit keine Jugendmannschaft gab, die meiner Altersklasse entsprach“, erläutert der Münsterer.

Im gleichen Jahr hat er den Titel auch noch für Pfung-stadt mit der Herrenmannschaft geholt und während des Meisterschaftsspiels wurden die Nationaltrainer Roland Schubert und Hartmut Maus auf Stix aufmerksam. „Ich bekam dann als einer von 25 Teilnehmern zum Nationallehrgang eine Einladung, zehn davon wurden für die Weltmeisterschaft nominiert und ich war dabei“, freut sich das Nachwuchstalent und seine Augen leuchten, als er von seinem Glück erzählt.

Als Mitglied der U18 Nationalmannschaft musste Stix sich an einen strengen Trainings- und Ernährungsplan halten, der mehr Ausdauersport und viele Kohlenhydrate im Essen vorsah. Kurz darauf ging es los nach Lloret de Mar. „Jeden Abend Party war bei uns aber nicht angesagt, wir haben uns voll auf den Sport konzentriert“, erzählt Stix, für den das Feiern ohnehin nicht im Vordergrund steht: Er absolviert eine Ausbildung zum Physiotherapeuten und muss viel lernen, ist durch den Sport viel unterwegs und wenn er Zeit hat, trifft er sich mit seiner Freundin Carolyn. „Sie spielt genau wie ich Faustball in der weiblichen U18 Nationalmannschaft und da hat sie natürlich Verständnis für die viele Zeit, die ich in den Sport investiere“, erzählt er.

Unglaubliches Glücksgefühl

So kam es auch, dass das Pärchen gemeinsam in Spanien gegen die Gegner aus aller Welt antrat und wie der Zufall es will, kamen beide deutschen Mannschaften ins Endspiel: Die Jungen trafen im Finale auf Brasilien, die Mädchen auf Österreich. „Das Tolle ist: Wir sind beide Weltmeister geworden, das war ein unglaubliches Glücksgefühl“, strahlt Stix. Im Anschluss wurde dann doch noch gefeiert, allerdings hielten die Sportler auch hier wieder Maß, denn der Flieger hob in aller Frühe Richtung Heimat ab.

Weitere Informationen gibt es auf www.pfungstadt-faustball.de

Nun hofft Stix darauf, im nächsten Jahr wieder mit von der Partie zu sein und sein Können in der Nationalmannschaft unter Beweis stellen zu dürfen. „Die Atmosphäre zwischen Spielern der verschiedenen Mannschaften ist sehr herzlich, jeder kennt sich und es entstehen Freundschaften mit Sportlern in der ganzen Welt“, schwärmt der Münsterer.

Wer sich den Sport einmal anschauen will, sollte sich den 3. August in seinem Terminkalender vormerken: Dann wird in Pfungstadt das Länderspiel Deutschland gegen Brasilien veranstaltet, im Anschluss kann bei einer brasilianische Nacht mit DJ Joulz und Cocktail Bar die Atmosphäre des temperamentvollen Landes genossen werden.

Quelle: op-online.de

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