Es fehlt noch an Personal

Münster - „Die unendliche Geschichte hat eine Ende gefunden“, freute sich Senio-Verbandsvorsitzender Walter Blank. Man greife angesichts der finanziellen Lage allerdings zu Wasser und nicht zu Champagner. Blanks Grund zur Freude: Die Jahresabschlüsse der Altenpflege-Organisation von 2004 bis 2006 werden derzeit geprüft. Von Ulrike Bernauer

Vorangegangen war die Durchsicht älterer Jahresabschlüsse der Gersprenz gGmbH, der auch Groß-Zimmern angehört. Die Jahre 2001 bis 2005 sind jetzt testiert, der Abschluss für 2006 ist vorläufig geprüft.

Grund zur Freude war, dass sich die Defizite stetig verringern. Zwar schreibt man keine schwarzen Zahlen, der Abschluss 2006 weist einen Fehlbetrag von 460 000 Euro auf. 2001 und 2002 lag dieser mit jeweils 1,4 Millionen Euro deutlich höher. Den Wirtschaftsplan 2009 erhalten die Verbandsmitglieder zur nächsten Versammlung. „Da die Grundstücksübertragung nun erfolgt ist, müssen für den Wirtschaftsplan noch die finanziellen Mittel für die Gebäudeverwaltung ermittelt werden“, sagte Blank.

Auch beim Neubau des Pflegeheims in Groß-Umstadt gibt es Fortschritte. Die Entwurfsplanungen seien abgeschlossen, für die Bauantragsstellung sei zwingend eine europaweite Ausschreibung notwendig. Man habe das Büro „stadt.bau.plan“ mit der Erstellung der Ausschreibungen beauftragt, die bis Ende Juni beendet sein sollen.

Der nächste Schritt sei nun voraussichtlich im Sommer der Abriss der Gebäude auf dem künftigen Standort des geplanten Pflegeheimes.

Zum Sachstand der Altenpflegeschule, die in Groß-Umstadt am Kreiskrankenhaus untergebracht ist, gab Blank ebenfalls Auskunft. Der Senio-Vorstand kläre derzeit den Stellenwert der Altenpflegeschule am Markt. Zielsetzungen und Kooperationen mit anderen Schulen würden überprüft. „Für die Zukunft ist noch die Standortfrage zu klären“, teilte Blank mit denn: „Nach Fertigstellung des Neubaus in Umstadt und dem Umzug der Bewohner ins neue Pflegeheim muss die auch Schule die alten Räumlichkeiten verlassen.“

Vorstandsmitglied Norbert Hornung beschäftigte sich mit der Umsetzung des Strategiepapiers, das 2005 erstellt wurde. Seine Analyse des Zustandes der gGmbH vor 2005 war vernichtend. Es habe kein Controlling, keine Revision, kein Risikomanagement und keine Kostenrechung auf Teilbereichsebene gegeben. Inzwischen habe man die gesteckten Ziele - Einführung des Qualitätsmanagements, Aufbau der Buchführung nach entsprechender Verordnung und Analyse der Wirtschaftlichkeit - erreicht.

Auch über die Belegung der einzelnen Häuser wurden die Verbandsmitglieder informiert. Am besten waren Reinheim mit gut 98 Prozent und Groß-Zimmern mit knapp 98 Prozent ausgelastet, in Groß-Umstadt lag die Nachfrage bei 92 Prozent und in Münster sind 66 Prozent der Plätze belegt. Wie Blank mitteilte, seien hier jedoch vorerst keine weiteren Aufnahmen möglich, da noch nicht genügend Fachkräfte gefunden wurden.

„Das ist bei der Neubelegung eines solchen Hauses nicht ungewöhnlich, wir hoffen aber spätestens im Sommer, wenn neu ausgebildete Kräfte die Altenpflegeschule verlassen, unser Fachpersonal aufstocken zu können.“

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