Fest der Anlieger

Der gute Geist der Hauptstraße...

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Die ganze Hauptstraße Altheims feiert: Am Platz vor der Feuerwehr oder aber in den vielen Hofeinfahrten, überall werden die Gäste zum Tarditionsfest freundlich aufgenommen und bewirtet.

Altheim - Eine tausendjährige Geschichte hat das Hauptstraßenfest in Altheim noch nicht, aber es begann alles im vergangenen Jahrtausend. Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die Hauptstraße in Altheim saniert und neu gestaltet. Von Peter Panknin

Die Anwohner waren darüber so froh, dass sie, kaum dass die Arbeiten dem Ende zugingen, aber noch nicht abgeschlossen waren, ein kleines Fest auf dem entstehenden Parkplatz an der Bäckerei feierten. Sie hatten einen (oder mehrere) Schoppen und saßen plaudernd zusammen. Es hatte allen so gut gefallen, dass eine Wiederholung geplant wurde. Trotz vieler Veränderungen – die Hauptstraße wurde fertig, Familien zogen weg, neue Familien kamen hinzu, einige sind verstorben, Kinder wurden geboren, Familien trennten sich oder kamen neu zusammen – über alle Jahre hinweg hat die Idee des Festes in der Altheimer Hauptstraße bis heute Bestand und das Fest wird immer Anfang Juli gefeiert.

Auch dabei hat es Veränderungen gegeben. Anfangs rund um die Bäckerei, später gab es eine Ausweitung in viele Toreinfahrten und Höfe entlang der Hauptstraße, um sich später wieder auf den Bereich mit den niedrigen Hausnummern zu konzentrieren. Das Motto „Feiern, genießen, Leute treffen, wo Altheim am schönsten ist“ brachte auch in diesem Jahr wieder viele Menschen zusammen. Unterstützt wurden die Organisatoren des Hauptstraßenfestes durch Programmbeiträge der Kinder vom Evangelischen Kindergarten und der Regenbogenschule. Eine sehr junge und kleine Tanzformation scharte interessierte Mädchen um sich herum - so kann Nachwuchs geworben und gewonnen werden.

Kuchentheke in einer Hofdurchfahrt

Eifrige Helfer sorgten an verschiedenen Zeltständen für Getränke und wohlschmeckende Speisen, die Kuchentheke in einer Hofdurchfahrt war gut bestückt mit von den Einwohnern gespendetem Gebäck und Torten. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Vielfalt die Altheimerinnen ihren Gästen bieten. Belohnung war, dass nicht mal Krümel übrig geblieben sind auf den Kuchenplatten. Den Erlös, wie auch die Erlöse aus dem Verkauf von Speisen und Getränken, spendet die Hauptstraßengemeinschaft regelmäßig an Kindergarten und Schule. Für die Senioren des Ortes gibt es seit Jahren in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde eine weihnachtliche Veranstaltung im Gemeindehaus.

Gemeinde – gleichbedeutend mit Gemeinschaft – wird in Altheim selbstlos praktiziert. Der gute Geist der Gemeinschaft ist, wenn er denn mal freigesetzt ist, allgegenwärtig und hat sich, trotz zahlreicher Veränderungen und bestehender Erschwernisse im Umfeld, erhalten. Erschwernisse? Nun, alle zwei Jahre Fußball (mal EM, mal WM), Heinerfest in Darmstadt und viele andere zeitgleiche Veranstaltungen im Umland lassen schon einige überlegen, wohin die Kraft und das Engagement gelenkt werden soll. Bisher hat der gute Gemeinschaftsgeist die Oberhand behalten. Nach Überzeugung des derzeitigen Vorsitzenden der Hauptstraßengemeinschaft, Alex Schönberner, wird dieser Geist auch in Zukunft weiterleben und gewinnen.

Kerb in Münster (2013)

Kerb in Münster

Zum Ausklang des Festes spielte die Band Groovy Shakers aus Beindersheim bei Frankenthal auf. Die fünf Musiker heizten den Besuchern ordentlich mit Hits aus der Rock’n’Roll Zeit auf. Getanzt wurde nicht so viel, die Altheimer schwätzen wohl lieber miteinander, und sie taten es, bis weit in die Nacht: Der Geist war’s zufrieden.

Quelle: op-online.de

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