Feuerwehr meldet hohen Bedarf an

Wichtigste Anschaffung für Münsters Feuerwehr: Drehleiter

Münster Gemeindebrandinspektor Florian Kisling am Steuer des bald auszumusternden Hubrettungsfahrzeug mit Teleskopmast. Er erarbeitete den Bedarfs- und Entwicklungsplan für die kommenden Jahre.
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Münster Gemeindebrandinspektor Florian Kisling am Steuer des bald auszumusternden Hubrettungsfahrzeug mit Teleskopmast. Er erarbeitete den Bedarfs- und Entwicklungsplan für die kommenden Jahre.

Ein millionenschwerer Bedarfs- und Entwicklungsplan der Freiwilligen Feuerwehr steht zur Beschlussfassung in der Sitzung der Gemeindevertreter an. Es geht um Material, das angeschafft werden muss – darunter eine Drehleiter im Wert von rund 950 000 Euro –, und um Personal. Noch ist die Feuerwehr Münster den örtlichen Erfordernissen entsprechend leistungsfähig aufgestellt und ausgestattet. Damit dies so bleibt, muss gehandelt werden.

Münster – Die Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplanes muss alle zehn Jahre erledigt werden. Sie sollte bereits verabschiedet sein, doch fiel der Beschluss wie die komplette jüngste Sitzung der Gemeindevertreter der Pandemie zum Opfer.

Gemeindebrandinspektor Florian Kisling erarbeitete die Fortschreibung des Entwicklungsplans. Rund 100 Stunden saß er am Werk, zu dem ihm Wehrleute zuarbeiteten. Noch werden die gesetzlichen Hilfsfristen eingehalten. Um auch in Zukunft dieses Niveau aufrecht zu erhalten, sind zahlreiche Maßnahmen in den kommenden zehn Jahren notwendig.

Finanziell hoch zu Buche schlagen Neubeschaffungen von Fahrzeugen, darunter muss ein neuer Kommandowagen in 2023 den jetzigen ersetzen, der seit 2009 im Einsatz ist. Für Altheim ist ein Mannschaftstransporter 2025 fällig, ein Jahr später einer für Münster. Und das fast eine Millionen Euro teure Projekt Drehleiter soll bereits 2024 den jetzigen Teleskopmast-Truck ersetzen, der seit 1999 seine Dienste in Münster verrichtet.

Nach 15-jährigem Gebrauch müssen nächstes Jahr die Atemschutzmasken neu beschafft werden, und zwar mit entsprechendem Kommunikationssystem. „Da passen wir uns der Gerätschaft im Kreis an“, sagt Kisling; also Atemschutz mit neuem, vor allem für Bartträger sichererem Überdrucksystem. Die 35 benötigten Masken kosten rund 25 000 Euro.

Spätestens 2023 ist auch eine neue Waschmaschine für Atemschutzgeräte, Helme und Masken notwendig. Der Umbau der Schlauchwerkstatt steht zudem an. Hier mahnt der Brandinspektor die Berücksichtigung eine Logistikkonzeptes und Lagerflächen an. Auch soll die Küche modernisiert und ausgebaut werden. Alles ist zu erledigen bis 2030.

Der Feuerwehr Münster gehören einige Abteilungen an: die Einsatzabteilung Münster und die Löschgruppe Altheim, die Jugendfeuerwehr Münster und die in Altheim, die Kindergruppe Münster, je eine Ehren- und Altersabteilung in Münster und eine in Altheim sowie die Musikabteilung, die den Namen Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Altheim führt. Für den Entwicklungsplan ist rechnerisch die Einsatzabteilung die wichtigste. Sie muss für Münster eine Einsatzstärke von 39 Mann haben. Und da 100 Prozent an Ausfallreserve vorgehalten werden muss, sind 78 Einsatzkräfte für die Gemeinde mit ihren knapp 15 000 Einwohnern vorgeschrieben. Eine Zahl, die laut Gemeindebrandinspektor immer problematischer zu halten wird.

Grundlage für die Bedarfs- und Entwicklungsplanung ist eine vorausgegangene Gefahrenanalyse. Münster liegt ihr zufolge in der Risikokategorie B4. Merkmale hierfür sind beispielsweise Gebäude, die eine Brüstungshöhe von über acht Metern haben. Auch Tankstellen, Reifenlager, metallverarbeitendes Gewerbe, Fachwerkbauten oder Aussiedlerhöfe weist die Kategorie B4 aus.

Sie ist auch notwendig, soll eine Drehleiter angeschafft werden. Denn: „Das Hubrettungsfahrzeug der Ausrüstungsstufe 1 kann (–) grundsätzlich auch durch die Stadt Dieburg (–) gestellt werden, sofern dieses innerhalb von 10 min. an der Einsatzstelle eintrifft“, heißt es. Kisling freilich empfiehlt dem Parlament die Vorhaltung eines solchen Fahrzeugs im eigenen Bestand schon allein deshalb, weil die Drehleiter Dieburgs bereits jetzt schon einen sehr weiten Einsatzradius über mehrere Gemeinden hinweg hat. „Was, wenn es bei uns brennt, und Dieburgs Drehleiter in Roßdorf steht?“, fragt Kisling. Münsters Fahrzeug könne zudem als Redundanz für die Drehleiter in Dieburg genutzt werden. Außerdem ist Münsters Wehr in die Alarm- und Ausrückordnung der Wehr Eppertshausens integriert.

Derzeit hat Münster noch den alten Hubretter TM 32 aus 1999. Schon damals schlug dieses Fahrzeug mit seinem Teleskopmast mit rund 600 000 Euro zu Buche. Ein Drehleiter-Einsatzwagen hat derzeit einen Marktpreis von 950 00 Euro. Es ist für die Wehr in Münster laut Kisling „für die kommenden zehn Jahre die wichtigste aller notwendigen Anschaffungen“.

Mit Altheim verfügt die Münsterer Wehr derzeit über zwölf Einsatzfahrzeuge. Sie alle sind nötig, damit die aktiven Einsatzkräfte im auch rund 800 fördernde Mitglieder starken Verein ihren wichtigen, oftmals lebensrettenden Aufgaben nachkommen können. Ebenso wichtig ist das andere zu ersetzende oder erneuernde Material. Doch mindestens ebenso bedeutsam ist die personelle Ausstattung der Wehr. Für immer mehr Einsätze und Aufgaben braucht es größere Man-Power. Darüber mehr in einem folgenden Bericht. (Von Thomas Meier)

Timo Kreher, stellvertretender Gemeindebrandinspektor, mit neuer und alter Atemschutzmaske.

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