Munition macht Brandbekämpfung gefährlich

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Flächenbrand am Kleingartengelände: Derzeit herrscht überall im Kreis Warnstufe 2, doch wenn es in der Muna brennt, wird einzig aus der Luft gelöscht.

Münster - Wenn es auf dem Gelände des ehemaligen Munitionsdepots rund ums Breitefeld, besser bekannt unter „Muna“, einmal brennt, haben weder die tierischen Waldbewohner noch die Feuerwehr etwas zu lachen. Von Thomas Meier

Am Pfingstwochenende trat gleich zweimal deutlich die Ohnmacht zutage, die unweigerlich entsteht, wenn Unvorhergesehenes auf dem 260 Hektar großen Areal passiert. Es gilt größtenteils noch immer als mit Munition kontaminiert und nicht betretbar. Diesmal waren es (glücklicherweise) kleine Flächenbrände, die zu Einsätzen am Rande und aus der Luft führten.

Bereits am Samstag sollte die Wehr aus Münster im Wald hinterm Breitefeld ein Feuer bekämpfen. „Da es sich im noch mit Munition verseuchten Gebiet des ehemaligen Munitionsdepots befand, war die Brandbekämpfung vom Boden aus nicht möglich“, heißt es im Pressebericht der Kreisfeuerwehr hierzu. Und: „Eingesetzt waren drei Fahrzeuge mit 18 Einsatzkräften.“ Sie schauten am Rande zu, dass das Feuer nicht näher kam. Ein Hubschrauber aus Egelsbach wurde geordert, der aus einem sogenannten Bambi-Bucket, einem Löschwasser-Außenlastbehälter, Wasser über dem Einsatzgebiet abkippte.

Doch dann kam es zu einem weiteren Flächenbrand am Pfingstmontag um 20.50 Uhr in Groß-Umstadt. Die Besatzung eines Rettungswagens, der in Richtung Krankenhaus unterwegs war, bemerkte im Bereich Heubacher Weg dicken Qualm und meldete diesen an die Leitstelle in Dieburg weiter. Wegen der Rauchsäule, der Nähe zu einem Waldgebiet sowie einigen eingehenden Anrufen besorgter Bürger wurden die Feuerwehren aus Groß-Umstadt und etliche umliegende Feuerwehren mit Tanklöschfahrzeugen alarmiert.

Munition immer noch eine Gefahr

Kreisbrandinspektor Ralph Stühling: „Gemeldet war schnell ein Großbrand, der sich allerdings vor Ort als das Abfackeln von Abfällen in einer Kleingartenanlage herausstellte.“ Ausgelöst durch das Nutzfeuer geriet dabei eine Fläche von 40 Quadratmetern in Brand. Nach einer Stunde konnte der Einsatz beendet werden.

Doch herrscht wegen der anhaltenden Trockenheit seit Tagen Warnstufe 2 vor. Das bedeutet erhöhtes Gefahrenpotenzial. Und so waren an der Brandstelle drei Fahrzeuge mit 15 Feuerwehrleuten eingesetzt. Zur zusätzlichen Erkundung wurde auch der Polizeihubschrauber Ibis 2 eingesetzt. Und während des Fluges entdeckte die Besatzung des Polizeihelikopters erneut ein Feuer im Bereich Münster-Breitefeld. So ergab es sich, dass ein Paralleleinsatz gestartet wurde.

Was sich nach mehr anhört, als wirklich geschehen konnte. Stühling: „Der Hubschrauberpilot machte einige weitere, kleine Glutnester mitten im Sperrgebiet aus. Doch da können wir nicht rein, und für einen Wassereinsatz aus der Luft war es bereits zu dunkel.“

Auch tagsüber ist dort das Bekämpfen von Feuer nur sehr eingeschränkt möglich. Die von Explosivem geräumten Wege in der Muna können von den Wehrleuten betreten und befahren werden, doch „mehr tun, als die 40 Meter in den Wald hineinspritzen, die unsere Pumpen erlauben, geht eben nicht“, sagt Stühling. Zu groß sei die Gefahr durch die nicht geräumten Munitionsteile im Wald. Schließlich soll kein Wehrmitglied zu großer Gefahr ausgesetzt werden.

Quelle: op-online.de

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