Die Feuerwehr staubte gleich zwei Trophäen ab

+
Der älteste Radler war in diesem Jahr mit 86 Jahren Emil Löbig. Dafür wurde er zusammen mit den teilnehmerstärksten Vereinen vom zweiten Vorsitzenden des VRM, Jonas Huther, ausgezeichnet. Mit der Medaille um den Hals und dem Großvater im Schlepptau lässt sich gut nach Hause fahren.

Münster - 85 Fahrer weniger als im vergangenen Jahr, das ist der Tribut, den der Verein Radsport Münster (VRM) am Wochenende dem durchwachsenen Wetter zollen musste. Von Michael Just 

Wurde man am Samstag noch von der Sonne geküsst, mussten Ausrichter und Aktive am Sonntag – und damit dem Haupttag des Volksradfahrens – mit unbeständigem Wetter vorlieb nehmen. Dies hielt aber trotzdem eine große Zahl von Bürgern nicht davon ab, in die Pedale zu treten. So gingen an beiden Tagen 533 Radler (2008: 618) auf die Strecken über 25 und 50 Kilometer. „Damit sind wir zufrieden“, betonte Peter Weber vom VRM.

Der 37. Auflage ging eine aufwendige Vorbereitung voraus, da die Rundkurse im Vorfeld ausgearbeitet und abgefahren werden. Das gilt vor allem für die 25-Kilometer-Distanz, die familientauglich durch Wald und Wiesen führt. „Die Ideen für die Streckenführung wachsen allmählich im Laufe des Jahres“, erzählt Weber während seine Frau Christel ergänzt, dass man die Sache schon sehr genau nimmt und beim Abfahren selbst Brombeerhecken entfernt, die auf den Fahrweg ragen.

Groß und klein, alt und jung, starteten auch in diesem Jahr in großer Zahl beim Volksradfahren des Verein Radsport Münster.

Laut Bernd Grimm orientiert man sich mit dem Kurs in den vergangenen Jahren verstärkt in Richtung Dieburg und Groß-Zimmern. „Da sind die Strecken einfach besser.“ Im Messeler Gebiet sei das anders, wo man durch Baumfällarbeiten oft in Mitleidenschaft gezogene Pfade vorfindet. Er muss es wissen, denn mit Weber ist er bereits seit mehr als 20 Jahren im Vorbereitungsteam des für das Volksradfahren vertreten. Auf dem kleinen Kurs ist es die Aufgabe von Grimm, die Richtungsmarkierungen anzubringen. „In der Regel setzen wir alle 500 Meter ein Zeichen“, sagt der 48-jährige. Für die Bodenmarkierungen wird extra der Streuwagen der FSV Münster ausgeliehen, der sonst für die Linien auf den Fuballfeldern dient. Auf einem Anhänger wird dieser von Einsatzort zu Einsatzort gefahren. Für das ständige Auf- und Abladen hat Grimm extra eine kleine Rampe gebastelt. Nur ein Unterschied besteht zum Kreidestrich auf dem Sportfeld: Beim Volksradfahren sind die Linien dünner. „Wir sind sparsamer. Das kann man zum Glück am Wagen einstellen“,so Grimm. Beim Volksradfahren sind es nur sechs Zentimeter dicke Linien, während Strafraum- und Seitenaus beim Fußball mit zwölf Zentimetern markiert werden.

Etwas weniger Arbeit gibt es für die Helfer auf der 50- Kilometer-Strecke: Vor allem für Rennrad-Fahrer konzipiert, ist man hier nicht in Wald und Wiesen unterwegs, sondern auf den großen geteerten Straßen. Einer Ausschilderung und einer Kontrollstation bedarf es aber auch hier. Bürgermeister Walter Blank lobt den Einsatz der vielen Helfer. „Alles ist mit viel Arbeit verbunden und keine Selbstverständlichkeit“, sagte er mit Blick auf die Streckenpräparierung, sowie die Bewirtung am Zielpunkt in Form des Waldfestes.

Gute Gelegenheit, sich fit zu halten

Dass ein Volksradfahren nicht ohne Aufwand zu bewerkstelligen ist, wurde in Babenhausen deutlich: Dort sagte man die Veranstaltung mangels Helfer kurzerhand ab. Das Volksradfahren bezeichnete Blank als gute Gelegenheit, sich fit zu halten. So könne man die Leistung anhand der verschiedenen Streckenlängen selbst bestimmen und auch die Geschwindigkeit läge in den eigenen Händen beziehungsweise Beinen.

Weitere Informationen zum Verein Radsport 1921 e.V. Münster und zum 37. Volksradfahren gibt es hier.

Der Verwaltungschef ging selbst mit gutem Beispiel voran und absolvierte bereits am Samstag mit 179 anderen Radlern den 25-Kilometer-Rundkurs. So erlebte das 37. Volksradfahren trotz gelegentlicher Regentropfen am Sonntag eine ansprechende Resonanz. Neben den Einzelfahrern waren rund 30 Vereine und Gruppierungen in der Teamwertung am Start. Wer über zehn Teilnehmer vorwies, hatte schon einen Pokal sicher. Die meisten Mitglieder konnte die Feuerwehr mit 88 Fahrern motivieren, wofür es gleich zwei Trophäen, darunter den großen Wanderpokal, gab.

Dahinter folgten die Wandergesellschaft mit 47 Radlern, die DJK (44), „Los Pedalos“ (27) und der VfL (25). Der älteste Teilnehmer war Emil Löbig (Jahrgang 1923).

Dass die fleißigen Helfer des Radsportverein selbst nicht in die Pedale treten konnten, nahmen sie gelassen - so wie Bernd Grimm: „Dafür bin ich nächste Woche beim Münsterer Volkswandertag dabei“.

Quelle: op-online.de

Kommentare